Kuala Lumpur - Paris Malaysia Airlines verbietet Mitnahme von Gepäck wegen Gegenwind

Der Koffer fliegt nicht mit: Wer derzeit mit Malaysia Airlines von Kuala Lumpur nach Europa reist, der muss auf sein Gepäck verzichten. Starken Gegenwind und einen dadurch erhöhten Spritverbrauch gibt die Fluggesellschaft als Grund an.

Flughafen von Kuala Lumpur: "Für die Saison ungewöhnliche Gegenwinde"
REUTERS

Flughafen von Kuala Lumpur: "Für die Saison ungewöhnliche Gegenwinde"


Eigentlich ist Gegenwind ein Problem, das der Pilot im Cockpit zu lösen hat. Doch nun betrifft der Luftwiderstand konkret auch die Passagiere von Malaysia Airlines. Sie dürfen auf bestimmten Routen zwischen Asien und Europa derzeit kein Gepäck einchecken, weil besonders starke Winde pusten. In einer Erklärung auf der Website gibt das Unternehmen an, die Regelung gelte aktuell für den 5. und 6. Januar und für Flüge von Kuala Lumpur nach Amsterdam und Paris.

Zuvor war auch die Verbindung nach London betroffen, die Begrenzung bei den entsprechenden A380-Flügen ist hier aber bereits wieder aufgehoben worden.

Durch die "für die Saison ungewöhnlichen" Windverhältnisse verlängere sich die Reisezeit und mehr Treibstoff werde gebraucht, heißt es auf der Website der Fluggesellschaft. Aus "Sicherheitsgründen" müsse die Airline daher das Gepäck limitieren.

Erlaubt seien in der Economy-Klasse lediglich sieben Kilogramm Handgepäck, in der ersten und Business-Klasse 14 Kilogramm. Koffer und Reisetaschen dürften nicht mehr im Laderaum der Maschinen transportiert werden. Das Gepäck könne zwar eingecheckt werden, werde aber mit anderen Flugzeugen transportiert und komme deshalb später am Zielort an. Wie viele Passagiere betroffen sind, steht laut der "Malay Mail Online" derzeit nicht fest.

Malaysia Airlines fliegt aus der Hauptstadt Kuala Lumpur nicht nur die europäischen Metropolen Paris, London und Amsterdam an, sondern auch Brüssel und Rom, nicht aber Frankfurt.

Die staatliche Fluggesellschaft von Malaysia hat in den vergangenen Jahren zwei schlimme Katastrophen erlebt: Flug MH17 war im Juli 2014 über der Ukraine abgeschossen worden. 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Alle Airlines änderten daraufhin die Flugrouten, um den Luftraum über der Ukraine zu meiden. Vier Monate vorher war Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Nach dem Wrack wird bis heute gesucht.

jus/dpa



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insgesamt 8 Beiträge
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holger_s. 05.01.2016
1.
ich musste auch mal anderthalb Tage auf meinen Koffer verzichten, in New York war das: bei Ankunft am JFK stellte sich heraus, dass beim Abflug in Brüssel das Gepäck von zahlreichen Reisenden in den falschen Flieger geladen wurde und versehentlich in Tokio (!) gelandet war... auch wenn das bereits in den 1990er Jahren war: unvergessen.
DerBlicker 05.01.2016
2. das ist wohl ein schlechter Scherz
Dann müssen die eben den Airbus A380 randvoll tanken, kostet eben mehr Sprit. Eine Airline, die aus Spargründen Gepäck da lässt, ist nicht tragbar. Malaysia Airlines will wohl mit Gewalt Pleite machen.
chb_74 05.01.2016
3. Einfach meiden...
Können die Abstürze noch tragische Unglücke ohne Verschulden der Fluggesellschaft gewesen sein, so sind das jetzt Vertrauen untergrabende unternehmerische Entscheidungen. Die Kunden haben es in der Hand, durch Abwanderung ihr Missfallen zu zeigen. Müsste ich derzeit in der Region fliegen, würde ich Malaysian unter allen Umständen zu meiden versuchen.
swnf 05.01.2016
4. Spargründe?
Zitat von DerBlickerDann müssen die eben den Airbus A380 randvoll tanken, kostet eben mehr Sprit. Eine Airline, die aus Spargründen Gepäck da lässt, ist nicht tragbar. Malaysia Airlines will wohl mit Gewalt Pleite machen.
Eigentlich haben Sie mit den Spargründen zwar Recht, da hier dringend Sprit gespart werden muss, aber ich verstehe Ihren Vorwurf eher in finanzieller Hinsicht...und sind Sie wirklich der Meinung, dass es für Malaysia Airlines billiger ist, das Gepäck in einer extra Maschine zu transportieren, als es in einem "randvoll" betanktem Flieger mitzunehmen? Hier geht es um die Sicherheit der Passagiere, die weiterhin non-stop an ihren Zielflughafen gebracht werden...und das funktioniert zur Zeit eben nur mit deutlich weniger Gewicht an Bord!
Hamberliner 05.01.2016
5. Pech ;-(
Schadenfreude genießen dabei Dritte. Ich hatte einmal in einem Mammut-Projekt alle paar Monate ein bis zu einwöchiges Meeting (oder Workshop) an verschiedenen Orten in Europa. Ein Teilnehmer - eigentlich mein Kunde - fiel immer durch wenig Ahnung, viel Wichtigtuerei und täglich einen anderen Anzug auf, dementsprechend riesig war sein Koffer. Nur, als dieser eines Tages fehlte, war er gezwungen zu offenbaren, was er unterwegs im Flugzeug denn immer so trägt: eine spießige Strickjacke! Dementsprechend vom Feinsten war seine Stinklaune :-)
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