Harter Wettbewerb Lufthansa prüft Billigangebot für Langstrecken

Die Lufthansa will günstiger werden. Europas größte Fluggesellschaft erwägt nach Insiderberichten die Einführung eines Billigangebots für Langstrecken. Demnächst sollen Details bekannt werden.

Neuer Lufthansa-Chef: Carsten Spohr prüft Billigangebot für Langstrecken
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Neuer Lufthansa-Chef: Carsten Spohr prüft Billigangebot für Langstrecken


Frankfurt - Bei der Lufthansa wird zurzeit mit Hochdruck gerechnet und geprüft. In gut einer Woche will der neue Konzernchef Carsten Spohr eine überarbeitete Strategie für Europas größte Fluggesellschaft vorstellen. Die Zeit drängt, da die Lufthansa wegen der harten Konkurrenz am Himmel und streikfreudiger Gewerkschaften jüngst die Gewinnziele für dieses und nächstes Jahr beerdigen musste.

Nach Insiderangaben fasst Spohr für ein neues Langstreckenangebot die Gründung einer Billigmarke ins Auge. "Wir haben konkrete Ideen, wie wir im Langstreckengeschäft einen eigenen Budgetdienst starten können", zitiert das "Handelsblatt" einen hochrangigen Lufthansa-Manager. Es gebe drei Konzepte, über die in den nächsten Tagen entschieden werde. Europas größte Fluggesellschaft wollte die Informationen nicht kommentieren.

Der Konzernspitze bereiten vor allem bestimmte Routen im ansonsten profitablen Langstreckengeschäft Sorgen. "Die Erträge auf einigen Flügen nach Asien oder zu Urlaubszielen sind besonders schwach, da es dort relativ wenige der lukrativen Geschäftskunden gibt", sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Betroffen seien etwa Flüge in die Karibik oder nach Südostasien. Verbindungen nach Indien, etwa nach Hyderabad, mussten bereits eingestellt werden. "Die Lufthansa schrumpft auf einem Markt, der eigentlich wächst", sagte der Unternehmenskenner.

Vor zwei Wochen hatte der SPIEGEL berichtet, die Lufthansa wolle neben ihrer Tochter Germanwings einen weiteren Billiganbieter an den Start bringen und so der Konkurrenz wie Ryanair oder Easyjet Paroli bieten. Die Flotte der Tochter Eurowings solle um Maschinen vom Typ Airbus A320 erweitert werden und von Deutschland aus Ziele in ganz Europa anfliegen

Es gebe Gespräche mit Gewerkschaften, Flughäfen und Zulieferern, um die notwendigen Konditionen auszuhandeln, sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Wir prüfen alle Möglichkeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig abzusichern."

abl/Reuters/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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mcvitus 30.06.2014
1. Schon wieder?
Das habe ich von der Lufthansa schon öfters vernommen, konkretes Ergebnis: Fehlanzeige!
mollizi 30.06.2014
2. das kennt man doch schon..
Alles schon dagewesen: LH Italia wurde von Mayrhuber gegründet und wegen des "großen" Erfolges von seinem Nachfolger Franz beerdigt, immer nach dem Motto "Außer Spesen nix gewesen" Die Lachnummern im Vortsand haben einfach nichts gelernt. Alles Taktik: als neuer Chef hätte ich auch zuerst die Ziele des Vorgängers eingestampft, denn werden diese nicht erreicht (was wahrscheinlich ist), stehe ich als Nichtskönner da. Wenn ich jedoch die Ziele einstampfe und niedrigere ansetze und diese sogar überschreite, bin ich der King! Ach ja: 1 Mrd Euro Gewinn in 2014 und 2 Mrd in 2015 sind immer noch sensationell, wenn alles anderen europäischen Airlines Verluste machen. Da muss ich Einsparungen für die Mitarbeiter schon gut verkaufen, den an meinem Gehalt werde ich nicht sparen.
zlick65 30.06.2014
3. Äh,,
Lufthansa fliegt kein einziges Ziel in der Karibik an. Auf die Aussagen dieses "Kenners" würde ich keinen Pfifferling setzen,,,,,
Susi Sorglos 30.06.2014
4. Gähn
Das hat die LH mit vielen anderen Linienfliegern gemeinsam: Vornehm heucheln. Ich habe schon vor dreissig Jahren LH Tickets für Überseeflüge statt 3.000 DM nur 200 DM bezahlt. Es stand zwar auch 3.000 auf dem Ticket, aber die Graumarkt-Händler haben gut davon gelebt, denen die leeren Maschinen voller zu Machen. Nun wollen sie also diesen Händlern den Garaus machen. Schade eigentlich, wie Gier blind macht.
augusthoffman 30.06.2014
5. Identitätsverlust
....und genau deswegen sollten die Lufthansaangestellten in streik gehen. immer weiteres auslagern, sich ständig verschlechternde arbeitsbedingungen, streichen von arbeitsplätzen für kurzfristige gewinnmaximierung. Vielmehr sollte die lufthansa ihr airline- produkt so verbessern beziehungsweise ihrem anspruch gerecht werden, die beste europäische airline zu sein. Das produkt muss premium sein!!! Lufthansa muss ihre identität wieder finden, und das nicht auf kosten der mitarbeiter, sondern auf kosten der aktionäre. dann werden sich auch dauerhaft die zahlen nach oben orientieren. SWISS=Premium,.......Swiss ist Lufthansa,....a
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