Marihuana-Legalisierung: Tourismusbranche in Colorado fürchtet Imageschaden

Drogen erlaubt, aber bitte nicht kiffen! Seit Marihuana im US-Bundesstaat Colorado als legales Genussmittel gilt, plagt Touristiker eine schlimme Vorahnung. Ein neues Amsterdam wird Denver wohl nicht - obwohl der Spitzname der Stadt Potential dafür birgt.

USA: Kiffen in Colorado Fotos
REUTERS

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Denver - Die Hauptstadt Colorados wird auch die Mile-High-City genannt. Schließlich liegt Denver genau eine Meile über dem Meeresspiegel. Demnächst könnte der Spitzname aber noch für etwas anderes stehen: für eine äußerst "berauschende" Stadt. Colorado hat vergangene Woche Marihuana als Genussmittel legalisiert - gemeinsam mit Washington als erster Bundesstaat in den USA.

Zwar haben viele Staaten Marihuana bereits zu medizinischen Zwecken erlaubt. Doch mit den nun in Colorado geplanten Gesetzesänderungen dürfen Erwachsene über 21 Jahren künftig knapp 30 Gramm des Rauschmittels besitzen.

Die Wähler billigten bei einer Abstimmung, die im Zuge der US-Präsidentschaftswahlen stattfand, eine entsprechende Änderung der Landesverfassung mit einer Mehrheit von knapp 53 Prozent. Durch die Entscheidung droht dem Bundesstaat nun ein Konflikt mit der US-Regierung, die Marihuana weiter als illegale Droge einstuft.

Colorado ist nicht Amsterdam

Die Tourismusindustrie sorgt sich indessen ums Geschäft und fürchtet große Umsatzeinbußen. "Die Marke Colorado wird schwer beschädigt", sagte Richard Scharf von Denver Travel in einer öffentlichen Erklärung. Es sei mit rückläufigen Buchungen bei Tagungen und Freizeitreisen zu rechnen. Das Fremdenverkehrsamt hielt sich dagegen mit Prognosen zurück. Es sei unmöglich, jetzt schon Voraussagen zu treffen, sagt ein Sprecher laut dem Nachrichtenportal Huffington Post.

Es gibt allerdings bereits eine Stadt in Colorado, die als Fallbeispiel taugt: das Skiresort Breckenridge. 2009 stimmten dort in einer Bürgerbefragung 73 Prozent für die Legalisierung von Marihuana zum Eigenbedarf. Das Gesetz hätte seitdem keine großen Auswirkungen auf die Kriminalitätsrate gehabt, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei. Es habe allerdings Beschwerden gegeben und Stammbesucher, die dem Ort den Rücken zukehren wollten. Nennenswerte Konsequenzen auf den Tourismus seien aber nicht festzustellen.

Als US-amerikanische Version von Amsterdam wird der Rocky-Mountain-Staat zukünftig wohl eher nicht vermarktet. "Wir wollen Colorado unabhängig vom neuen Gesetz wie bisher als ganzjähriges Tagungs- und Urlaubsziel positionieren", ließ das Fremdenverkehrsamt verlauten.

dkr/Reuters

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insgesamt 20 Beiträge
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1.
Atheist_Crusader 12.11.2012
Zitat von sysopDie Tourismusindustrie sorgt sich indessen ums Geschäft und fürchtet große Umsatzeinbußen. "Die Marke Colorado wird schwer beschädigt", sagte Richard Scharf von Denver Travel in einer öffentlichen Erklärung. Es sei mit rückläufigen Buchungen bei Tagungen und Freizeitreisen zu rechnen.
Sie verlieren die schlimmsten Moralisten, aber dafür bekommen sie immerhin die Hippies hinzu. Sollen sie halt ein bisschen Kiffertourismus mit all-you-can-smoke-Komplettpaketen anbieten.
2. klassisches Reaktionsmuster....
crowjoke 12.11.2012
Zitat von sysopDrogen erlaubt, aber bitte nicht kiffen! Seit Marihuana im US-Bundesstaat Colorado als legales Genussmittel gilt, plagt Touristiker eine schlimme Vorahnung. Ein neues Amsterdam wird Denver wohl nicht - obwohl der Spitzname der Stadt Potential dafür birgt. Marihuana in Colorado (USA) legal: Tourismus befürchtet Imageschaden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/marihuana-in-colorado-usa-legal-tourismus-befuerchtet-imageschaden-a-866747.html)
.... der Anti-Cannabis-Mafia. Die übliche Einstiegsdroge-Verwahrlosungs-Einschüchterungsmaschinerie hat diesmal nicht gegriffen, jetzt wird halt die ökonomische Keule ausgepackt und mit dem wirtschaftlichen Niedergang gedroht, weil wegen des bösen neuen Drogenparadieses, das da jetzt herrscht, jetzt keine braven, anständigen Touristen mehr kommen... Ein lächerliches und armseliges Rückzugsgefecht, was die reaktionäre Front da führt...
3.
Narn 12.11.2012
Tourismus in Denver?!?!?! "So, what've you planned for today?" "We're going down to visit Denver." "Oh, how nice. And what you gonna do in the afternoon?"
4.
rosstrappe 12.11.2012
Heute schon ein Brot auf dem Schwarzmarkt mit'ner Packung Camel-ohne bezahlt, und vor dem Schutzmann geflohen? Auswirkungen auf die Kriminalitätsrate gibts auch nur in einer Prohibitions-Era! Man, wir rauchen doch sowieso schon alle (53%). Wir kaufen es, und wir verkaufen es. Nur die dumme Politik, die dummen Massenmedien und, natürlich: die Alkohollobby und die ihnen angehängten Organe, wollen dass Lieschen Müller kriminalisiert bleibt. Dealer im Park, Marihuana-Bringdienst deutschlandweit, alles ok. Wann beginnt der Staat endlich das zu regulieren? Daran zu verdienen! Deutschland 2013, Bravo! Prost. PS: Der nächste der etwas von "Einstiegsdroge Marihuana" stammelt, bekommt vom küssen Kinder.
5. Das Gegenteil ist richtig
bushdoctor 12.11.2012
Der Tourismusverband will nur rechtzeitig darauf aufmerksam machen, dass Cannabis nächstes Jahr legal in Colorado ist. Also ergeht die Botschaft: "Hallo Leute, alle mal her hören, ihr braucht nicht weiter zu überlegen, wo ihr nächstes Jahr euren Urlaub verbringen wollt, kommt nach Colorado, da gibt´s legales Cannabis zu kaufen!!! Konsum garantiert stressfrei!" ...natürlich würde das niemand SOOO offen sagen, deshalb "wird ein Imageschaden befürchtet"... Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
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