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Touristenabgabe ab Juli: Balearen beschließen Ökosteuer

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln müssen Urlauber ab diesem Sommer eine Abgabe pro Tag zahlen. Damit soll auch der nachhaltige Tourismus gefördert werden.

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DPA

Strand auf Mallorca

Mallorca-Urlauber sollen von diesem Sommer an eine Touristenabgabe entrichten. Die Regionalregierung der Balearen will mit der umstrittenen Steuer den Weg zu einem umweltverträglichen Massentourismus ebnen. Der Zustrom von Urlaubern in der Hochsaison bringt die Insel an die Grenzen ihres Aufnahmevermögens.

Nach der am Dienstag vom Parlament in Palma de Mallorca beschlossenen Regelung müssen die Urlauber vom 1. Juli an auf Mallorca sowie den Nachbarinseln Menorca, Ibiza und Formentera eine Übernachtungssteuer von 0,25 bis 2 Euro pro Nacht und pro Person zahlen.

Die Abgabe wird von den Hoteliers bei der Ankunft oder Abreise der Gäste in Rechnung gestellt und ans Finanzamt abgeführt. Die genaue Höhe richtet sich nach der Art der jeweiligen Unterkunft. In der Nebensaison wird der Betrag auf die Hälfte reduziert. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind von der Abgabe befreit.

Die Balearen-Regierung erhofft sich davon Einnahmen von 50 bis 80 Millionen Euro im Jahr. Die Gelder sollen zur Erhaltung der Umwelt und für die Förderung des nachhaltigen Tourismus verwendet werden. "Die Besucher werden dazu beitragen, das Paradies der Balearen zu erhalten", hatte Tourismusminister Biel Barceló erklärt.

Hoteliers protestieren - aber weniger energisch

Das Vorhaben ist auf Mallorca der zweite Anlauf zur Einführung einer Touristenabgabe. Von Mai 2002 bis Oktober 2003 hatten die Mallorca-Urlauber schon einmal eine Übernachtungssteuer zahlen müssen. Die "ecotasa" (Ökosteuer), wie dieTaxe genannt worden war, wurde wieder abgeschafft, nachdem die Unternehmer der Tourismusbranche dagegen Sturm gelaufen waren. Sie hatten in der Steuer einen Hauptgrund dafür gesehen, dass viele Deutsche damals Mallorca den Rücken kehrten.

Auch jetzt ist die Reisebranche gegen die Abgabe. "Die Übernachtungssteuer wird unsere Wettbewerbsfähigkeit mindern", beklagte die Chefin des Hotelierverbandes FEHM, Inmaculada Benito, im "Mallorca Magazin". Allerdings scheint der Widerstand der Hoteliers weniger energisch zu sein als vor gut einem Jahrzehnt. Die großen Hotelketten halten sich aus der Debatte weitgehend heraus.

Umweltschützer wollen Beschränkung der Touristenzahl

Dafür gibt es nun aber Kritik auch von einer anderen Seite: Umweltschützer beklagen, dass die Erhebung der Abgabe zu kurz greife. "Das ist eine verpasste Chance", so der Verband GOB. Der Zusammenschluss hätte es gerne gesehen, wenn die Regierung auch Maßnahmen zu einer Beschränkung der Touristenzahl und zu einer Reduzierung des Angebots an Unterkünften beschlossen hätte. Die Umweltschützer halten dies für dringend notwendig, zumal da für diesen Sommer eine neue Rekordzahl von Urlaubern erwartet wird.

Die auf den Balearen regierende Koalition von drei Linksparteien hatte monatelang über die Details der Touristenabgabe gestritten. Dabei ging es vor allem darum, wofür die Gelder verwendet werden sollen. Man einigte sich auf einen Kompromiss, der nach Ansicht von Branchenexperten den Nachteil hat, dass nun ziemlich unklar ist, wozu die Einnahmen dienen sollen.

Die "Mallorca Zeitung" wies auf einen weiteren Schwachpunkt hin: Es wird den Behörden schwer fallen, die Abgabe bei den Gästen privat vermieteter Ferienwohnungen einzuziehen. Und dieser Bereich hat in letzter Zeit stark an Bedeutung gewonnen.

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Balearen: So schön ist Mallorca

Hubert Kahl/dpa/abl

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Reiseziel Mallorca
Einreiseinfos und Zeitzonen
Mallorca liegt in der mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ). Es gibt somit keinen Zeitunterschied zu Deutschland.
Beste Reisezeit
Mit seinen knapp 300 Sonnentagen im Jahr bietet Mallorca eine lange Reisesaison. Wer einsame Strände und Wildblumen erleben möchte, sollte Mallorca im März und April besuchen. Angenehm warm ist das Wasser allerdings erst ab Mitte Mai. Die angenehmste Reisezeit ist wohl der Juni: Das Wetter ist schön, und das Meer lädt zum Baden.

Im Juli und August ist es mit durchschnittlich 29 Grad Celsius sehr heiß auf Mallorca, außerdem sind die Strände und Cafés überfüllt. Im September kühlt es ab, es besteht aber auch die Gefahr von Regenschauern und Stürmen.

Für Wanderer und Radfahrer empfiehlt sich neben dem Frühjahr besonders der Herbst als Reisezeit. Im Oktober ist die Luft mild, und das Wasser hat noch bis in den November hinein Badetemperatur. Individualisten sollten Mallorca im Dezember besuchen, um noch ein paar schöne Sonnentage ohne Vorweihnachtsstress zu genießen.
Highlights
Nicht nur für Party-Touristen lohnt sich ein Abstecher nach Palma, der größten Stadt Mallorcas. Neben einem lebendigen Nachtleben bietet die Stadt viele Sehenswürdigkeiten wie etwa die "Kathedrale des Lichts" - eines der imposantesten Bauwerke Spaniens.

Eine sehr hübsches Stadtchen ist Valldemossa, berühmt für sein ehemaliges Kloster, indem schon Frédéric Chopin mit seiner Geliebten George Sand wohnte.

Im Südwesten zeigt die Insel ihre stille Seite. Ausgehend vom Badeort Sant Elm können Wanderer hier entlang der Küste mit Blick auf die Dracheninsel bis zur Klosteranlage Sa Trapa aufsteigen.

Individualreisende lieben das ländliche Inselinnere. Wer den 543 Meter hohen Tafelberg Puig de Randa erklimmt, wird belohnt: mit einem weiten Ausblick und mit dem Licor Randa, einen Kräuterlikör, den es nur dort oben gibt.

Den Sonnenaufgang beobachtet man am besten in den frühen Morgenstunden am Cap de Formentor, einer ganz im Norden gelegenen felsigen Landzunge.
Festivals und Veranstaltungen
Das wichtigste Fest der Insel ist Ostern. Die Karwoche - "Semana Santa" - wird in praktisch allen Gemeinden mit farbenfrohen Prozessionen gefeiert.

Wer es blutrünstig mag, sollte das Kostümfest der Bewohner von Sóller besuchen. Jedes Jahr im Mai spielen sie ihren Sieg gegen die maurischen und türkischen Piraten 1561 mit Säbeln und viel Kampfgeschrei nach.

Ein besonderer Tipp ist auch das "Torrent de Pareis", ein mallorquinisches Konzert, das immer im Juli an der Mündung der Wildwasserschlucht Torrent de Pareis stattfindet, wenn diese von der Hitze ausgetrocknet ist.
Reiseinfos
Viele Informationen rund um Gastronomie, Sport und Einkaufen bietet die Internetseite des Tourismusportals der Balearen www.illesbalears.es. Schön übersichtlich ist auch die kommerzielle Internetseite www.mallorca.de. Für Kulturliebhaber empfiehlt sich die offizielle Kulturseite der Balearen www.balearsculturaltour.es.
Anreise und Transport
Mallorca ist so ein beliebtes Reiseziel, dass es von den meisten Fluggesellschaften angeboten wird. Der Flug bis zum internationalen Flughafen Son Sant Joan dauert circa zwei bis drei Stunden, je nach Abflugort. Alternativ ist aber auch die nicht ganz billige Anreise mit dem Schiff möglich. Von Barcelona dauert die Überfahrt nach Palma je nach Fähre vier oder acht Stunden. Für Urlauber ohne eigenes Auto ist immer ein Platz auf der Fähre der Gesellschaft Trasmediterránea www.trasmediterranea.es frei. Wer mit dem Auto übersetzt, sollte jedoch vorab buchen.