Die Lufthansa und ihre Piloten Der Streik in Zahlen

Zahlen, bitte! Wie viel arbeiten Piloten wirklich? Was verdienen sie? Wie teuer kommt der Streik die Lufthansa? Eine Zusammenstellung.

Stornierte Lufthansa-Flüge: 5400 Piloten legen die Arbeit nieder
REUTERS

Stornierte Lufthansa-Flüge: 5400 Piloten legen die Arbeit nieder


  • 29 bis 33 Monate mindestens dauert bei der Lufthansa die Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer an der Bremer Verkehrsfliegerschule.
  • Etwa 30 Prozent Einkommensverbesserungen haben die Piloten und ihre Gewerkschaft Cockpit nach mehreren Arbeitsniederlegungen im Jahr 2001 erkämpft.
  • 40 Prozent der gesamten Versorgungsaufwendungen, die die Lufthansa für rund 84.000 aktive oder frühere Mitarbeiter im Inland leistet, kommen den rund 8400 Piloten zugute, also zehn Prozent der Belegschaft.
  • Über 60 Prozent des Monats ist ein Pilot im fliegerischen Einsatz - nur ein Drittel der Zeit ist er zu Hause.
  • Um 60 Prozent, auf mehr als eine Milliarde Euro, hat Lufthansa im Jahr 2013 ihren Gewinn gesteigert, wenn alle einmaligen Posten aus dem Ergebnis herausgerechnet werden.
  • 80 Stunden Flugdienst pro Monat dürfen Piloten laut Gesetz höchstens im Cockpit arbeiten. Ein Flugeinsatz kann samt Vorbereitungen und Wartezeiten bis zu 16 Stunden dauern. Insgesamt ergibt sich eine 40-Stunden-Woche.
  • Zu 235 Zielen in 78 Ländern fliegen die Piloten von Lufthansa und Germanwings ihre Kunden laut kommendem Sommerflugplan.
  • 3800 Flüge werden während des Drei-Tage-Streiks gestrichen.
  • 5400 Piloten legen von Mittwoch bis Freitag die Arbeit nieder.
  • 20.000 zusätzliche Passagiere pro Tag beschert der Pilotenausstand der Bahn, am Freitag werden es noch mehr.
  • 60.000 bis 80.000 Euro kostet die Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer laut der Vereinigung Cockpit.
  • Um 124.000 Euro pro Jahr geht es bei der Übergangsversorgung für einen 55-jährigen Flugkapitän bis zum Eintritt ins offizielle Rentenalter.
  • 150.000 E-Mails und SMS mit Streikinformationen hat Lufthansa nach eigenen Angaben an seine Kunden verschickt.
  • Bis zu 150.000 Euro pro Jahr verdienen die Kapitäne der zum Lufthansa-Konzern gehörenden Swiss.
  • Rund 260.000 Euro inklusive Zulagen im Jahr verdient ein Lufthansa-Pilot, der im Laufe seiner Karriere alle Gehaltsstufen durchlaufen hat.
  • 425.000 Fluggäste von Lufthansa und Germanwings sind vom dreitägigen Streik betroffen.
  • Im "mittleren einstelligen" Millionenbereich wird nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport der Umsatzverlust des Flughafens durch entgangene Passagier-, Start- und Landegebühren liegen.
  • Mit rund 25 Millionen Euro könnte jeder Streiktag laut Schätzungen negativ zu Buche schlagen - die Lufthansa geht offiziell von einem "hohen zweistelligen Millionenbetrag" für die drei Tage aus.
  • 104,6 Millionen Fluggäste beförderte die Lufthansa mit Germanwings, Swiss und Austrian Airlines im Jahr 2013.
  • 181 Millionen Fluggäste starteten und landeten 2013 auf deutschen Flughäfen, täglich sind das im Schnitt knapp 500.000 Passagiere.
  • Mehr als 1 Milliarde Euro Rückstellungen hat die Lufthansa für die Rente ihrer Piloten mit 55 Jahren gebildet.
  • Rund 2,6 Milliarden Passagiere wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2012 über die Schiene befördert, das sind 14-mal so viele Reisende wie beim Flugverkehr.
  • 5,9 Milliarden Euro wendete der Lufthansa-Konzern 2013 für die Löhne und Gehälter und knapp 1,5 Milliarden Euro für soziale Abgaben oder die Altersversorgung auf.

mkü/aci/abl/dpa



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insgesamt 115 Beiträge
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Seite 1
kalim.karemi 03.04.2014
1. Mein Beileid
Zitat von sysopREUTERSZahlen, bitte! Wie viel arbeiten Piloten wirklich? Was verdienen sie? Wie teuer kommt der Streik die Lufthansa? Eine Zusammenstellung. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/lufthansa-streik-piloten-verdienen-260-000-euro-im-jahr-a-962200.html
zur 40 Stundenwoche, zu Einstiegesgehalt, Ausbildungskosten und diesem stressigen Job. Auf einem 16 Stundenflug inclusive Wartezeiten wechselt sich die Crew ab, die Ruhezeiten zählen dann wohl auch zur Arbeitszeit? Kein Problem, ich find das ist ok. Nur das Jammern kann ich nicht hören. Ich bin gern bereit zu tauschen und diesen stressigen, öden, verantwortungsbeladenen Job zu übernehmen. Jungs, ihr gehört zu den bestbezahlten Piloten weltweit. Wer mit 55 keinen Bock hat mehr zu fliegen oder noch 10 Jahre neben Altersteilzeit bei einer ausländischen Airline rumjetten möchte kann doch aussteigen. Warum nicht zu Konditionen wie die Krankenschwester oder Polizeibeamter. Ich kann mir vorstellen, den reicht es mit 55 auch. Viele Grüße, muss nächste Woche wieder mit Euch fliegen. Habt Glück, dass ich AB nicht abkann und scharf auf meine Meilen bin.
Albatros 03.04.2014
2. 30%
"Etwa 30 Prozent Einkommensverbesserungen haben die Piloten und ihre Gewerkschaft Cockpit nach mehreren Arbeitsniederlegungen im Jahr 2001 erkämpft " Dann muss man auch sagen, dass die Piloten 1992 auf 30% Gehalt verzichtet haben zur Sanierung der Firma und es damals ein Versprechen von der LH gab den Gehaltsverzicht wieder aufzustocken. Das vergaß die LH jedoch 2001 weswegen damals gestreikt werden musste. Weitere Zahlen. In den letzten 13 Jahren wurde die Lufthansa an 3 Tagen bestreikt von den Piloten.
visitor_2007 03.04.2014
3. Preis und Wert..
Zitat von sysopREUTERSZahlen, bitte! Wie viel arbeiten Piloten wirklich? Was verdienen sie? Wie teuer kommt der Streik die Lufthansa? Eine Zusammenstellung. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/lufthansa-streik-piloten-verdienen-260-000-euro-im-jahr-a-962200.html
Mein Leben ist kostbar - daher sollten diejenigen, die es transportieren auch entsprechend belohnt werden, ob nun Piloten oder Lokführer oder Omnibusfahrer. Ebenso sollte auch das Pflegepersonal im Krankenhaus entsprechend belohnt werden. Wem nützt denn die Aldisierung der Welt - höchstens den Gebrüdern Albrecht oder dem Chef von Walmart. Für sehr sehr viele andere ist die Aldisierung eine Katastrophe.
DansOpDeDeel 03.04.2014
4. Richtigstellung
Welches sind Ihre Quellen? Ich möchte gerne einmal die Zahlen richtig stellen. Die Einsatzpläne von Piloten sind so unterschiedlich, wie es nur möglich ist. Jede nachdem, ob Kurz- oder Langstrecke, Personen oder Fracht transportiert werden. Gemein haben die Monatspläne nur eine, vom Gesetzgeber limitierte, maximale Dienstzeit von 190 Stunden im Monat (siehe EU-OPS* 1.1100). Jedem Piloten in Europa stehen 36 freie Stunden am Stück in einem Zeitraum von 7 Tagen zu. Jeden Monat müssen insgesamt 7 Tage zu Hause möglich sein (EU-OPS 1.1090). Heisst also: Der Pilot ist bis zu 75% des Monats im Dienst. Bereitschaftsdienste mit Verfügbarkeit innerhalb einer Stunde gehören auch zum Einsazspektrum. Die maximale Länge eine Arbeitsschicht beträgt im sogenannten „verstärkten Crewkomplement“, d.h. mit drei Piloten im Cockpit auf Ultralangstrecken mit Sonderentscheid des Kommandanten bis zu 21 Stunden. Besondere Umstände wie schlechtes Wetter u.Ä. gehen nicht ein. (EU-OPS 1.1105). *Zur Erklärung: Die europäische Regelung EU-OPS legt die Regeln für den gewerblichen Betrieb von Luftfahrzeugen fest.
fleischwurstfachvorleger 03.04.2014
5. Postbote vs. Pilot
Zitat von sysopREUTERSZahlen, bitte! Wie viel arbeiten Piloten wirklich? Was verdienen sie? Wie teuer kommt der Streik die Lufthansa? Eine Zusammenstellung. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/lufthansa-streik-piloten-verdienen-260-000-euro-im-jahr-a-962200.html
Hab gestern in den Nachrichten gesehen, dass die Post bald 5 Milliarden Gewinn im Jahr machen wird. Heißt das dann, analog zu den Forderungen der LH-Piloten, dass unser Postbote ein Gehalt von ca. 20.000 € nach Hause tragen darf? Da wird er sich aber freuen!!
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