Wahlärger auf den Malediven: Tausende Tourismus-Mitarbeiter drohen mit Streik

Sie könnten den wichtigsten Industriezweig der Inselgruppe lahmlegen: Die Tourismus-Angestellten auf den Malediven drohen mit Streiks, falls die Präsidentschaftswahl am Samstag ausfällt. Schon jetzt rät das Auswärtige Amt von Reisen auf die Hauptinsel ab.

Malediven: Ärger im Paradies Fotos
REUTERS

Berlin - Auf den Malediven drohen in den kommenden Tagen Streiks der Tourismus-Mitarbeiter. Die Gewerkschaft TEAM (Vereinigung der Angestellten im Tourismusgewerbe der Malediven) will mit der Arbeitsniederlegung laut Medienberichten gegen einen Gerichtsbeschluss demonstrieren. Der Beschluss sieht vor, dass der ursprünglich für Samstag geplante zweite Wahlgang zu den Präsidentschaftswahlen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird.

Ob es tatsächlich zu Streiks kommt, hängt davon ab, ob die Wahlen am Samstag stattfinden oder nicht. Gibt es keine Abstimmung, wollen die rund 5000 in der Gewerkschaft organisierten Tourismus-Mitarbeiter ihre Arbeit in zahlreichen Resorts auf den Inseln niederlegen.

Auch der Präsidentschaftskandidat Mohamed Nasheed, der die erste Wahlrunde gewann, aber die absolute Mehrheit verfehlte, forderte die Mitarbeiter zum Streik auf. Die Tourismusvereinigung der Malediven (MATI) warnt den Berichten zufolge vor schweren Folgen für den Tourismus, wenn die Wahlen nicht am Samstag stattfinden. Dadurch würde der absehbare Wahlsieg von Mohamed Nasheed verhindert oder zumindest verzögert, was zu schweren Unruhen führen könnte.

In der ersten Wahlrunde hatte Nasheed 45 Prozent der Stimmen erhalten. Er war von 2008 bis 2012 der erste demokratisch gewählte Präsident der Inselgruppe, verlor sein Amt jedoch infolge einer Polizeimeuterei. In der Stichwahl tritt er gegen Yaamin Abdul Qayyoom an, den Bruder des früheren autokratischen Herrschers des Landes. Dieser kam auf 25 Prozent.

Schon jetzt rät das Auswärtige Amt in Berlin von Reisen auf die Hauptinsel Male ab. Dort komme es vermehrt zu Demonstrationen und möglicherweise zu gewaltsamen Ausschreitungen, teilt das Ministerium mit.

Vor einer Reise in einen anderen Teil der Malediven sollten sich Touristen bei ihrem Veranstalter nach der aktuellen Lage erkundigen. Denn die weitere Entwicklung sei derzeit nicht absehbar, teilt das Auswärtige Amt mit. Dass auch die Flughafeninsel und Ferienresorts von den Unruhen betroffen sind, zeichne sich momentan aber nicht ab.

sto/dpa

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