Meyer Werft Costa baut Riesen-Kreuzfahrtschiffe mit Flüssiggasantrieb

Auf kein Schiff passen mehr Passagiere: Mit Platz für 6600 Urlauber werden zwei Kreuzfahrtriesen von Costa Crociere einen neuen Rekord aufstellen. Beim Antrieb setzt die Reederei auf Flüssiggas.

Costa Crociere / TMN

Das Wettrüsten auf den Meeren geht weiter: Costa Crociere lässt zwei neue Kreuzfahrtschiffe mit Flüssiggasantrieb und Platz für jeweils 6600 Gäste bauen. Das kündigte das Unternehmen in Mailand an. Die beiden Schiffe werden von der Meyer Werft in Turku gebaut, die im Rahmen des gleichen Vertrags bereits zwei mit Flüssiggas betriebene Schiffe für Aida Cruises am Standort in Papenburg baut.

Die Costa-Neubauten wären bei ihrer Fertigstellung 2019 und 2020 die Schiffe mit der weltweit größten Fahrgastkapazität. Sie sollen jeweils 2605 Passagierkabinen an Bord haben. Von den Abmessungen werden sie keinen neuen Rekord aufstellen - mit einer Bruttoraumzahl von 183.000 sind sie noch erheblich kleiner als die Schiffe der "Oasis"-Klasse mit gut 225.000.

Kreuzfahrtschiffe fahren derzeit meist mit Schweröl und gelten wegen ihrer Emissionen als klimaschädlich. Auflagen der Internationalen Maritimen Organisation (IMO) verpflichten die Reedereien dazu, die Ausstöße von Schadstoffen bis 2020 noch stärker zu reduzieren. Der Antrieb mit Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) soll die Emission von Rußpartikeln und Schwefeloxiden reduzieren und die Reise auf See somit umweltfreundlicher machen. Viele Reedereien rüsten ihre Schiffe außerdem mit Abgasfiltern nach.

Insgesamt lässt die Carnival Corporation, die Muttergesellschaft von Costa Crociere und Aida Cruises, zwischen 2019 und 2022 neun neue Kreuzfahrtschiffe für verschiedene Marken des Konzerns bauen. Fünf Neubauten entstehen in der italienischen Fincantieri-Werft und vier in der Meyer Werft an den Standorten im niedersächsischen Papenburg und im finnischen Turku.

sto/dpa



insgesamt 68 Beiträge
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josian 28.07.2015
1. Die Rentabilität
Von solchen schwimmenden Palästen muss für die nächste Jahrzehnte angezweifelt werden. Mögen die Senioren auch heutzutage noch für derartige Lustreisen empfänglich sein, künftige Generationen werden darüber lachen. Virtuelles Reisen im erweiterten Bewusstseins Zustand ist das Geschäft der Zukunft !
krise0815 28.07.2015
2. 9300 Menschen
und 16 Rettungsboote, wovon bei Schräglage nur 8 nutzbar sind. Echter Abenteuer-Urlaub. Man verlässt sich auf andere Schiffe in der Nähe. Bei 6600 Passagieren möchte ich im Brandfall nicht das Chaos managen müssen.
mborevi 28.07.2015
3. Bei einem Antrieb ..
... auf der Basis von Flüssiggas ist wohl das Feuerinferno schon vorprogrammiert. Oder wie will an das Gas auf einem Passagierschiff sicher lagen?
hd1 28.07.2015
4.
Wird denn in allen Häfen Flüssiggas in diesen Mengen erhältlich sein? Aber wahrschein fahren sie nur von Miamiin die Karibik, ins Mittelmeer oder in die Ostsee. Womit werden die Schiffe angetrieben? Mit Dieselmotoren? Brauchen die nicht zumindest zum Starten Diesel oder Schweröl? Dann wird ja doch in den Häfen einiger Ruß aus den SChornsteinen kommen.
iffelsine 28.07.2015
5. Nun - es braucht 130 Busse für einen Landgang...
Die Logistik in den meisten Touristenhäfen dieser Welt ist mit solchen Menschenmassen schier überfordert. Auch das Austendern (wenn nicht angelegt werden kann) dürfte Stunden dauern. Wem macht das denn noch Spass ? Aber da die Stürme zunehmen und diese Schiffe extrem hoch gebaut sind, ist das bestimmt nur eine kurze Ära dieser Riesen.
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