Erdbeben in Indonesien Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Lombok ab

Bei dem Erdbeben auf der indonesischen Insel Lombok sind mindestens hundert Menschen gestorben, Tausende Gebäude sind beschädigt. Aufgrund der unübersichtlichen Lage rät das Auswärtige Amt vorerst von Reisen dorthin ab.

Zerstörte Moschee auf Lombok
ADI WEDA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Zerstörte Moschee auf Lombok


Am Sonntagabend erschütterte ein Beben der Stärke 6,9 die indonesische Ferieninsel Lombok sowie die nahe gelegenen Gili-Inseln und Bali. Wie die Behörden mitteilten, stieg die Zahl der Todesopfer auf etwa hundert, Tausende Bewohner und Touristen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auf Lombok wurden Tausende Gebäude beschädigt.

Das Auswärtige Amt (AA) rät daher vorerst von nicht erforderlichen Reisen nach Lombok ab. Auch für die benachbarten Gili-Inseln gilt der Hinweis. Als Grund nennt das Amt in seinen Reisehinweisen für das asiatische Land die noch nicht absehbaren Schäden und die beeinträchtigte Infrastruktur. Es sei weiterhin mit Nachbeben zu rechnen.

Die indonesischen Behörden seien dabei, Menschen von den drei Gili-Inseln zu evakuieren. Bei der Ausreise von Lombok sei wegen der begrenzten Kapazitäten Geduld nötig.

Urlauber warten am Flughafen

Zurzeit versuchen Touristen scharenweise, von Lombok abzureisen. "Es gibt einen riesigen Andrang von Menschen, die wegen unbegründeter Gerüchte etwa über einen Tsunami Lombok verlassen wollen", sagte der Leiter der regionalen Tourismusbehörde, Muhammad Faozal, am Dienstag . Während die Rettungskräfte setzten ihre Suche nach Überlebenden fortsetzt, warteten auf den Stränden vorgelagerter kleinerer Inseln Hunderte Menschen auf Boote, um die Hauptinsel zu erreichen.

Am Flughafen des Ortes Lombok sammelten sich die Reisenden in der Hoffnung, einen Platz in einem Flugzeug zu ergattern. Fluggesellschaften böten zusätzliche Flüge an und das Personal habe Decken und Essen verteilt, sagte der Chef des Flughafens auf Lombok. "Wir tun unser Bestes, um so viele wie möglich auszufliegen", fügte er hinzu. "Wir können Touristen helfen, zum Flughafen zu kommen, aber wir können ihnen natürlich keine Tickets kaufen", sagte Faozal.

Auch Reiseveranstalter TUI evakuiert seine derzeit 51 deutschen Gäste in der Region Lombok sowie den Inseln Gili Trawangan und Gili Meno. Kunden, die bis einschließlich 31. August eine Reise dorthin geplant haben, können gebührenfrei umbuchen oder stornieren, teilte das Unternehmen mit.

Touristen in dem betroffenen Gebiet sollten die Entwicklung in den lokalen Medien verfolgen und Anweisungen der Behörden unbedingt folgen, rät das AA weiter. Sie sollten an Berghängen und Flüssen besondere Vorsicht walten lassen, beschädigte Gebäude, Brücken und Straßen möglichst meiden.

In die Krisenvorsorgeliste eintragen

In Indonesien ereignen sich Erdbeben regelmäßig, aktuell sind auch mehrere Vulkane aktiv. Das Erdbeben ereignete sich genau eine Woche, nachdem Lombok bereits von Erdstößen der Starke 6,4 erschüttert worden war. Dabei waren 20 Menschen ums Leben gekommen.

Reisende müssen daher laut dem AA jederzeit mit Beeinträchtigungen im Flugverkehr rechnen. Für solche Fälle sollte man Bargeld und Kreditkarten sowie benötigte Medikamente in ausreichender Menge mitführen.

Menschen mit Indonesien-Reiseplänen rät das AA dringend, sich in die Krisenvorsorgeliste des Ministeriums einzutragen. Diese dient dazu, dass sich deutsche Auslandsvertretungen in Ausnahmesituationen schnell mit Reisenden in Verbindung setzen können. Die elektronische Registrierung ist eine freiwillige Maßnahme und online möglich.

abl/dpa/AFP

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