Manchester Passagiere durften nach verweigertem Scan nicht mitfliegen

Kein Scan, kein Flug: In Großbritannien durften erstmals seit Einführung von Körperscannern zwei Passagiere nicht an Bord gehen, da sie die Kontrolle verweigerten. Die muslimischen Britinnen führten religiöse und medizinische Gründe an.


London- Zwei Passagieren ist in Großbritannien der Flug verweigert worden, da sie sich nicht mit Hilfe eines Körperscanners kontrollieren lassen wollten. Am Flughafen Manchester hätten sich zwei Musliminnen aus religiösen und medizinischen Gründen geweigert, den zufällig angeordneten Körperscan über sich ergehen zu lassen, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Die Sicherheitsbeamten hätten sich eine halbe Stunde lang bemüht, den beiden britischen Staatsbürgerinnen mit Flugziel Islamabad in Pakistan die Funktionsweise des Geräts zu erklären. Die Musliminnen hätten sich dennoch entschieden, den Flug nicht anzutreten.

Infolge eines vereitelten Anschlags in den USA an Weihnachten werden seit 1. Februar in Großbritannien sporadisch Fluggäste vor dem Check-in durch den Körperscanner geschickt. Dies geschieht nach Angaben des Flughafensprechers in Manchester per Zufall oder auf Wunsch des Passagiers. Der Scanner, der eine schemenhafte Aufnahme des Körpers, also keinen Nacktscan, liefert, kommt zudem zum Einsatz, wenn in vorangegangenen Untersuchungen ein Sprengstoff- oder Metallalarm ausgelöst wurde.

Nach den Londoner Airports hat der Flughafen Manchester in Großbritannien das größte Passagieraufkommen. Seit 1. Februar wurden dort etwa 15.000 Fluggäste gescannt, das sind fünf Prozent des Gesamtaufkommens.

abl/AFP



insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
Ein netter Netter 05.03.2010
1. Dann sind doch alle zufrieden, oder?
Ich verstehe nicht den News-Gehalt dieser Meldung. Die beiden haben sich gegen den Scan entschieden. Dann wurde Ihnen langwierig erklärt, dass sie dann nicht an Bord dürfen. Sie haben das anscheinend akzeptiert. Was wäre denn gewesen, wenn die beiden gesagt hätten "Wir möchten nicht gescannt werden", und dann das Personal gesagt hätte, "Na gut, dann halt nicht, gehen Sie einfach so durch!". Das wäre wohl eher meldenswert gewesen. Eine Ausnahme für muslimische Frauen zu machen, wäre das nicht positive Diskriminierung? Und würde es nicht das ganze System ad Absurdum führen>
inci 05.03.2010
2. oooo
seltsam. entweder entscheidet das zufallsprinzip oder man geht freiwillig durch den scanner. das bedeutet, daß es auf dem flughafen manchester ja durchaus noch konventionelle kontrollen gibt. wieso die beiden frauen, dann nicht einer ganz normalen, konventionellen kontrolle unterzogen wurden, erschließt sich mir dann nicht und zeigt gleichzeitig, wie wenig "freiwillig" das ganze am ende dann doch ist.
Howie, 05.03.2010
3. Alternativen
Scannen bedeutet Digitalisieren bedeutet Speichern. Und dazu soll es keine Alternative geben? Warum wurden in diesem Fall den Passagieren keine Leibesvisitation angeboten? Diese Möglichkeit sollte offen gehalten werden da von den betroffenen Personen nicht immer nur die körperliche Intimität sondern auch die digitale Privatsphäre als schützenswert geachtet wird. mfg, howie
MadMad 05.03.2010
4. ...
Zitat von HowieScannen bedeutet Digitalisieren bedeutet Speichern. Und dazu soll es keine Alternative geben? Warum wurden in diesem Fall den Passagieren keine Leibesvisitation angeboten? Diese Möglichkeit sollte offen gehalten werden da von den betroffenen Personen nicht immer nur die körperliche Intimität sondern auch die digitale Privatsphäre als schützenswert geachtet wird. mfg, howie
Das ist absolut richtig, aber eine Leibesvisitation ist natürlich nicht so "gründlich" wie ein Scan, denn deswegen ist er schließlich gekommen. Eine Alternative fällt mir aber auch nicht ein. Das Thema ist noch lange nicht gegessen. MadMad von www.diemeinungen.de
Ein netter Netter 05.03.2010
5. Komisch
Manchen kann man's eben nie recht machen. Erst wollen sie aus religiösen Gründen nicht angetatscht werden, was ich total nachvollziehen und tolerieren kann. Dann erfindet ein schlauer Mensch Scanner, um genau diesen Leuten entgegenzukommen, da sie nun ohne Begrabbeln durch die Kontrollen kommen können. Dann wollen sie aber auch diese Scanner nicht (aus religiösen Gründen wohlgemerkt, nicht weil sie Mitglieder im Chaos Computer Club sind und paranoide Angst vor Datensammlern haben). Ich denke, die Alternative heisst dann nur "zu Hause bleiben". Mehr Entgegenkommen muss wirklich nicht sein, vor allem wenn man bedenkt, wieviel Entgegenkommen man von der Polizei oder Sicherheitsleuten in Pakistan zu erwarten hätte, wenn man da irgendwie aufmuckt. Das passt schon alles so.
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