Mehrtägiger Streik Was Lufthansa-Passagiere jetzt wissen müssen

Lufthansa-Kunden müssen sich auf einen mehrtägigen Streik mit vielen Flugausfällen einrichten. Die Flugbegleiter beginnen ihren Ausstand um 14 Uhr. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Tagelang Ärger für Passagiere durch Streiks
REUTERS

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Tagelang Ärger für Passagiere durch Streiks


Wann und wo wird gestreikt?

Ufo will von 14 bis 23 Uhr am Freitag streiken: Betroffen sind alle Flüge von Frankfurt und Düsseldorf, teilte die Flugbegleiter-Gewerkschaft am Freitag mit. Für den morgigen Samstag sei mit weiteren Streiks zu rechnen. Am Sonntag werde es keine Arbeitsniederlegungen geben, da davon vor allem Privatreisende betroffen wären.

In München werde bis einschließlich Sonntag nicht gestreikt, da in Bayern und Baden-Württemberg noch Herbstferien sind. Sollte die Lufthansa nicht einlenken, werde UFO die angekündigten Streiks zunächst bis zum kommenden Freitag fortsetzen.

Die Lufthansa habe für den Ersatzflugplan verschiedene Szenarien entwickelt, die im Streikfall aktiviert würden, sagte ein Sprecher vor der Ankündigung durch Ufo.

Der Arbeitskampf betrifft nur die Lufthansa selbst und nicht die Konzerntöchter Germanwings, Eurowings, Austrian Airlines, SWISS, Air Dolomiti oder Brussels Airlines. Auch einzelne Lufthansa-Fernstrecken, die von der Lufthansa Cityline betrieben werden, dürfen laut Ufo-Streikfibel nicht bestreikt werden.

Wie erfahre ich, ob mein Flug betroffen ist?

Auf der Lufthansa-Webseite werden die Ausfälle gemeldet. Kunden, deren Flug streikbedingt gestrichen wird, können unter "Meine Buchungen" kostenfrei umbuchen oder ganz stornieren. Dort sollten auch Alternativvorschläge für ihre geplante Route zu finden sein. Außerdem werden Kunden, die ihre Mobilfunknummer im Kundenprofil oder unter "Meine Buchungen" auf Lufthansa.com hinterlegt haben, per SMS über etwaige Streichungen informiert.

Wie kann ich bei einem Flugstorno mein Ziel erreichen?

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Die Lufthansa bietet innerdeutsch reisenden Kunden an, ihr Flugticket in eine Bahnfahrkarte umzutauschen. Das geht ebenfalls auf der Webseite "Meine Buchungen" oder an Lufthansa Check-in-Automaten.

Wer trägt die Kosten, wenn ich strande?

Nach der EU-Fluggastrechteverordnung muss eine Airline oder der Veranstalter seine gestrandeten Kunden betreuen - unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist oder nicht. Verpflegung samt Getränken sollte gestellt werden, und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Hotelkosten tragen.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?

Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage laut Reiserechtler Paul Degott etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadensersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Hotlines von Veranstaltern:

sto/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tomblu 05.11.2015
1. Am besten...
... nicht Lufthansa buchen. Sind staendig am Streiken. Bei anderen Linien ist das Risiko deutlich geringer.
filimou 05.11.2015
2. Bevor man hier diskutiert,
müsste man erst mal wissen, wieviel Flugbegleiter/innen bei der Lufthansa verdienen, ab welchem Alter und mit welchem Ruhegehalt sie in Rente gehen. Erst dann kann man beurteilen, ob die Forderungen berechtigt oder überzogen sind.
alyeska 06.11.2015
3. Der Kunde ist der Doofe
Aber schön das es gute bis sehr gute Alternativen zu Lufthansa gibt. Ich spiele jedenfalls das Spiel der LH nicht mehr mit. Komme gerade aus LA mit Lufthansa mit jede Menge Kritik im Gepäck.
cabeza_cuadrada 06.11.2015
4. Wozu?
Fakt ist, die Gewerkschaft will mehr Geld für seine Mitglieder. Das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun sondern mit Macht. http://www.welt.de/wirtschaft/article109074745/So-viel-verdienen-Flugbegleiter-der-Lufthansa.htmlhttp://www.welt.de/wirtschaft/article109074745/So-viel-verdienen-Flugbegleiter-der-Lufthansa.html Die Grundvergütung beträgt Berufsanfänger seit 2009 rund 1533 Euro und endet bei 4353 Euro für einen Purser. Da kommen noch Zulagen dazu. Insgesamt verdient ein Flugbegleiter in Vollzeit mit fünf Jahren Betriebszugehörigkeit im Schnitt mit allen Extras rund 40.000 Euro. Nicht schlecht oder? Voraussetzung ist übrigens ein Hauptschulabschluss und die Ausbildungsdauer ist 8 Monate. Ha Ha... Mal bitte Hand hoch wer jahrelang studiert hat und weniger als 40k im Jahr verdient. Ätsch....
hevopi 06.11.2015
5. Zum Glück gibt es genug Alternativen,
sich auf Streik-airlines einzulassen ist sicher keine Lösung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.