Von Stephan Orth und Antje Blinda
In den vergangenen Monaten war der Abstand zu den Mitreisenden sogar häufig noch größer als üblich. Denn seit der Wirtschaftskrise haben die Fluglinien weltweit große Schwierigkeiten, Passagiere für die teure Business und First Class zu gewinnen, die bislang einen stattlichen Anteil der Gewinne ausmachte.
Seit die Firmenkunden immer häufiger Economy fliegen und Privatkunden auf die Billigflieger umsteigen, haben die großen Premium-Fluglinien ein Problem. Preisorientierte Urlauber sehen in Krisenzeiten nicht ein, warum sie mehr Geld für einen zweistündigen Flug zahlen sollen, nur weil dann ein warmer Snack und ein Bier inbegriffen sind. Insbesondere für deutsche Airlines ist ein Ende der Talfahrt noch nicht in Sicht, schätzte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR.
Jetzt hat die Lufthansa angekündigt, sich im europäischen Geschäft von den Billigfliegern inspirieren zu lassen. Insgesamt sollen die Kosten um 40 Prozent gesenkt werden, wie Lufthansa-Vizechef Christoph Franz mitteilte. Die deutsche Fluglinie will dank schmalerer Sitzlehnen mehr Passagiere in der Economy Class unterbringen und beim Service an Bord auf die Kostenbremse drücken. Zwar soll es laut Angaben des Unternehmens weiterhin kostenlos Essen und Getränke geben. Doch die derzeit sechs Service-Stufen - vom Imbiss bis zum vollständigen Gericht - sollen überprüft werden. Zudem erwägt die Lufthansa, Garderobenschränke und Küchen auszubauen oder zu verkleinern.
Vorbilder für solche und ähnliche Maßnahmen in der Kabine gibt es einige. SPIEGEL ONLINE zeigt, mit welchen Konzepten die Konkurrenz auf die Krise reagierte - und wo die Billigflieger Geld sparen.
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