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Flugbegleiter-Streik: Lufthansa streicht 933 Flüge am Donnerstag

933 Flugstreichungen am sechsten Streiktag Zur Großansicht
DPA

933 Flugstreichungen am sechsten Streiktag

Auch am sechsten Tag des längsten Arbeitskampfes in der Unternehmensgeschichte der Lufthansa müssen wieder Hunderte Flüge gestrichen werden. Rund 107.000 Passagiere sind betroffen.

Der Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa trifft auch am Donnerstag wieder Zehntausende Passagiere. Die Airline gab die Streichung von insgesamt 933 Verbindungen an den Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf bekannt. Insgesamt annullierte das Unternehmen seit Beginn des UFO-Streiks am vergangenen Freitag 2800 Flüge.

Im Tarifstreit mit der Flugbegleitergewerkschaft dringt Lufthansa auf eine Schlichtung. Die Airline habe den Flugbegleitern schriftlich ein Angebot für eine Schlichtung ohne Vorbedingungen unterbreitet, teilte die Lufthansa in Frankfurt am Main mit. Das Angebot sei UFO bereits am Dienstag zugeschickt worden, die Gewerkschaft habe bislang aber nicht reagiert.

Hintergrund des Schreibens ist ein Angebot von UFO-Chef Nicoley Baublies. Er hatte am Dienstag vor Journalisten am Flughafen in Frankfurt am Main gesagt, die Gewerkschaft beende den Streik innerhalb von Minuten, wenn die Lufthansa zu einer Schlichtung ohne Vorbedingungen bereit sei. Das Unternehmen sei "sehr überrascht", dass UFO ihren am Dienstag eingebrachten Vorschlag offenbar nicht mehr aufrechterhalte, teilte die Lufthansa weiter mit. UFO war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Flugbegleitergewerkschaft hatte den laufenden Streik am Mittwoch noch einmal verschärft und bestreikt alle Flüge der Lufthansa an den Standorten Frankfurt am Main, München und Düsseldorf. Die Airline musste nach eigenen Angaben rund 930 Flüge streichen; knapp 100.000 Passagiere konnten nicht borden.

Lufthansa-Streik im November
Die Flugbegleiter der Lufthansa streiken - betroffen sind Flüge ab Frankfurt, München und Düsseldorf. Die wichtigsten Infos für Reisende finden Sie hier.

ele/AFP

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1. SPIEGEL-ONLINE-Leser wissen mehr ...
kleinkariertpingelig 11.11.2015
11.11.15 um 16:29 Lufthansa streicht 933 Flüge am Freitag Gibt "spon" sich nicht mal mehr Mühe die Schlagzeile auf Richtigkeit zu überprüfen? Letzten Freitag waren es 290, wie viele Flüge kommenden Freitag gestrichen werden ist meines Wissens noch ungewiss.
2. Spohr MUSS hart bleiben
weltenbummler20 11.11.2015
Trotz der anhaltenden Streiks soll Konzernchef Carsten Spohr nicht im gegenüber den Gewerkschaften nachgeben: „Spohr muss unbedingt den jetzigen Kurs einhalten, auch wenn das unpopulär ist“, sagt Sattelberger im Interview mit der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. Und warnt: „Es geht um die Existenz der Lufthansa. Augen auf und durch.“
3. Nichts Neues
INGXXL 11.11.2015
Wer noch bei der Lufthansa bucht ist selber Schuld. Innerhalb von Deutschland kann man mit der Bahn oder Auto fahren. Und außerhalb gibt es genug andere Airlines. Also Streikt solange weiter bis ihr arbeitslos seid
4. Typisches Arbeitgeberverhalten
K:F 11.11.2015
Wenn sie nicht weiterwissen, dann werden Gerichte bemüht. Wehe, das wagt der Arbeitgeber; dann ist es aber aus. Gut, das das Gericht den Steik nicht verboten hat.
5. Zwei Grossbetriebe gibt es in Deutschland,
fxe1200 11.11.2015
deren Führungsebene jeglichen Bezug zum Personal verloren und diese nur als ein notwendiges, wenn auch profitbringendes, Übel ansieht. Mit einer solchen Einstellung kann man langfristig KEIN Unternehmen zum Erfolg führen. Da gehört mehr dazu. Diese beiden Unternehmen, da muss man nicht lange raten, das ist die DB und die LH.
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Kampf um die Altersvorsorge
Worum geht es im Tarifstreit zwischen UFO und Lufthansa?
Zentraler Streitpunkt ist die Alters- und Übergangsversorgung. Zwar sollen die Flugbegleiter wie bisher mit 55 Jahren ausscheiden können, allerdings mit Abschlägen bei der Übergangsversorgung. Ab 56 Jahren wäre dies dann - bei einer Verzinsung des Vorsorgevermögens von 5,5 Prozent - ohne Abschläge möglich. Bisher garantiert die Lufthansa die Höhe der Beiträge mit einer Verzinsung von 6 bis 7 Prozent. In dem neuen Konzept ist dagegen keine feste Verzinsung vorgesehen, sie soll stattdessen von der Entwicklung am Kapitalmarkt abhängig sein. Damit müssten die Beschäftigten künftig das Risiko der Zinsentwicklung tragen. Bei der Betriebsrente soll dem Angebot zufolge - anders als bisher - Folgendes gelten: Wer länger fliegt, bekommt auch mehr Geld. Das kann nach Berechnungen von Lufthansa so weit gehen, dass ein Flugbegleiter, der bis zum Alter von 65 Jahren fliegt, eine Rente auf dem Niveau seines letzten Gehalts bekommt.
Was will UFO erreichen?
UFO versucht zu verhindern, dass die verschiedenen Unternehmensbereiche gegeneinander ausgespielt werden. Wichtig ist der Gewerkschaft deshalb, die Beschäftigungsbedingungen bei bestehenden Gesellschaften wie Lufthansa und Germanwings zu schützen. Zur Konfliktverschärfung trug allerdings die geplante Verlagerung von bisherigen Germanwings-Jets an eine österreichische Lufthansa-Tochter außerhalb des deutschen Tarifrechts bei.
Welche Tarifbaustellen gibt es noch bei Lufthansa?
Europas größte Fluggesellschaft führt derzeit mit mehreren Gewerkschaften getrennte Verhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen. Mit den Gewerkschaften VC wird derzeit nur für die Übergangsversorgung von rund 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo verhandelt. Der Dauerstreit kann nach bisher 13 Streikrunden durchaus wieder eskalieren. Mit Ver.di verhandelt die Airline für das Bodenpersonal. Hier ist nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers ein Abschluss bis Ende November angepeilt.