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Markenwechsel bei Lufthansa: Warum aus Germanwings jetzt Eurowings wird

Mit der Billigfliegermarke Eurowings will die Lufthansa weiter ihre Kosten senken. Der Name Germanwings wird von den Flugzeugen verschwinden - obwohl die Airline finanziell gerade auf einem guten Weg war.

Eurowings-Flugzeug in der Luft: großes Sparpotenzial Zur Großansicht
DPA

Eurowings-Flugzeug in der Luft: großes Sparpotenzial

Die Tage der Fluggesellschaft Germanwings sind gezählt. Obwohl die Marke noch ein paar Wochen und die Schriftzüge auf den Flugzeugen vielleicht noch über Jahre zu sehen sein werden, geht das wesentliche Geschäft an diesem Sonntag auf die Nachfolgerin Eurowings über. Die bislang noch in Düsseldorf und bald in Köln beheimatete Lufthansa-Tochter wird mit Beginn des Winterflugplans zum Vertragspartner der Germanwings-Kunden. Sie trägt zugleich die Hoffnungen des Konzerns, sich im Kampf gegen Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair behaupten zu können.

Der Name Germanwings wird noch auf lange Zeit mit dem von Co-Pilot Andreas Lubitz herbeigeführten Absturz des Airbus mit der Flugnummer 4U9525 verbunden werden, bei dem im Frühjahr 149 Opfer und der Verursacher selbst ums Leben kamen.

Ausschlaggebend für den Umbau der Airline war die Tragödie in den französischen Seealpen allerdings nicht. Der Markenwechsel aus unternehmensstrategischen Gründen war bereits vor dem 24. März beschlossene Sache und hat sich durch den Absturz eher verzögert als beschleunigt.

Dabei hatte die 2002 als Billigflieger gegründete Airline Germanwings in ihrer wechselvollen Geschichte zuletzt sogar Erfolge vorzuweisen. Seit 2012 hatte sie von der Lufthansa schrittweise die bis dahin extrem defizitären Europaflüge abseits der Drehkreuze München und Frankfurt übernommen und war zur drittgrößten deutschen Fluggesellschaft aufgestiegen. Sie ist stark an mittleren Flughäfen wie Stuttgart, Köln, Hamburg oder Berlin vertreten.

Laut Lufthansa fliegt Germanwings wegen ihrer im Vergleich zur Mutter niedrigeren Kosten und mit ihrem flexiblen Tarifsystem zudem in diesem Jahr erstmals einen Gewinn ein. Früher standen jährlich dreistellige Millionenverluste für die sogenannten dezentralen Verkehre in der Bilanz.

Eurowings soll Geld sparen

In der Strategie von Lufthansa-Chef Carsten Spohr spielt Germanwings mit ihren derzeit noch 60 Airbus-Jets dennoch keine führende Rolle mehr. An ihrer Stelle machte er die bislang deutlich kleinere Schwestergesellschaft Eurowings zur Leitplattform eines neuen Billigfliegers im europäischen Maßstab.

Dort, so Spohrs Kalkül, könnten noch weit mehr Kosten eingespart werden, wofür er einen heftigen Tarifkonflikt mit seinen selbstbewussten Piloten riskiert und zumindest vorerst gewonnen hat. Die Vereinigung Cockpit (VC) wollte mit aller Macht verhindern, dass schlechter bezahlte Piloten außerhalb des Lufthansa-Konzerntarifvertrags die Eurowings-Jets steuern.

Nachdem die Piloten mit ihren Streiks letztlich vom Landesarbeitsgericht Hessen gestoppt wurden, dreht sich zum 25. Oktober das Verhältnis zwischen den Wings-Schwestern um. Flogen bislang die 23 Jets der Eurowings im Auftrag der Germanwings, ist es künftig genau umgekehrt. Neu sind zudem Fernflüge unter der Marke Eurowings, deren erster am 2. November ab Köln in Richtung Karibik abheben soll. An den Steuerknüppeln sitzen Piloten des deutsch-türkischen Gemeinschaftsunternehmens SunExpress.

Die Marke Germanwings wird laut Lufthansa bis Januar aus Werbung, Internet und Vertrieb verschwinden. Die Flugzeuge werden den Schriftzug so lange tragen, wie ihre Crew noch zu Lufthansa-Tarifen fliegt, dann wird auf Eurowings umlackiert.

Christian Ebner/dpa/sto

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1.
CKGer1 21.10.2015
Billigflieger???? Lachhaft! Seit Germanwings die Strecke NUE - DUS bedient (der Witz dabei ist, es waren früher auch schon die gleichen CRJ900 der Eurowings) hat sich der Preis nahezu verdoppelt, von daher.... Billigflieger? Yes right!
2. @ckger1
Muttimörkel 21.10.2015
Billigflieger hat nichts mit dem Ticketpreis zu tun. Der Begriff dient nur dazu keinen oder miserablen Service, Sardinenbüchsen-Sitzabstände und übel launiges weil miserabel entlohntes Personal dem zahlenden Kunden gegenüber zu rechtfertigen!
3. Bild ist KEIN Airbus!
fritzausDA 21.10.2015
Zitat: "Germanwings mit ihren derzeit noch 60 Airbus-Jets ..." Das Bild zeigt aber KEINEN Airbus!! Vielleicht (ich bin NICHT vom Fach!) eine DC9-Nachfolgerin / Boeing 717?? Ich meine auch , schon 2000 oder 2001 mal mir Germanwings geflogen zu sein ?
4. Eurowings
thequickeningishappening 22.10.2015
das klingt halt billiger. Vielleicht hat die Marketingabteilung dazu ne Umfrage gemacht? Mit GERMANWINGS verbindet der Kunde wohl eher Qualitat und Zuverlaessigkeit, aber auch einen hoeheren Preis.
5. In meinen Augen
biesi61 22.10.2015
ist die Markenpolitik der Lufthansa wohl eher ein Programm zum Vertreiben alter Stammkunden. Lufthansa stand für ein Serviceversprechen. Eurowings steht für nichts. Warum dann nicht den tatsächlichen Billigflieger nehmen?
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