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London: Gewerkschaften drohen mit Streiks bei Olympia

Ein Verkehrskollaps ist das Letzte, was London während der Olympischen Spiele braucht. Doch jetzt drohen ausgerechnet Flughafenarbeiter und Bahnangestellte mit Streiks - während der Spiele.

Flughafen Heathrow: Streiks könnten die Reise nach London verkomplizieren Zur Großansicht
REUTERS

Flughafen Heathrow: Streiks könnten die Reise nach London verkomplizieren

London - Schlechte Nachrichten für Olympia-Touristen: Aufgrund von Streiks könnte sich die Anreise nach London schwieriger gestalten als erwartet. Sowohl Beamte der Passkontrolle am Flughafen Heathrow als auch die Mitarbeiter eines großen Zugunternehmens haben mögliche Ausstände angekündigt.

Tausende Mitarbeiter des Innenministeriums entschieden am Donnerstag in einer Abstimmung, im Streit um Gehälter und Stellenstreichungen die Arbeit niederzulegen. Die Fahrer des Bahnunternehmens East Midlands Trains kündigten dreitägige Streiks während der 30. Olympischen Spiele an, die vom 27. Juli bis zum 12. August dauern werden.

Während der Streik der Bahner vor allem Menschen innerhalb Englands betreffen würde, die aus Städten wie Sheffield oder Nottingham anreisen, wäre ein Ausstand am Flughafen auch für internationale Gäste eine erhebliche Beeinträchtigung. Doch es besteht noch Hoffnung: In beiden Fällen soll in weiteren Gesprächen verhandelt werden.

Großbritanniens Premier David Cameron verurteilte die Drohungen der Gewerkschaften. Er nannte einen möglichen Streik "nicht richtig und nicht gerechtfertigt". Auch der Minister für Kultur, Olympia, Medien und Sport, Jeremy Hunt, kritisierte die Pläne heftig. "Das würde überhaupt nicht der Stimmung der britischen Öffentlichkeit entsprechen", sagte Hunt. "Das Land will sich von seiner besten Seite zeigen."

Die Gewerkschaften würden laut Hunt außerdem einen Großteil der öffentlichen Unterstützung verlieren, sollten sie sich wirklich für Streiks entscheiden. Mit allzu großen Einschränkungen müsse aber auch im Fall von Arbeitsniederlegungen nicht gerechnet werden. Man habe Notfallpläne in der Schublade.

Die Vorbereitungen für Olympia laufen derzeit nicht ohne Probleme. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass mindestens drei Terrorverdächtige die Passkontrolle am Flughafen Heathrow passieren konnten, ohne dass sie den zuständigen Sicherheitskräften gemeldet wurden.

Um mit dem erwarteten Besucheransturm während der Olympischen Spiele fertig zu werden, hat das Innenministerium allerdings zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Außerdem ist in Heathrow eigens für das Großereignis ein weiteres Terminal gebaut worden, das rund 20 Millionen Pfund (knapp 28 Millionen Euro) gekostet hat.

jus/dpa/Reuters

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insgesamt 19 Beiträge
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1. .
shark65 19.07.2012
Zitat von sysopREUTERSEin Verkehrskollaps ist das Letzte, was London während der Olympischen Spiele braucht. Doch jetzt drohen ausgerechnet Flughafen-Arbeiter und Bahn-Angestellte mit Streiks - einen Tag vor Beginn der Spiele. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,845363,00.html
So etwas nennt man Erpressung.
2. @shark65
freigeist1964 19.07.2012
Viellecht erreicht man dadurch so ja auch was! In anderen zeiten würde es vielleicht nicht gehen und es kann ja auch sein, dass die Forderungen berechtigt sind! Schon mal darüber nachgedacht?
3. Erpressung?
Zenturio.Aerobus 19.07.2012
Zitat von shark65So etwas nennt man Erpressung.
Warum ist das Erpressung? Es gibt doch ein Streikrecht.
4.
sprechweise 19.07.2012
Bei allem Verständnis für Streiks, das hier ist Erpressung. Solche ein Vorgehen kann keine Gesellschaft dulden, hoffentlich bleibt das Streikrecht nicht auf der Strecke nur weil einige es mißbrauchen.
5. @ Erpressung
Geographus 19.07.2012
Ist ein Streik nicht immer ein Stückweit Erpessung? Darum geht es dabei ja schließlich. Wenn keiner einen Nachteil hat, oder Notiz von dem Streik nimmt, kann man es gleich lassen.
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