Liveticker: Experte lehnt Staatshilfen für Fluggesellschaften ab

5. Teil: Messflugzeug hat Beleg für Existenz der Aschewolke

+++ 10.19 UHR +++ Das Messflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat klare Belege für die Existenz der Vulkanaschewolke über Deutschland gewonnen. Die Piloten hätten in den Wolkenstrukturen eine deutliche Braunfärbung erkannt, das heiße, "es gibt die Wolke wirklich", sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. Die genauen wissenschaftlichen Erkenntnisse will die DLR am Dienstagmittag vorstellen. Am DLR-Forschungsflugzeug wurden laut Schütz keine Schäden festgestellt. Allerdings sei das Flugzeug "nicht in der Wolke, sondern durch die Wolke geflogen." Solch ein Flugverhalten sei für Verkehrsflugzeuge nicht möglich.

+++ 10.09 UHR +++ Auch in Belgien haben die Flughäfen ihren Betrieb wieder aufgenommen. In der Hauptstadt Brüssel landete am Morgen eine Maschine aus dem türkischen Antalya. Belgien hat seinen Luftraum seit 8 Uhr am Morgen wieder offiziell geöffnet. "Der Flugverkehr wird nach und nach zunehmen und in den nächsten Tagen zur Normalsituation zurückkehren", heißt es auf der Homepage des Flughafens. Neben Landungen seien einige Abflüge nach Afrika geplant. Allerdings blieben auch am Vormittag die meisten Flüge gestrichen. Die Flughäfen in Brüssel, Charleroi und Lüttich wollen im Laufe des Tages etwa 50 Prozent ihrer Kapazitäten erreichen. Die Fluggesellschaft Brussels Airlines kündigte für den Mittag wieder Flüge an.

+++ 9.32 UHR +++ In Dänemark sind auch am Dienstag keine Starts oder Landungen von Flugzeugen möglich. Die nationale Luftfahrtbehörde hat die Sperrung aller Flugplätze bis 2 Uhr am Mittwochmorgen verlängert. Sie begründete die Maßnahme mit dem anhaltenden Zustrom von Vulkanasche aus Island.

+++ 9.22 UHR +++ Das isländische meteorologische Institut teilt mit, dass sich die Eruptionen des Vulkans auch am Dienstag fortsetzen. "Es scheint so zu sein wie gestern", sagte der Geologe Sigtrudur Arnsdottir. Es sei jedoch nun mehr Lava festzustellen als vorher. Die Höhe der Rauchwolke habe im Vergleich zu den Anfangstagen der Eruption abgenommen.

+++ 8.45 UHR +++ Der Himmel rund um Deutschland öffnet sich wieder: Mit den seit Dienstagmorgen geltenden neuen Regeln für Flugverbote in Europa darf wieder in weitaus mehr europäischen Gebieten geflogen werden. Nach Angaben der europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel liegt Deutschland, wo der Luftraum noch komplett geschlossen ist, inzwischen am Rand der Sperrgebiete - an der östlichen Grenze des gesperrten Luftraums.

Tschechien, Südpolen und das östliche Österreich waren bereits frei. Nur noch ein Korridor im nördlichen Polen blieb gesperrt. Norwegen und der größte Teil Schwedens waren frei. Ein Ausläufer der Sperrzone zog sich noch über Dänemark, Südschweden und Finnland.

+++ 8.41 UHR +++ Der Flughafen Zürich ist seit dem frühen Dienstagmorgen wieder in Betrieb. Eine erste Maschine startete kurz nach 8 Uhr, wie die Behörden mitteilten. Die seit drei Tagen bestehende Luftraumsperre über der Schweiz war vom Bundesamt für Zivilluftfahrt aufgehoben worden. "Die Aschewolke liegt zwar vorerst immer noch über der Schweiz, ihre Konzentration hat jedoch beträchtlich abgenommen", hieß es in einer Mitteilung von Montagabend.

+++ 8.28 UHR +++ In Frankreich haben die ersten Flughäfen im Norden des Landes allmählich wieder den Betrieb aufgenommen. Auch an den beiden Pariser Flughäfen starteten und landeten Maschinen. Verkehrsminister Jean-Louis Borloo rechnete mit etwa 20 Prozent des üblichen Flugverkehrs am Dienstagvormittag. Auch Belgien kündigte eine schrittweise Öffnung des Luftraums an. In Italien und in der Schweiz sollten ab Dienstagmorgen alle Flughäfen wieder in Betrieb gehen.

+++ 8.10 UHR +++ Die Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol erwartet eine Normalisierung des Luftverkehrs bis Donnerstag, sollte die Aktivität des Asche speienden isländischen Vulkans weiter abnehmen. Die Situation bleibt aber schwer vorhersehbar: Am Montagabend noch hatte der britische Wetterdienst von einer Verschlechterung der Situation gesprochen.

+++ 7.55 UHR +++ Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gibt bekannt, dass die Experten konnten bei einem Messflug deutliche Braunfärbungen der Luft feststellen konnten. "Es gibt die Wolke wirklich", sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

+++ 6.47 UHR +++ British Airways streicht wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans für Dienstag alle Kurzstreckenflüge. Dies teilte die Fluggesellschaft am Morgen mit. Am Montagabend hatte die britische Flugsicherung erklärt, die Eruptionen des Vulkans seien wieder stärker geworden und eine Aschewolke breite sich nach Süden und Osten in Richtung Großbritannien aus. Man habe es mit rasch wechselnden Bedingungen zu tun. Ursprünglich sollten um 8 Uhr in Schottland die Flüge wieder aufgenommen werden, die Beschränkungen für Nordengland und Wales um 14 Uhr aufgehoben werden.

+++ 5.28 UHR +++ Zum ersten Mal seit vier Tagen ist in Japan wieder ein Flugzeug aus Europa angekommen. Die Maschine der Japan Airlines kam aus Moskau und landete am Dienstagmorgen in Tokio, wie ein Sprecher des Flughafens mitteilte. Der Narita International Airport ist das wichtigste internationale Drehkreuz in Japan.

+++ 5.21 UHR +++ Am größten Airport Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf sind nach fünf Tagen Flug-Stopp am Dienstagmorgen wieder erste Flieger gelandet. Trotz der Sperrung des Luftraumes bis mindestens 14 Uhr brachten laut Flughafen-Homepage schon vorher vereinzelte Maschinen gestrandete Passagiere aus den Urlaubsgebieten nach Hause.

mmq/cte/sto/dpa/AFP/apn/ddp

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  • Datum: Dienstag 20.04.2010 | 08:11 Uhr
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DPA/Hakon Mosvold Larsen
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Für eine Sperrung des Luftraums sind die nationalen Verkehrsministerien zuständig - in Deutschland dementsprechend das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Über eine etwaige Sperrung wird in enger Absprache mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) entschieden.

Die Flugsicherungsbehörde Eurocontrol koordiniert die Flugbewegungen zwischen den verschiedenen europäischen Lufträumen. Ihr Hauptsitz ist in Brüssel, in Deutschland ist die Organisation nur für einen geringen Teil der Flüge im Norden des Landes zuständig. Um die Abstimmung der Flugpläne in Europa kümmert sich die Unterabteilung Central Flow Management Unit (CFMU). Von dort werden die Informationen zu den Fluglotsen an den Flughäfen weitergeleitet.
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