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Marathon du Médoc: Laufen und saufen

Es ist das feuchtfröhlichste Wettrennen der Welt: Jedes Jahre reisen Tausende Teilnehmer zum Marathon du Médoc ins französische Städtchen Pauillac. In eigenwilligen Kostümen versuchen sie, Sport und Weintrinken in Einklang zu bringen - nicht immer mit Erfolg.

Laufen und Saufen: Marathon einmal anders Fotos
De Tienda/ Dubroca/ AMCM

Pauillac - Marathon und Merlot, Rennen und Rebensaft, das klingt zunächst einmal nach einer ziemlich ungesunden Kombination. Und rein objektiv betrachtet ist es das auch. Denn sowohl übertriebene Leibesübungen als auch ausufernder Alkoholkonsum sind nicht gerade das, was ein Arzt des Vertrauens seinem Patienten verschreibt - in Kombination erst recht nicht.

Doch wer bei der längsten Weinprobe der Welt teilnehmen will, muss nicht nur fit in den Beinen sein, sondern auch noch nach mehreren Litern Wein halbwegs gut geradeaus laufen können.

Ort des Geschehens ist Pauillac, ein beschauliches Weinörtchen nördlich von Bordeaux. Dort haben am vergangenen Wochenende 8500 Teilnehmer des 24. Marathon des Chateaux du Médoc unter Beweis gestellt, dass sich Sportstrapazen und Weingenuss durchaus verbinden lassen. So zählt bei diesem alljährlich im September stattfindenden Dauerlauf nicht nur, wie schnell der Erste ist. Mindestens genauso interessant ist, mit wie viel Promille der Letzte die Ziellinie überquert. Damit sich niemand überfordert, sorgen in insgesamt zehn Zelten am Wegesrand Ärzte und Sanitäter für die medizinische Versorgung.

Die Laufstrecke schlängelt sich über die normale Marathondistanz von 42,195 Kilometern durch die Region, vorbei an 55 der besten Weingüter Frankreichs. Daher stehen neben den 22 herkömmlichen Verpflegungsstationen mit Obst und kohlehydrathaltigen Bissen auch über 20 Schlossbesichtigungen mit ausgedehnter Weinprobe auf dem Programm. Die erste Weinverkostung erwartet die Läufer bereits 800 Meter nach dem Start.

Teilnahmeberechtigt sind alle Freizeitläufer und -trinker, die sich mit Hilfe einer ausgefallenen Kostümierung für das Starterfeld qualifizieren. Ob Wikingerkostüm, Ritterrüstung oder Planetensystem-Outfit - Hauptsache, die Einheimischen und Schaulustigen haben ihren Spaß, denn darum geht es beim Médoc-Marathon: Es soll ein Rennen sein, das man Schluck für Schluck genießen kann.

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