Pilotenstreik am Freitagabend Was Lufthansa-Kunden wissen müssen

Zum Anfang des Wochenendes treten die Piloten der Lufthansa in den Ausstand. Betroffen sind Reisende, die am Freitag ab 17 Uhr ab Frankfurt am Main fliegen wollen. Was bedeutet das für die Passagiere?

Lufthansa-Pilot: Die Gewerkschaft VC will streiken
REUTERS

Lufthansa-Pilot: Die Gewerkschaft VC will streiken


Wann und wo wird gestreikt?

Bestreikt werden sollen zwischen 17 und 23 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge, die vom größten deutschen Flughafen Frankfurt am Main abfliegen. Das teilte die Vereinigung Cockpit mit. Betroffen seien Flüge der Lufthansa mit den Flugzeugtypen Airbus A320-Family, Boeing B737 und Embraer.

Wie viele Flüge sind betroffen?

Im Streikzeitraum treffe die Ankündigung der Piloten eine "dreistellige" Anzahl von Flügen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Betroffen seien In- und Ausland - und damit auch andere Flughäfen. Einzelheiten nannte sie nicht. Die Lufthansa arbeite "mit Hochdruck" an einem Sonderflugplan.

Wo erhalte ich Auskunft zu meinem Flug?

Sobald Flüge gestrichen werden, listet die Lufthansa sie hier auf - gesucht werden kann über Flugnummer, Zeiten, Abflughafen und Zielflughafen. Den eigenen gebuchten Flug können Kunden hier überprüfen.

Wie soll ich mich verhalten?

Wer ein Ticket für den 5. September an oder nach Frankfurt am Main besitzt, kann dieses einmalig kostenlos unter "Meine Buchungen"umbuchen. Das teilt die Lufthansa auf ihrer Webseite mit.

Bei früheren Streiks konnten Kunden, die ihr Ticket online unter Lufthansa.comgekauft hatten und dessen Flug gestrichen wurde, ihren Flug kostenfrei stornieren.

Bei früheren Streiks konnten Lufthansa-Kunden bei innerdeutschen Flügen, die aufgrund des Streiks ausfallen, die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür mussten sie ihr Ticket online oder mobil über "Meine Buchungen" oder an einem Check-in-Automaten der Lufthansa in eine Fahrkarte umwandeln.

Wie kann ich bei einem Flugstorno mein Ziel erreichen?

Wer nicht mit der Bahn fahren kann oder will, hat auch die Möglichkeit mit Mitfahrgelegenheiten, Linienbussen oder Mietwagen zu reisen. Angebote gibt es auf den Seiten von mitfahrgelegenheit.de, Fahrgemeinschaften.de, Blablacar.de, Bessermitfahren.de oder Drivemee.de.

Das Angebot ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen - Verbindungen finden sich auf den Webseiten von Mein Fernbus, Deutsche Bahn, Flixbus und ADAC Postbus.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

Wer trägt die Kosten, wenn ich strande?

Nach der EU-Fluggastrechteverordnung muss eine Airline oder der Veranstalter seine gestrandeten Kunden betreuen - unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist oder nicht. Verpflegung samt Getränke sollten gestellt werden, und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Hotelkosten tragen.

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Hotlines von Veranstaltern:

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
lhhon 04.09.2014
1. Management muss entgegenkommen
Lh war die letzten 15 Jahre hochprofitabel! Trotzdem soll an langfristig zugesagten Renten und Versorgung langjähriger Mitarbeiter gespart werden!!! Eine Schande! Ich hoffe die Piloten können sich durchsetzen!!
mark615 04.09.2014
2. Freitag...
Warum eigentlich schon wieder an einem Freitag?
antisozi 04.09.2014
3. Skandalös
Hochbezahlte Spitzenverdiener nehmen Kunden in Geiselhaft. Hoffentlich geht es ihnen bald wie den Kollegen von SwissAir!!!
lhma 04.09.2014
4. LH Management muss und darf den Piloten nicht entgegenkommen
Der Airline Teil dieses Konzern hat ernsthafte Probleme und verdient kein Geld. Die Piloten leben in einer parallel-Welt, teuersten Hotels und die VC macht Gehirnwäsche ab dem ersten Tag der Ausbildung. Die stürzen mit ihren unangemessenen Ansprüchen den Konzern ins Verderben. Wissen die eigentlich was Bodenmitarbeiter verdienen?
blenderjay 04.09.2014
5. Neidhammeldebatte
geht schon wieder reflexartig los... "überbezahlt", etc... Piloten, Klinikärzte etc sind hochqualifizierte Arbeitnehmer, deren Pilotabschlüsse (sic!) den Trend für andere Berufsgruppen vorgeben... wer, wenn nicht diese Berufsgruppen, sollen sich dem "Aktionäre-zuerst"-Wahn entgegenstellen...? die Karstadt-Belegschaft...?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.