Personalmangel bei der Bahn Hoher Krankheitsstand sorgt für Zugausfälle

Mainzer Fahrgäste müssen derzeit mit heftigen Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen. Wegen vieler Krankheitsfälle in der Urlaubszeit ist zu wenig Personal im Einsatz. Abends und nachts hält deshalb derzeit kein Fernzug am Hauptbahnhof Mainz.


Mainz - Ungewöhnlich viele Krankmeldungen in der Urlaubszeit sorgen bei der Bahn für ein Fahrplanchaos am Mainzer Hauptbahnhof - und für massiven Ärger bei Fahrgästen. Seit Freitag bis zum nächsten Wochenende fahren die Züge nach Angaben der Bahn abends nur eingeschränkt durch den Hauptbahnhof, weil ein Stellwerk nicht besetzt werden kann.

Der Fahrgastverband Pro Bahn wirft der Deutschen Bahn schlechte Personalplanung vor. "Das ist ein Armutszeugnis für einen so großen Konzern", sagte Sprecher Winfried Karg.

Die Bahn habe jahrelang an falscher Stelle gespart und müsse mittelfristig mehr Personal einstellen. Die Bahn-Tochter DB Netz fahre dagegen Millionengewinne ein. "Und der Fahrgast ist der Dumme", sagte Karg. Es sei ein Unding, wenn ein Knotenbahnhof wie Mainz aus Personalgründen vom Verkehr abgekoppelt werden müsse. Bis zum Sonntag halten Fernzüge abends und nachts nicht im ICE-Bahnhof Mainz.

"Es handelt sich in Mainz um einen Einzelfall", sagte eine Bahnsprecherin. Es sei nicht möglich, die kranken Mitarbeiter kurzfristig durch Kollegen aus anderen Bahnhöfen zu ersetzen. Betroffen sind nach Angaben der Bahn täglich rund 15 Fernzüge. Der Hauptbahnhof Mainz verzeichnet normalerweise pro Tag rund 60.000 Fahrgäste und Besucher.

sto/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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specialsymbol 05.08.2013
1. Sollen doch die Manager die Züge begleiten
Dann lernen sie a) mal richtige Arbeit kennen und b) den Zustand der Bahn allgemein.
blacksheep78 05.08.2013
2.
...als leidgeprüfter bahnfahrer überrascht mich das wenig, die bahn wird ihren kunden auch weiterhin das geld aus den taschen ziehen, staatliche subventionen kassieren und dafür schlechten service und arrogantes personal bieten. man kann sich drüber aufregen - oder diesem saftladen den rücken kehren und alternativen wählen. zum glück gibts noch die mitfahrzentrale, busse und den flieger.
melnibone 05.08.2013
3. Vielleicht ...
sind die Damen und Herren Mitarbeiter einfach nur ´ausgebrannt´? Wie in vielen anderen Branchen auch. Arbeitnehmer in diesen Zeiten zu sein, ist kein ´Ponyhof´.
könig dickbauch 06.08.2013
4. Absurdistan
Eine kleine Mainzer Bahngeschichte: wir sind pünktlich am Bahnhof, um eine S-Bahn zum Frankfurter Flughafen zu nehmen. S-Bahn wird normal in der Halle angezeigt. Auf dem Bahnsteig wird aber ein verspäteter IC aus irgendwoher angekündigt. Ein fährt überraschenderweise dann die S-Bahn aus der Gegenrichtung. Unsere soll 10 Minuten später am selben Gleis ankommen. Darauf heißt es plötzlich Wechsel auf Gleis 4 (wir waren 2). Wir rennen Treppen rauf und runter mit den Koffern und die Bahn fährt uns vor der Nase weg. Auf Gleis 4 treffen wir unsere Cousime B. auf dem Weg in den Schwarzwald, der gerade an der Information in der Halle ein Zug angeboten wurde der am Gleis als anulliert geführt wird. Wir warten. B. kommt von der Info mit einer neuen Zugverbindung zurück (umsteigen am Flughafen) und mit der Nachricht, dass die nächste S-Bahn Verspätung hat. Wir warten. Es kommt eine Regionalbahn die auch zum Flughafen fährt. Klimaanlage ist ausgefallen. Wir fahrem mit unserem Verkehrsverbundticket 1. Klasse, da ist es schön kühl. Im Zug erzählen die Leute absurde Erlebnisse rund um das schwarze Bahnloch Mainz. In Osthessen soll ein ICE auf offener Strecke brennen. Wir kommen dann doch zum Flughafen, verabschieden uns von B. und warten jetzt entspannt und klimatisiert auf den Flieger, obwohl uns die Seifenblasenpistole unseres siebenjährigen Sohnes beinahe als gefährliche Terroristenwaffe konfisziert worden wäre (sie war in meinem Rucksack).
könig dickbauch 06.08.2013
5. Bahnhölle Mainz
Interessiert leider nicht so recht, aber in Mainz leben wir seit vier Tagen im bahnmäßigen Ausnahmezustand. Seitdem fallen jede Nacht praktisch alle Züge aus, und tagsüber herrscht das nackte Chaos. Weil überraschenderweise (uuups - es sind ja Ferien, die Leute nehmen Urlaub, und huch - von den anderen kann ja auch mal wer krank werden) Personal in Stellwerken fehlt. Vor fünf Tagen fing es an mit einem Beinnahezusammenstoß zweier S-Bahnen im Mainzer Hauptbahnhof, seither geht nichts mehr. Verzweifelte Reisende lagern vor entnervten Auskunftsbeamten, die dann schon anullierte Züge als Alternative zu ausgefallenen Verbimdungen oder solcjen mit 200 Minuten Verspätung anbieten. Die Bahn schafft sich in Mainz gerade selber ab. Reisewilligen wird empfohlen, doch lieber gleich die Rheinseite zu wechseln und in abseits gelegenen Dörfern wie Bischofsheim den dorthin verlagerten Fernverkehr zu suchen. Passiert leider nur in der Landeshauptstadt Maimz und nicht in Berlin oder Hamburg oder München, dann würde nämlich der Medienbär schon lange steppen.
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