Lufthansa-Tarifkampf: "Der nächste Streik wird schnell kommen"

Nach dem Streik ist vor dem Streik: Kaum ist der Ausstand der Lufthansa-Flugbegleiter in Frankfurt beendet, droht die Gewerkschaft mit neuen Arbeitsniederlegungen - und die sollen nicht lange auf sich warten lassen.

Streikende in Frankfurt: Die Rollkoffer rollen wieder Fotos
DPA

Frankfurt am Main - Die Gewerkschaft Ufo hat den ersten Streiktag der Flugbegleiter der Lufthansa wie angekündigt um 13 Uhr beendet. Der achtstündige Arbeitskampf kurz vor dem Wochenende behinderte massiv den Betrieb an Deutschlands größtem Flughafen, 26.000 Reisende waren nach Lufthansa-Angaben davon betroffen. Ein Ufo-Sprecher sagte: "Das war ein Riesenerfolg, auch wenn es uns für die Passagiere und die Kollegen am Boden leidtut. Aber das muss jetzt sein."

Die Ufo sprach von 280 ausgefallenen Flügen. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte dagegen, 190 Flüge seien ausgefallen, davon sechs Interkontinental-Verbindungen. Am Nachmittag und Abend begann sich der Verkehr wieder zu normalisieren.

Das Chaos an deutschen Flughäfen dürfte sich aber schon bald fortsetzen: "Der nächste Streik wird schnell kommen", sagte der Ufo-Sprecher. Die Gewerkschaft wollte noch vor Samstag über die Fortsetzung ihres Arbeitskampfs entscheiden. Der achtstündige Ausstand müsse nun eingehender bewertet werden, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Nicoley Baublies.

Am Vormittag musste der Flughafenbetreiber Fraport auf die Bremse treten und für gut 90 Minuten alle Starts von einem deutschen oder einem europäischen Flughafen mit Zielort Frankfurt stoppen.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte angesichts des Streiks vor dem wachsenden Einfluss von Spartengewerkschaften. Der Ausstand der Flugbegleitergewerkschaft Ufo unterstreiche einmal mehr, "dass eindeutige Regeln notwendig sind, damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines Unternehmens wissen, woran sie sind", sagte Hundt der "Rheinischen Post".

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1. Ufo
mps58 31.08.2012
Spartengewerkschaften wie UFO zerstören unser in 60 Jahren gewachsenes Modell Deutschland. Streks dieser Art kannte man früher nur in Italien. Was aus der italienischen Luftfahrt zwischenzeitlich geworden ist, dürfte jedem bekannt sein.
2. Ach, der Herr Hundt mal wieder.
elwu 31.08.2012
"Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte angesichts des Streiks vor dem wachsenden Einfluss von Spartengewerkschaften." Klar: denn das sind die einzigen, die für die Beschäftigten wirklich etwas erreichen. Anders als die handzahmen DGB-Gewerkschaften, die in der übergroßen Koalition mit CDUCSUFDPSPDGrünen und den Arbeitgebern seit Ende der 90er die Lohnzuwächse im Schnitt knapp unter der Inflationsrate hielt.
3.
dig 31.08.2012
Zitat von mps58Spartengewerkschaften wie UFO zerstören unser in 60 Jahren gewachsenes Modell Deutschland. Streks dieser Art kannte man früher nur in Italien. Was aus der italienischen Luftfahrt zwischenzeitlich geworden ist, dürfte jedem bekannt sein.
Das in 60 Jahren gewachsenes Modell Deutschland wurde nicht von Gewerkschaften sondern von den BOSSEN zerstört.
4.
petsy157 31.08.2012
Zitat von sysopDPANach dem Streik ist vor dem Streik: Kaum ist der Ausstand der Lufthansa-Flugbegleiter in Frankfurt beendet, droht die Gewerkschaft mit neuen Arbeitsniederlegungen - und die sollen nicht lange auf sich warten lassen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,853207,00.html
Diese Aroganz der sogenannten Arbeitnehmervertreter ist schon nicht mehr in Worte zu fassen. Leider ist es in Deutschland nicht von Erfolg gekrönt, eine Gewerkschaft zu verklagen und diese für die angerichteten Schäden in Regress zu nehmen. Mein Tip an die Lufthansa, verlagert den Sitz der Personalgesellschaft ins Ausland und entlasst alle diese Quertreiber, die nur eines im Sinn haben, nämlich das Unternehmen zu vernichten. Aber ein anderer Vorschlag an die Gewerkschaften, wenn das Unternehmen durch positiven Einsatz der Mitarbeiter Gewinn erziehlt,zum Beispiel 20%, bekommt der Mitarbeiter genau 20% mehr Gehalt. Macht das Unternehmen Verluste, sinkt das Gehalt um die gleiche Höhe, somithat es die Gewerkschaft und jeder einzelne Mitarbeiter in der Hand, sein Gehalt zu steuern. Immer mehr mit festen Gehältern geht einfach nicht. Die LH ist eh schon eine der Teuersten und Unfreundlichsten Fluglinien auf dem Markt.
5. Augen auf bei der Berufswahl
beachboy67 31.08.2012
Logisch, dass die streiken, wenn deren Vorstellungen vom Beruf und die Realität nicht zusammenpassen, aber schon rein statistisch dürfte wohl jedem klar sein, dass nicht für jede Stewardess ein Flugkapitän zu haben ist... ;-)
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Flugbegleiter: Bewerbung, Ausbildung, Gehalt
Was verdient man als Flugbegleiter bei der Lufthansa?
Während der knapp dreimonatigen Ausbildung gibt es nur eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 380 Euro pro Monat. Angehende Flugbegleiter müssen sich neue Koffer und Schuhe kaufen; für die komplette Garderobe zahlen sie einen Eigenanteil von rund 300 Euro. Das Einstiegsgehalt liegt bei 1533 Euro, hinzu kommen eine Schichtzulage in Höhe von 16,3 Prozent, Urlaubsgeld in Höhe von 1023 Euro und "Abwesenheitsgeld" in Höhe von 42 Euro pro Tag bei kontinentalen Flügen und 48 Euro pro Tag bei interkontinentalen Flügen. Für Flugbegleiter, die bei dem Personaldienstleister Aviation Power angestellt sind, gelten andere Regeln.
Was ist der Unterschied zwischen Lufthansa und Aviation Power?
Die Arbeit ist identisch, Bezahlung und Ausbildung sind es nicht. Aviation Power ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Technik und der Zeitarbeitsfirma Manpower. Ihre Flugbegleiter werden als Leiharbeiter für zwei Jahre zur Lufthansa entsandt. Sie haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag, aber nicht mit Lufthansa, sondern mit Aviation Power. Wenn sie nach zwei Jahren weiter in Lufthansa-Flugzeugen arbeiten wollen, müssen sie neu anheuern - erhalten aber wieder nur das Einstiegsgehalt. Und für das müssen sie neun Prozent mehr arbeiten als Lufthansa-Flugbegleiter. Gespart wird auch bei der Ausbildung: Die Leiharbeiter werden nur sechs statt zwölf Wochen geschult und statt drei Trainingsflügen gibt es nur einen.
Wer kann sich bewerben?
Bewerben kann sich jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist, eine abgeschlossene Schulausbildung hat, Deutsch und Englisch fließend spricht und mindestens 1,60 Meter groß ist. Weitere Bedingungen: Angemessenes Körpergewicht und eine Sehschärfe zwischen plus und minus fünf Dioptrien. Außerdem sollen die Interessenten bereit sein zu Schichtdiensten und einen Rechner mit Internet haben.
Wie bewirbt man sich?
Bewerben kann man sich online über die Internetseite der Lufthansa - auch für Stellen, die vom Personaldienstleister Aviation Power ausgeschrieben sind. Bewerber müssen einen Internettest, ein Telefoninterview und ein Assessment-Center überstehen.
Was lernt man dort?
Die Zwölf-Wochen-Ausbildung bei Lufthansa besteht aus einem Online-Vorkurs, Training am Boden und drei internationalen Einweisungsflügen. Das Training am Boden findet in einer unbeweglichen Attrappe statt - einem Schulungsraum mit Business-Class-Sitzen, nachempfundenen Flugzeugfenstern auf der einen und einer Glaswand auf der anderen Seite plus Bordküche. Zu den Praxisübungen gehören: Feuer löschen, Fluggäste über Rettungsrutschen sicher aus dem Flugzeug bringen, aufgebrachte Gäste beruhigen. Dazu kommen Theoriekurse etwa über Weinkunde oder professionelles Auftreten.
Gibt es eine Abschlussprüfung?
In den Kursen stehen die angehenden Stewardessen und Stewards unter ständiger Beobachtung. Mit Multiple-Choice-Tests und praktischen Übungen wird das Wissen und Können am Ende der Ausbildung geprüft.
Welche Kleidervorschriften gibt es?
Flugbegleiter bei der Lufthansa tragen Röcke oder Hosen mit weißen oder dunkelblauen Blusen und gelben oder blauen Tüchern. Bei Frauen sind Schuhe mit Absätzen vorgeschrieben: Sie dürfen nicht niedriger als fünf und nicht höher als sieben Zentimeter sein. Röcke dürfen nicht kürzer sein als etwa zwei Finger breit über dem Knie.
Infos zum Flugverkehr und Reiseveranstalter
Flughäfen
Fluglinien
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Airlines auf diesen Websites bekannt:

Air Berlin: 01805-737800
Air France: 0180-5830830
British Airways: 01805-266522
Condor: 0180-5767757
Germanwings: 0900-1919100
Iberia: 01805-442900
Lufthansa: 01805-805805
Ryanair: 0900-1160500
SAS Scandinavian Airlines: 01805-117002
Southwest Airlines
Tuifly: 0900-10002000
United Airlines: 069-50070387

Bei Anrufen aus dem Festnetz an die 01805-Nummern entstehen Kosten von 0,14 Euro/Minute, an die 0900-Nummer von bis zu 0,99 Euro/pro Minute.
Reiseveranstalter
TUI: 01805/884266
Thomas Cook: 01803/607090
Neckermann: 01803/901045
Alltours: 0203/3636360
Dertours: 01805/337666
FTI: 089/710451498
L'tur: 00800/21212100
Schauinsland: 0203/994050
ITS: 01805/670130
Tjaereborg: 01805/670140
Jahn: 01805/670120


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