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Terroranschläge: Lufthansa streicht Flüge nach Brüssel bis Sonntag

An dem bisher wegen Bombenschäden gesperrten Brüsseler Flughafen werden auch am Mittwoch keine Flüge starten. Die Lufthansa hat ihre Verbindungen bis einschließlich Sonntag gestrichen.

Schäden im Flughafen Brüssel-Zaventem Zur Großansicht
REUTERS

Schäden im Flughafen Brüssel-Zaventem

Im Laufe der Woche will der Flughafen in Brüssel zumindest teilweise wieder öffnen. Eine Sprecherin des Flughafens sagte am Dienstag, dass 20 Prozent des Betriebs anlaufen könnten. Der Zeitplan ist jedoch noch nicht klar. Ein Testlauf am Dienstag war wohl nicht erfolgreich, denn am Abend kündigten die Betreiber des Flughafens per Twitter an, dass es am Mittwoch noch keine Passagierflüge geben werde.

Vor einer Woche waren in der Abflughalle zwei Bomben explodiert. Mittels einer Behelfskonstruktion soll der durch die Detonationen schwer beschädigte Gebäudeteil des Flughafens umgangen werden. Bei dem Test sollen Sicherheit und Feuerschutz sowie Gepäckabfertigung und Beschilderung geprüft werden.

Wie die Koordinierungsstelle des Brüsseler Flughafens, BSC, mitteilte, erhielten zunächst nur einige wenige Flüge von Brussels Airlines, einer Lufthansa-Tochter, Starterlaubnis. Sobald die Kapazität hochgefahren werden könne, könnten andere Fluggesellschaften ihre Flugpläne einreichen.

Die Lufthansa selber hat bis einschließlich Sonntag alle Verbindungen von und nach Brüssel gestrichen, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. Inklusive des Zeitraums vom 22. bis zum 30. März dürften dann bis zum 3. April insgesamt 265 Flüge aus Frankfurt und München dorthin ausfallen. Hiervon seien rund 19.600 Lufthansa-Kunden betroffen. Seit dem 24. März gibt es einen Shuttlebusverkehr des Konzerns zwischen dem Flughafen Frankfurt und Brüssel, um einen verlässlichen Transport anzubieten.

Langstrecken-Jets von Brussels verlegt

Bei Brussels Airlines steigen seit dem Anschlag auf den Heimatflughafen die Verluste. Die Schließung des Airports Brüssel vor einer Woche koste das Unternehmen am Tag fünf Millionen Euro, sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter.

Neben den Umsatzausfällen setzten Brussels auch die Extraausgaben für die Umorganisation des Flugbetriebs zu. "Wir haben auf einen Schlag unsere Heimatbasis in Brüssel verloren." Im kleinen Belgien seien die Ausweichmöglichkeiten mit den Regionalflughäfen Antwerpen und Lüttich, die nun für Europaflüge genutzt werden, begrenzt.

Zudem seien vor allem Langstreckenjets an die Airports Frankfurt und Zürich verlegt worden. Die Crews müssten von Belgien eingeflogen werden. Dank der Maßnahmen könnte derzeit nur die Hälfte der üblicherweise 200 am Tag geplanten Flüge abheben. Insgesamt zählt Brussels 48 Maschinen, davon acht Langstreckenjets.

abl/Reuters

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