Gesperrter Airport Lufthansa streicht alle Brüssel-Flüge bis Ostermontag

Der Brüsseler Flughafen bleibt bis Freitag weitgehend geschlossen. Die Lufthansa hat bis Ostermontag alle Flüge in die belgische Hauptstadt annulliert. Shuttlebusse sind im Einsatz.


Immer noch Ausnahmezustand am Flughafen Zaventem: Er bleibt bis einschließlich Freitag weitgehend geschlossen. Die Lufthansa hat alle Flüge von und nach Brüssel bis einschließlich Ostermontag gestrichen. 156 Verbindungen und rund 12.300 Passagiere sind betroffen.

Von Karfreitag bis Ostermontag richtet die Fluggesellschaft einen Shuttlebusverkehr zwischen dem Frankfurter Flughafen und Brüssel ein, wie eine Sprecherin mitteilte. Informationen zu Abfahrtszeiten sind der Lufthansa-Webseite zu entnehmen. Dort gibt es auch die Möglichkeit für kostenlose Umbuchungen oder Stornierung von bis zum 28. März gebuchten Flügen.

Auch die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines wird bis Montagabend die belgische Hauptstadt nicht mehr anfliegen. Die größte belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines will innereuropäische Flüge bis mindestens Sonntag über die Flughäfen in Antwerpen und Lüttich abwickeln. Und die Billigfluglinie Ryanair wird nach eigenen Angaben bis einschließlich Dienstag alle angesetzten Flüge vom kleineren Brüsseler Alternativflughafen Charleroi abwickeln.

Der Brüsseler Flughafen Zaventem ist einer der beiden Anschlagsorte, an denen am Dienstag mindestens 31 Menschen getötet wurden. (Lesen Sie die aktuelle Entwicklung im Newsblog hier.). Die Abflughalle wurde durch zwei Explosionen schwer beschädigt. Wann der Wiederaufbau beginnen könne, sei vorerst unklar, teilte der Flughafen mit.

Während erst mal keine Passagierflüge starten und landen dürfen, sollte ein eingeschränkter Betrieb für Frachtflüge und bestimmte Privatflüge schon am Mittwochabend wieder beginnen.

Fotostrecke

12  Bilder
Reisen nach Terroranschlägen: Tipps für den Urlaub
Mehr Sicherheit an deutschen Flughäfen

Am Frankfurter Flughafen bleiben die Sicherheitsmaßnahmen nach den Brüsseler Terroranschlägen auch am Osterwochenende erhöht. Das sagte Bundespolizei-Sprecher Christian Altenhofen, ohne Einzelheiten zu nennen. Reisende sollten sich auf verstärkte Kontrollen einstellen und mehr Zeit einplanen. Was die Attentate für Ihren Osterurlaub bedeuten, erfahren Sie hier.

Die Akzeptanz für eine erhöhte Polizeipräsenz ist in der Bevölkerung klar vorhanden. Die Mehrheit der Bundesbürger befürwortet dauerhaft höhere Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen. Nach dem am Donnerstag veröffentlichten "Deutschlandtrend" für das ARD-"Morgenmagazin" sind 77 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland nach den Anschlägen in Brüssel dauerhaft verstärkt werden sollen. Sie nehmen dafür auch zusätzliche Kosten und Zeitverzögerungen in Kauf.

Infratest dimap befragte im Auftrag des ARD-"Morgenmagazins" am Montag und Dienstag dieser Woche rund tausend Menschen. Rund jeder fünfte Befragte (21 Prozent) will langfristig keine verstärkten Maßnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen.

Der zwischenzeitlich unterbrochene Schienenverkehr von und nach Brüssel ist bereits am Mittwoch wieder angelaufen. Grundsätzlich sollte er nach Angaben der belgischen Bahngesellschaft SNCB-NMBS wieder weitgehend normal laufen. Die Deutsche Bahn setzte ihre ICE von Frankfurt nach Brüssel und zurück wieder regulär ein. Und auch die Eurostar-Züge sowie der Hochgeschwindigkeitszug Thalys verbinden Belgiens Hauptstadt wieder mit Städten wie London, Paris oder Köln.

jus/dpa/AFP/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
wahrsager26 24.03.2016
1. Flughäfen
Interessant ist ja die Akzeptanz für Kontrollen.Vergleichen wir mal Europa mit einem Schiff,ohne Schotten...wer würde damit gerne in See stechen?Also haben wir ein Schiff mit Schotten.....ein Europa mit kontrollierten Grenzen.Wenn dann Wille und Gesinnung stimmen ,könnte jedes Land,auch Belgien dem Terror trotzen !Datenaustausch noch als Ergänzung .Da aber der europäische Leitgedanke genau ein anderes Ziel hat....bleibt das vorerst ein Traum von mir.Ich denke aber nicht,das bei der europäischen Wirtschafterei nur die jetzt jetzt geforderten Maßnahmen Erfolg bringen werden.Auch Herr Maas liegt wieder mal schief: Natürlich haben die Flüchtlinge indirekt Anteil an der Misere-sie binden Polizeikräfte und überlasten auch andere Organe.Man redet sich um Kopf und Kragen.Uch wünsche allen Fluggästen einen guten Flug!Danke
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.