Luftraumsperren gelockert: Ferienflieger holen Zehntausende Touristen zurück

2. Teil: Die Situation in Europa - wo es derzeit Starts und Landungen gibt, lesen Sie hier

Foto: DDP

  • Deutschland: In Frankfurt, Berlin, München, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart fanden am Dienstagvormittag wieder Starts und Landungen statt. Der Flughafen München teilte mit, ein Aufkommen von bis zu 40 Prozent eines normalen Flugtages sei erreichbar - das wären mehr als 450 Flüge.
  • Großbritannien: Weil hier Meteorologen vor einer erneut kritischen Situation durch die Aschewolke warnten, konnte auch am Dienstag die schrittweise Öffnung des Luftraumes nicht wie geplant eingeleitet werden. Nur in Schottland wurde der Himmel freigegeben, am Morgen fanden bereits einige Inlandsflüge statt. Die Beschränkungen für Nordengland und Wales dagegen sollen frühestens um 20 Uhr aufgehoben werden. Europas wichtigstes Drehkreuz, der Londoner Flughafen Heathrow, bleibt weiter von den Behinderungen betroffen.
  • Frankreich: Am Dienstag soll es eine schrittweise Öffnung des Luftraumes geben. In Frankreich haben die ersten Flughäfen im Norden des Landes allmählich wieder den Betrieb aufgenommen. Auch an den beiden Pariser Flughäfen starteten und landeten Maschinen. Auf dem Flughafen Charles de Gaulle startete die erste Flugzeuge seit Donnerstag in Richtung New York. Verkehrsminister Jean-Louis Borloo rechnete mit etwa 20 Prozent des üblichen Flugverkehrs am Dienstagvormittag. Die Air France teilte mit, sie wolle bei Langstreckenflügen ab Paris zum Normalbetrieb zurückkehren.
  • Italien: Ab Dienstagmorgen sollten alle Flughäfen wieder in Betrieb gehen.
  • Spanien: Alle spanischen Flughäfen waren bereits am Montag wieder geöffnet, nachdem am Sonntag einige Airports im Norden und Osten vorübergehend dicht waren.
  • Belgien: Hier haben die Flughäfen ihren Betrieb wieder aufgenommen. In der Hauptstadt Brüssel landete am Morgen eine erste Maschine aus dem türkischen Antalya, wie auf der Web-Seite des Flughafens zu sehen war. Belgien hat seinen Luftraum seit 8 Uhr am Morgen wieder offiziell geöffnet. "Der Flugverkehr wird nach und nach zunehmen und in den nächsten Tagen zur Normalsituation zurückkehren", schrieb der Flughafen Brüssel im Internet. Neben Landungen seien einige Abflüge nach Afrika geplant. Allerdings blieben auch am Vormittag die meisten Flüge gestrichen. Die Flughäfen in Brüssel, Charleroi und Lüttich wollen im Laufe des Tages etwa 50 Prozent ihrer Kapazitäten erreichen. Die Fluggesellschaft Brussels Airlines kündigte für den Mittag wieder Flüge an.
  • Schweiz: Ab Dienstagmorgen sollen alle Flughäfen wieder in Betrieb gehen. Am Flughafen Zürich startete kurz nach 8 Uhr eine erste Maschine, wie die Behörden mitteilten. Die seit drei Tagen bestehende Luftraumsperre über der Schweiz war vom Bundesamt für Zivilluftfahrt aufgehoben worden. "Die Aschewolke liegt zwar vorerst immer noch über der Schweiz, ihre Konzentration hat jedoch beträchtlich abgenommen", hieß es in einer Mitteilung von Montagabend. Testflüge und Messergebnisse hätten gezeigt, dass der Flugverkehr wieder aufgenommen werden könne.
  • Niederlande: Am Dienstag soll es eine schrittweise Öffnung des Luftraumes geben. Am Montagabend konnten drei KLM-Flugzeuge von Amsterdam aus nach New York, Dubai und Shanghai starten. Die Fluggesellschaft teilte mit, die meisten Interkontinentalflüge vom Flughafen Schiphol bei Amsterdam sowie 50 Prozent der europäischen Flüge würden bereits wieder stattfinden.
  • Dänemark: Hier sind auch am Dienstag keine Starts oder Landungen von Flugzeugen möglich. Die nationale Luftfahrtbehörde hat die Sperrung aller Flugplätze bis 2 Uhr am Mittwochmorgen verlängert. Sie begründete die Maßnahme mit dem anhaltenden Zustrom von Vulkanasche aus Island.
  • Finnland: Der Luftraum hier wurde bis Mittwoch um 6 Uhr gesperrt.
  • Schweden: Der Luftraum ist für Flüge nördlich der Linie Strömstad/Norrköping offen.
  • Norwegen: Der Luftraum ist teilweise gesperrt. Geschlossen sind unter anderem die Flughäfen in Bergen, Stavanger, Haugesund und Kristiansand. Der Flughafen Oslo dagegen ist offen.
  • Ungarn: Hier konnte der Luftraum am Vormittag vollständig freigegeben werden.
  • Polen: Der Luftraum wurde am Dienstagmorgen wieder gesperrt.
  • Tschechien: Der Luftraum ist seit Montag 12 Uhr wieder offen.

sto/dpa/AFP/apn/Reuters

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insgesamt 16 Beiträge
Klymer 20.04.2010
was ist jetzt das? reich ins heim? oder luftbrücke?? was man nicht alles kommentieren kann
Zitat von sysopEine solche Rückholaktion hat es hierzulande noch nie gegeben: Die großen deutschen Reiseveranstalter wollen bis zum Abend mehr als 35.000 Fluggäste nach Hause bringen. Die meisten können Sonderflüge nutzen - andere erlebten tagelange Odysseen mit Bussen und Fähren. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,690123,00.html
was ist jetzt das? reich ins heim? oder luftbrücke?? was man nicht alles kommentieren kann
heuwender 20.04.2010
Dass sich die Natur rächt, dürfte wohl jetzt auch dem letzten Mohikaner klar sein.Kein Tier ist so doof und macht sich seinen Lebensraum kaputt,aber die Krone der Schöpfung der Mensch(er bildet sich das ein dass er das ist)ist so [...]
Dass sich die Natur rächt, dürfte wohl jetzt auch dem letzten Mohikaner klar sein.Kein Tier ist so doof und macht sich seinen Lebensraum kaputt,aber die Krone der Schöpfung der Mensch(er bildet sich das ein dass er das ist)ist so was von blöd,doch keiner will es wahrhaben.Hurra noch leben wir,aber wie lange noch????Lasst doch die Touristen in den Urlaubsgebieten warten,bis die Luft wieder rein ist,denn dann können sie sich besinnen ob man immer noch überall hinfliegen muß.
rkinfo 20.04.2010
Und es ist nicht mal klar wie es nach Di 20 Uhr weiter geht. Ob Veranstalter, ob Touristen, alle wurden ja täglich 3-4 mal neu vertröstet. Und dies obwohl die Meterolgen schon seit Freitag eine lange gleichmäßige Wetterlage [...]
Zitat von sysopEine solche Rückholaktion hat es hierzulande noch nie gegeben: Die großen deutschen Reiseveranstalter wollen bis zum Abend mehr als 35.000 Fluggäste nach Hause bringen. Die meisten können Sonderflüge nutzen - andere erlebten tagelange Odysseen mit Bussen und Fähren.
Und es ist nicht mal klar wie es nach Di 20 Uhr weiter geht. Ob Veranstalter, ob Touristen, alle wurden ja täglich 3-4 mal neu vertröstet. Und dies obwohl die Meterolgen schon seit Freitag eine lange gleichmäßige Wetterlage incl. Asche vorher sahen. *Chaos pur* - veranstaltet von inkompetenten Behörden und dem Star-Politiker Ramsauer. Wobei die Briten per Flugzeugträger schon monumentaler auftreten können. Wie wärs mit Evakuierung aus Malle per deutschen U-Boot ? Aber dabei bitte nicht die Staubfilter gegen Todesasche vergessen ... Wäre es nach den Bürokraten gegangen dann würden heute noch ALLE irgendwo ratlos stehen ... und ewig verschob das Murmeltier Ramsauer die Flugsperre.
the_flying_horse 20.04.2010
Ich habe selten so einen Stuß gelesen, aus ihren Worten spricht der blanke Neid. Tiere machen sich ihren Lebensraum ab und zu auch kaputt, die merken es bloß nicht. Nur, was hat das mit dem Vulkanausbruch zu tun? Der ist [...]
Zitat von heuwenderDass sich die Natur rächt, dürfte wohl jetzt auch dem letzten Mohikaner klar sein.Kein Tier ist so doof und macht sich seinen Lebensraum kaputt,aber die Krone der Schöpfung der Mensch(er bildet sich das ein dass er das ist)ist so was von blöd,doch keiner will es wahrhaben.Hurra noch leben wir,aber wie lange noch????Lasst doch die Touristen in den Urlaubsgebieten warten,bis die Luft wieder rein ist,denn dann können sie sich besinnen ob man immer noch überall hinfliegen muß.
Ich habe selten so einen Stuß gelesen, aus ihren Worten spricht der blanke Neid. Tiere machen sich ihren Lebensraum ab und zu auch kaputt, die merken es bloß nicht. Nur, was hat das mit dem Vulkanausbruch zu tun? Der ist nicht menschengemacht und auch keine "Rache der Natur". Es ist schlicht ein Vulkan, der ausgebrochen ist, wie es fast täglich irgendwo auf dieser Welt passiert.
Auskasper 20.04.2010
Er hat auf die Gelegenheit gewartet, und dann kichernd und die Hände reibend zugeschlagen, damit die fiesen Touristenspitzbuben mal schön lernen in Deutschland zu bleiben und niemals mehr in ein fremdes Land reisen werden. [...]
Zitat von heuwenderDass sich die Natur rächt, dürfte wohl jetzt auch dem letzten Mohikaner klar sein.Kein Tier ist so doof und macht sich seinen Lebensraum kaputt,aber die Krone der Schöpfung der Mensch(er bildet sich das ein dass er das ist)ist so was von blöd,doch keiner will es wahrhaben.Hurra noch leben wir,aber wie lange noch????Lasst doch die Touristen in den Urlaubsgebieten warten,bis die Luft wieder rein ist,denn dann können sie sich besinnen ob man immer noch überall hinfliegen muß.
Er hat auf die Gelegenheit gewartet, und dann kichernd und die Hände reibend zugeschlagen, damit die fiesen Touristenspitzbuben mal schön lernen in Deutschland zu bleiben und niemals mehr in ein fremdes Land reisen werden. Ja, oder eben wenn, dann mit dem Auto. Cool. Tolle Story, diese Art der Personifizierung von Erdkrustenwirrungen find ich blöd. :-)
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  • Datum: Dienstag 20.04.2010 | 16:03 Uhr
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Fotos Michael Kappeler/ DDP, Bulls/ Barcroft Media

Heft 16/2010:
Im Krieg

Deutsche Soldaten über das Töten und Sterben in Afghanistan

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Infos zum Flugverkehr und Reiseveranstalter
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Flughafen Stuttgart
Was ist ein Sichtflug?

Grundprinzip des Sichtfluges ist - der Name lässt es vermuten -, dass der Pilot genügend Sicht nach draußen hat. Flüge in Wolken sind also verboten. Normalerweise fliegen so nur kleine Propellerflugzeuge.

Allein der Pilot ist für die Sicherheit von Maschine und Passagiere zuständig. Er muss im unteren Luftraum auch ohne Lotsenhilfe Mindestabstände zu anderen Flugzeugen und den Wolken einhalten. Dabei kann er aber Funkfeuer und Satelliten-Navigation nutzen. Die Lufthansa-Flüge sollen als sogenannte kontrollierte Sichtflüge durchgeführt werden. Radarlotsen unterstützen dabei die Piloten.

Im Sichtflug können wesentlich weniger Flugzeuge gleichzeitig unterwegs sein als unter Kontrolle der Flugsicherung, die sie staffelt und in Luftkorridore einreiht. Außerdem verbrauchen die Jets im unteren Luftraum viel mehr Kerosin, weil der Luftwiderstand größer ist.

Vote
Airlines trotzen Aschewolke

Würden Sie jetzt in ein Flugzeug steigen?

  • Klar, die Aufregung hat doch mit der Realität nichts zu tun.
  • Ja, ich vertraue den Fluggesellschaften.
  • Eher nicht, ich glaube den Forschern mehr als den Airlines.
  • Nein, ich bin doch nichts lebensmüde.
  • Weiß nicht.
Leseraufruf
DPA/Hakon Mosvold Larsen
Lähmt die Aschewolke Ihre Pläne? Wie verbringen Sie die Wartezeit? Wie versuchen Sie sich durchzuschlagen? Schicken Sie Ihre Berichte an spon_reise@spiegel.de, Betreff: Vulkan.

Mit der Einsendung bestätigen Sie, dass Sie einer honorarfreien Veröffentlichung zustimmen.
Was Arbeitnehmer beachten müssen
Nein, fehlen Arbeitnehmer im Job, darf der Chef ihnen das Gehalt kürzen. Das gilt auch, wenn sie nicht zur Arbeit kommen können, weil ihr Flug wegen der Aschewolke aus Island ausfallen musste. Sie haben keinen Anspruch auf eine Fortzahlung des Lohns. Arbeitnehmer tragen das sogenannte Wegerisiko: Beschäftigte sind selbst dafür verantwortlich, dass sie pünktlich zur Arbeit kommen.
Sperrung des Luftraums
Für eine Sperrung des Luftraums sind die nationalen Verkehrsministerien zuständig - in Deutschland dementsprechend das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Über eine etwaige Sperrung wird in enger Absprache mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) entschieden.

Die Flugsicherungsbehörde Eurocontrol koordiniert die Flugbewegungen zwischen den verschiedenen europäischen Lufträumen. Ihr Hauptsitz ist in Brüssel, in Deutschland ist die Organisation nur für einen geringen Teil der Flüge im Norden des Landes zuständig. Um die Abstimmung der Flugpläne in Europa kümmert sich die Unterabteilung Central Flow Management Unit (CFMU). Von dort werden die Informationen zu den Fluglotsen an den Flughäfen weitergeleitet.
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