Luftfahrt Fliegender Fisch

Im Ferienparadies der Malediven könnte in Zukunft ein Zwitter aus Schiff und Flugzeug die Touristen auf die Inseln befördern. Entwickelt wurde das Gefährt von deutschen Ingenieuren.


Keine Angst vor Seekrankheit: Das Vorläufermodell Airfisch 3 in der Erprobung
DPA

Keine Angst vor Seekrankheit: Das Vorläufermodell Airfisch 3 in der Erprobung

Bad Sassendorf - Das Fluggerät mit dem Namen Airfisch 8, das am kommenden Montag im Sauerland vorgestellt werden soll, kann acht Personen mit 160 Stundenkilometern knapp 400 Kilometer weit über die Wasseroberfläche transportieren. Interessanter Nebeneffekt: Weil der Airfisch 8 dabei in einer Höhe von bis zu 2,5 Metern fliegt, kann keine Seekrankheit auftreten, denn das Fahrzeug hat keine Wellenberührung.

Hinter der neuesten Errungenschaft der so genannten Hoverwing-Technologie verbirgt sich das deutsche Unternehmen Fischer Flugmechanik, das bei der Entwicklung des Airfisch vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie unterstützt wurde. Ziel der Konstrukteure war es, einen im Vergleich zu konventionellen Schiffen etwa fünf Mal schnelleren Transport von Personen und Gütern über Wasser zu ermöglichen.

Das Prinzip des Airfisch schauten sich die Erbauer von Seevögeln ab: Bei Annäherung eines Flügels an die Wasseroberfläche steigt der Auftrieb, gleichzeitig verringert sich der Luftwiderstand. Ein kleinerer Versuchsträger existiert bereits: Der zweisitzige Airfisch 3 wurde bereits auf dem Baldeneysee getestet und wird jetzt in Australien getestet.

Nach seiner Präsentation soll auch der Airfisch 8 auseinander gebaut und nach Australien verschifft werden, um die umfangreiche Flugerprobung für die Zulassung zu durchlaufen. Im Rahmen eines Joint Venture mit der in Singapur und Australien ansässigen Firma Flightship soll das Fluggerät schließlich zu ersten Einsätzen kommen - als schnelles und sicheres Transportmittel für Urlauber.

Hintergrund ist der zunehmende Tourismus in vielen Regionen Asiens und vor allem im Urlauber-Dorado Maledivien. In dem Ferienparadies im Indischen Ozean kämpft die Fluggesellschaft Hummingbird mit der Herausforderung, die ankommenden Touristen aus aller Welt schnell auf die vielen Inseln zu verteilen. Nach einigen schweren Unfällen haben die mehrheitlich russischen Helikopter ausgedient.

Eine ideale Ergänzung für die zahlreichen Wasserflugzeuge könnte langfristig, so kalkulieren Fischer Flugmechanik und Flightship, der Airfisch sein. Damit allein wollen sich die Konstrukteure des Gefährts allerdings nicht begnügen: Hanno Fischer und Klaus Matjasic von Fischer Flugmechanik träumen bereits von einem Hoverwing 80, das einmal 80 Personen über die Ostsee transportieren kann.

Von Karl Morgenstern, dpa



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