Platzreservierung und Speisen: Lufthansa und TUIfly führen neue Gebühren ein

Wer sich seinen Wunschsitzplatz früh sichern will, muss zahlen. Die Lufthansa will ihren Economy-Kunden so auch den First-Class-Service anbieten - allerdings kostenpflichtig. TUIfly kassiert dagegen jetzt auch für Verpflegung an Bord und senkt die Gepäckfreigrenze.

TUIfly: Wer nicht hungern will, muss zahlen Zur Großansicht
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TUIfly: Wer nicht hungern will, muss zahlen

Hannover/Frankfurt/Main - Die Lufthansa will künftig Geld für Sitzplatzreservierungen nehmen. Zahlen sollen Passagiere, die sich frühzeitig einen Wunschplatz sichern wollen, wie die Airline mitteilte. Das neue System kommt demnach bereits in diesem Jahr.

"Wir führen eine Sitzplatzreservierung gegen Entgelt für die Economy-Tarife ein", sagte der Chef der Lufthansa-Passagiersparte, Jens Bischof, dem Fachmagazin "fvw". Das Angebot richtet sich an jene Economy-Kunden, die sich schon vor dem offiziellen Check-in einen Platz sichern wollen. Bislang können Kunden in der günstigsten Tarifklasse Plätze nur innerhalb des 23-stündigen Check-in-Zeitraums vor Abflug auswählen.

Die Preise für die Sitzplatzreservierung sollen sich Bischof zufolge "im Marktumfeld" bewegen. Auf Europastrecken sind bei der Konkurrenz häufig zwischen 5 und 15 Euro fällig, auf Langstrecken können es bis zu 40 Euro sein. Die Reservierung soll zunächst nur via Reisebüro und im zweiten Schritt auch online buchbar werden.

In der Ersten Klasse und der Business Class könnten Kunden bereits die Plätze beim Ticketkauf frei wählen, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Auch Vielfliegern in der Economy Class sei dies bereits möglich. Mit dem neuen Angebot reagiere die Lufthansa auf Kundenwünsche. Aufgrund des Wettbewerbs steht Deutschlands größte Fluggesellschaft aber auch unter massivem Kostendruck.

TUIfly: Weniger Gepäck und Aufpreis für Speisen

Der Reiseveranstalter TUI lässt die Gäste seiner deutschen Billigmarken 1-2-Fly und Discount Travel künftig extra für Essen und Trinken zahlen. Sie, aber auch die Gäste mit einem reinen Flugticket der Konzernfluglinie TUIfly, dürften zudem ohne Extrakosten nur noch 15 Kilogramm Freigepäck mitnehmen, wie TUI Deutschland in Hannover ankündigte.

Von kommendem Sommer an muss Mehrgepäck vorher gebucht werden, für Verpflegung müssen die Kunden an Bord bezahlen. Anders sieht es für Urlauber aus, die ihre Reise mit den Marken TUI, Airtours oder Robinson gebucht haben: Sie dürften auch künftig 20 Kilogramm Gepäck kostenlos aufgeben und werden mit freiem Essen und alkoholfreien Getränken an Bord versorgt.

TUI begründete die Entscheidung mit den Ergebnissen einer Umfrage. Kunden sei ein sicherer und preisgünstiger Flug wichtiger als zusätzlicher Service. Durch die neuen Tarife entstünden Preisvorteile von bis zu fünf Prozent. Die neuen Regelungen gelten für Buchungen ab dem 10. September für Reisen, die ab 1. Mai 2014 stattfinden.

Für einen Aufpreis bietet TUI außerdem ein Komfortpaket mit mehr Ellenbogenfreiheit, einem ausgefalleneren Essen und alkoholischen Getränken und einem bevorzugten Einstieg ins Flugzeug an.

abl/AFP/dpa

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1. Was ist denn
bers 05.09.2013
Ja, wovon ist das freies Essen frei?
2. Wucher!
NorbertNachtweih 05.09.2013
Ich glaube, hier sollte der Verbraucherschutz eingreifen. Fluggesellschaften verschleiern schon seit langer Zeit, wofuer der Gesamtpreis eines Fluges eigentlich verwendet wird. Fuer einen Flug von New York nach Frankfurt zeigt die liebe Lufthansa z.B. an, dass der Flugpreis $456 kostet. Leider fallen jedoch $700,89 Gebuehren & Steuern an, sodass der Gesamtpreis bei $1156,89 liegt. Schaut man sich dann an, wofuer die $700,89 Gebuehren anfallen, stellt man schnell fest, dass der Grossteil wohl an die Fluggesellschaft geht. Der Treibstoffzuschlag war vielleicht einmal gerechtfertigt, als der Oelpreis bei ueber $140 stand, doch seitdem ist der Preis wieder stark gefallen. Nur nicht bei den Flugpreisen. Die Preise der Lufthansa haben sich in den letzten Jahren praktisch verdoppelt! Treibstoff- und Sicherheitszuschlag USD 536,00 Zoll Benutzergebühr USD 5,50 Beförderungssteuer USD 17,20 Beförderungssteuer USD 17,20 APHIS Benutzer Gebühr USD 5,00 Einreisebenutzergebühr USD 7,00 Passagier Luftverkehrssicherheitsgebühr USD 2,50 Luftverkehrsteuer USD 55,55 Passagier Servicegebühr International USD 41,09 Flughafensicherheitsgebühr USD 9,35 Passagiereinrichtungsgebühr USD 4,50 Summe USD 700.89 Ueberall in der freien Marktwirtschaft wird Wettbewerb gefoerdert, damit Verbraucherpreise (Inflation) nicht zu stark ansteigen; nur nicht in der Luftfahrtindustrie, wo die LH in Deutschland quasi ein Monopol hat ... die wenigen Konkurrenten, die es gibt, sind dann auch gleich in die Star Alliance mit einbezogen ... das kann so nicht weitergehen ...
3. ....
nixkapital 05.09.2013
Zitat von NorbertNachtweih...Ueberall in der freien Marktwirtschaft wird Wettbewerb gefoerdert, damit Verbraucherpreise (Inflation) nicht zu stark ansteigen; nur nicht in der Luftfahrtindustrie, wo die LH in Deutschland quasi ein Monopol hat ... die wenigen Konkurrenten, die es gibt, sind dann auch gleich in die Star Alliance mit einbezogen ... das kann so nicht weitergehen ...
Wovon reden Sie? Die Lufthansa konkurriert mit europäischen und internationalen Airlines. Allein in Deutschand tummeln sich Ryanair, Air Berlin, Germania und viele weitere. Schauen Sie doch einmal auf die Abflugtafeln an den Flughäfen. Dass die LH quasi ein Monopol hat, ist ein Schmarren. Und was ist mit den Flugpreisen? Schauen Sie doch mal, wieviele Deutsche im Sommer in "Malle" einfallen. Die kommen nicht mit dem Bus. Und die zahlen auch nicht viel für ihren Flug. Alles LH-Kunden, die viel zahlen (Quasi-Monopol?) oder doch nicht. Was denn nun?
4. Idiotischer Kreislauf
quark@mailinator.com 05.09.2013
Irgendwie ist das doch absurd. Zunächst gibt es einen niedrigen Preis, in welchem alles drin ist. Dann nimmt man irgendwas raus und läßt extra zahlen, was alle anderen dann auch machen ... und durch Konkurenz ist man in Summe wieder da, wo man vorher war. D.h. der Kunde zahlt wieder den niedrigen Preis, hat aber mehr Streß, weil er sich durch all die Optionen hangeln muß. Sowas ist Mist für den Kunden und bringt die Airlines auch nicht weiter. Ich warte darauf, daß sich dieser extreme Wettbewerb auf die Flugsicherheit auswirkt. Kann nicht ewig gutgehen sowas ... Beispiel: Bin letztens eine europäische Strecke mit Lufthansa für unter 70 EUR geflogen - über 2 Stunden. Dafür komm ich MIT Bahncard50 nicht von Hamburg nach Karlsruhe (oder wenn, dann nur gerade so). Einerseits ist das vielleicht ganz schön, aber andererseits hätte ich lieber das Doppelte bezahlt, dafür etwas höheren Abstand zwischen den Sitzen und ggf. mehr als ein aufgewärmtes Baguette gehabt - obwohl ich sagen muß, daß die Verpflegung für den extremen Niedrigpreis schon sehr gut war. Bei anderen bekommt man da nicht mal ein Getränk. Andererseits will ich auch nicht Business Class fliegen und dann das 10fache zahlen, nein, die ALTE Economy wäre mir recht gewesen (wie vor 20 Jahren oder so).
5. Es gibt eine Menge Wege....
shardan 05.09.2013
.. Kunden zu den Billigfliegern zu treiben. das ist einer davon.
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