Luftdruckabfall Passagiere verloren Bewusstsein bei Airbus-Testflug

Panne bei Airbus-Test: Bei einem Übergabeflug einer A330-Maschine fiel plötzlich der Luftdruck ab. Mehrere Passagiere wurden bewusstlos und mussten ins Krankenhaus. Auch über Jakarta und Nizza kam es zu Zwischenfällen in der Luft.


Toulouse/Paris/Jakarta - Der Airbus A330 sollte an den Kunden Air Mauritius übergeben werden. Wegen eines Luftdruckabfalls bei dem Flug haben mehrere Passagiere das Bewusstsein verloren. Ein Airbus-Mitarbeiter sowie ein Mitarbeiter von Air Mauritius seien heute Mittag noch im Krankenhaus gewesen, sagte ein Airbus-Sprecher in Toulouse. Bei dem Testflug gestern am späten Nachmittag seien zehn Passagiere an Bord gewesen. Sieben seien vorsichtshalber ins Krankenhaus gekommen.

Während eines Fluges könne es jederzeit zu einem Luftdruckabfall kommen, sagte der Sprecher. In diesem Fall seien die Passagiere, die in der Kabine herumliefen, aber nicht rechtzeitig genug zu den Atemschutzmasken gelangt.

Bereits vor einer Woche waren während eines Motoren-Testlaufs bei der EADS-Tochtergesellschaft sechs Menschen verletzt worden. Ein Airbus-Mitarbeiter lag auch am Donnerstag noch im Krankenhaus. Er sei "auf dem Weg der Besserung", sagte der Airbus-Sprecher. Das Flugzeug des Typs A340-600 war während des Triebwerkstests gegen eine Mauer geprallt. Es entstand Totalschaden.

Der vierstrahlige Großraumjet sollte an die arabische Fluggesellschaft Etihad Airways mit Sitz in Abu Dhabi ausgeliefert werden. Die zuständige französische Organisation für Unfallermittlung in der Zivilluftfahrt (BEA) soll die Unfallursache ermitteln.

Tragflächenbruch kurz nach dem Start

Auch in Indonesien kam es zu einem Zwischenfall in der Luft: Kurz nach dem Start in Jakarta ist bei einem indonesischen Passagierflugzeug ein Teil der Tragfläche abgebrochen. Bei dem Zwischenfall sei keiner der 144 Menschen an Bord verletzt worden, teilte heute ein Vertreter der Billig-Fluglinie Batavia Air mit. Die Maschine vom Typ Boeing 737-400 sei nach Jakarta zurückgekehrt, wäre aber auch in der Lage gewesen, ohne das etwa 40 mal 50 Zentimeter große Stück zu ihrem Zielflughafen auf der Insel Borneo weiterzufliegen.

In Indonesien kommt es immer wieder zu Zwischenfällen im Flugverkehr. Bei zwei Abstürzen kamen in diesem Jahr mehr als 120 Menschen ums Leben.

Brand wegen Vogel im Triebwerk

Unmittelbar nach dem Start in Nizza musste ein Linienflugzeug der US-Gesellschaft Delta Airlines notlanden. Ein Vogel sei in ein Triebwerk geraten, und die Maschine mit 110 Fluggästen an Bord habe Feuer gefangen, teilte der Flughafen der südfranzösischen Küstenstadt heute mit. Der Pilot der Boeing 767-300 sei sofort umgedreht und mit dem verbleibenden Triebwerk notgelandet - genau 14 Minuten, nachdem die Maschine in Richtung USA abgehoben hatte.

Das Feuer sei von selbst ausgegangen, so dass die Feuerwehr nicht löschen musste. Verletzt wurde laut der Flughafenverwaltung niemand.

abl/dpa/Reuters/AFP



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