Best bis Basic: Lufthansa führt neue Germanwings-Tarife ein

Die Lufthansa stellt ihren Flugplan für Europa und Deutschland um - und überträgt einen Großteil der Strecken auf ihre Tochter Germanwings. Ab sofort sind in den Reisebüros die neuen Tarife buchbar. Was steckt hinter den Etiketten "Smart", "Best" und "Basic"?

Germanwings: W wie Flügel Fotos
DPA

Frankfurt/Main - 21 von 36 Germanwings-Maschinen haben die Verwandlung schon hinter sich: Sie wurden umlackiert und mit dem neuen violett-gelben Logo versehen. Bis Herbst 2014 überträgt Lufthansa schrittweise ihre Deutschland- und Europa-Flüge abseits der Drehkreuze Frankfurt und München auf die Tochter.

Von diesem Freitag an seien die neuen Flugtarife in den Reisebüros buchbar, sagt Germanwings-Chef Thomas Winkelmann. Im Internet sollen Tickets nach der neuen Preisstaffelung erst ab Mitte Mai erhältlich sein.

Ein Ticketkonzept mit drei Stufen sowie niedrigere Kosten bei Germanwings sollen das Europa-Geschäft zurück in die schwarzen Zahlen hieven, wie Lufthansa-Passagechef Carsten Spohr betonte. Der Konzern erhofft sich davon eine Ergebnisverbesserung von 200 Millionen Euro. Das erste Quartal sei erfreulich verlaufen, sagte Winkelmann.

Aber was bedeuten die Veränderungen für die Fluggäste? Ein Überblick:

Wie teurer werden die Tickets für Germanwings-Flüge sein?

Germanwings will weg vom reinen Billig-Image. Der Einstiegspreis von 33 Euro soll aber beibehalten werden. Eine Business-Klasse gebe es nicht. Das gesamte Angebot entspreche der Economy-Klasse, teilt Lufthansa mit. Die unterteile Germanwings künftig aber in drei Kategorien: "Best" sei ein hochwertiges Angebot, das sich hauptsächlich an Geschäftsreisende und Privatreisende mit höheren Ansprüchen richte. "Best"-Tickets gibt es ab 199 Euro.

"Smart" sei der Standardtarif. An Bord gibt es einen Snack und ein Getränk. Die Passagiere können Freigepäck bis 23 Kilogramm mitnehmen und zahlen für ein Ticket mindestens 53 Euro. "Basic" sei ein reines Niedrigpreisangebot ohne Freigepäck und Verpflegung an Bord. Die "Basic"-Sitze ab 33 Euro befinden sich im hinteren Teil des Fliegers und haben einen geringeren Abstand als "Smart"- und "Best"-Sitze.

Fliegt Germanwings künftig mit ehemaligen Lufthansa-Fliegern?

Germanwings baut nach und nach Maschinen der Lufthansa-Flotte für sich um. Auch die eigene Flotte wird erneuert. 21 von 36 Flugzeugen der Germanwings-Flotte sind bereits umlackiert. Die 30 Lufthansa-Jets, die auf die bisherige Billigflug-Tochter übergehen, sollen ab dem Sommer folgen. Germanwings lackiert sie neu und verändert die Innenausstattung. Zusammen mit den Maschinen der Eurowings soll die künftige Germanwings-Flotte aus rund 90 Maschinen bestehen.

Welche Strecken übernimmt Germanwings?

Auf Dauer übernimmt Germanwings von der Lufthansa alle Flüge innerhalb Deutschlands und Europas, die nicht über München oder Frankfurt gehen. Ausnahmen gibt es nicht. Innereuropäische Strecken sind nach Lufthansa-Standards in der Regel Flüge, die weniger als vier Stunden dauern.

Übernommen hat Germanwings in den vergangenen Monaten bereits alle Verbindungen ab Stuttgart und alle Flüge zwischen Hamburg und den Städten Wien, Palma de Mallorca, Stuttgart und Nürnberg. Am 29. Juni 2013 kommt die Verbindung Hamburg-Köln hinzu. Bis Ende Januar 2014 werden alle übrigen Flüge von und nach Hamburg, die Lufthansa dauerhaft abgibt, an Germanwings übergehen.

Bis zum 30. März 2014 soll Germanwings alle Flüge von und nach Berlin übernehmen - außer Verbindungen mit Frankfurt und München. Zwischen Ende März 2014 und Anfang Januar 2015 stellen die Unternehmen den Flugplan für Düsseldorf um. Alle Langstrecken von und nach Düsseldorf bleiben weiter in Lufthansa-Hand.

Ist die "Best"-Klasse von Germanwings mit der Business-Klasse der Lufthansa vergleichbar?

Germanwings bietet ausdrücklich alle Tickets "unter dem Dach einer durchgängigen Economy-Class" an. Das Premiumsegment "Best" ist aber mit einer Business-Class zu vergleichen. Die Plätze befinden sich in den drei vorderen Reihen. Der Sitzabstand liegt bei 81,3 Zentimetern, der Mittelsitz ist frei.

"Best"-Passagiere dürfen am Flughafen in den Lufthansa-Lounges warten. Außerdem können sie den schnelleren Priority-Check-in und die Fast Lane bei der Sicherheitskontrolle nutzen. Sie bekommen mehr Meilen gutgeschrieben und dürfen mit 46 Kilogramm doppelt so viel Freigepäck mitnehmen wie andere Fluggäste. An Bord können sie Gerichte aus einer Menükarte auswählen. Tickets dürfen sie kostenlos umbuchen.

Was hat sich noch geändert?

Das Logo: Nachfolger des brombeerfarbenen Schriftzugs auf gelbem Grund ist ein stilisiertes W. Die beiden Farben sind geblieben. Das W steht für das Wort Wings im Namen (auf Deutsch: Flügel). Auch im Telefon-Service von Germanwings ändert sich etwas: Bei Fragen mussten Kunden bislang immer eine Nummer anrufen, die mit den Ziffern 0900 anfing - für 99 Cent pro Minute. Künftig schaltet Germanwings eine günstigere 0180-Nummer frei. Anrufer aus dem deutschen Festnetz zahlen dann 14 Cent.

Wie sind die Flüge buchbar?

In Reisebüros sind "Best"- und "Smart"-Tickets für Flüge ab Juli ab dem 12. April zu haben. "Basic"-Tickets gibt es nur online.

jus/dpa

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1. Das klingt wie von Loriot
Silversurfer2000 12.04.2013
Air Berlin hat doch gerade den größten Teil der innerdeutschen Flüge gestrichen. Offenbar kommt ein "low cost" Angebot doch nicht so super an. Warum kopiert Lufthansa das jetzt - und gibt alle Vorteile für die Passagiere auf? Wer "billig" will, fährt doch eh Bahn oder Auto oder demnächst Bus.
2. Fastlane an deutschen Flughäfen
Ein_Forum_Schreiber 12.04.2013
Eigentlich ist das eine Sauerei da Kontrollen eine hoheitliche Aufgabe ist und die Sicherheitsgebühr für alle Passagiere gleich ist. Ich erinnere mich an ein Gespräch in München mit einen Grenzbeamten: Vorne war ein Schild nur für Business Class und als ich ihn fragte sagte er mir das es ihm egal wäre was auf dem Schild steht, er kontrolliere alle gleich. Ich warte nur darauf das mal jemand wegen Diskriminierung klagt, meiner Meinung nach sind die Chancen hoch das er damit durch kommt. P.S: Falls mir jetzt jemand Neid unterstellen will - ich habe eine Vielfliegerkarte welche mir die "Fastlane" erlaubt. Ungerecht finde ich es trotzdem.
3. Schade
vrdeutschland 12.04.2013
Die LH hätte die Chance nutzen sollen, alle innerdeutschen Flüge der Bahn zu übertragen. Es gibt keinen größeren Schwachsinn, als von Stuttgart nach München oder von Düsseldorf nach Frankfurt zu fliegen. Und mal schauen, wann die ersten Heuler hier auftauchen, die mangelenden "Service" bei ihrem 45 min Flug geltend machen, für Flüge die zu 95 % eh nicht aus der eigenen Tasche bezahlt werden.
4.
les2005 12.04.2013
Zitat von vrdeutschlandDie LH hätte die Chance nutzen sollen, alle innerdeutschen Flüge der Bahn zu übertragen. Es gibt keinen größeren Schwachsinn, als von Stuttgart nach München oder von Düsseldorf nach Frankfurt zu fliegen.
Klar wird niemand ein Flugzeug besteigen, der von Stuttgart nach München will. In der Zeit, die ich einschl. Check-in und Wartezeit dafür brauche, bin ja 2mal mit Auto oder Bahn hingefahren. Anders sieht es aber aus, wenn ich von Stuttgart über München nach USA fliegen will. Ich würde vermuten, die allermeisten, zumindest der kürzeren, innerdeutschen Flüge sind reine Zubringer zu Langstreckenflügen. Aber wissen tue ich es auch nicht.
5. optional
gafreisberg 12.04.2013
Wer hat sich nur die geschmacklose farbgebung ausgedacht. Die alte war schon schlecht. Fluggäste steigen lieber in ein schön gestaltetes Flugzeug ein.
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