Milliardenprojekt Disney darf Freizeitpark in Shanghai bauen

China hat nach jahrelangen Verhandlungen grünes Licht für den Bau eines Disney-Vergnügungsparks gegeben. Damit Micky Maus und Co. sich in Shanghai tummeln können, investiert der US-Konzern über zwei Milliarden Euro - und 4000 Menschen müssen ihre Dörfer verlassen.


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Micky Maus in China: Disney neuer Vergnügungspark
Shanghai - Micky Maus, Schneewittchen und Nemo breiten sich auch in China aus: Die chinesische Regierung macht den Weg für den Bau eines Themenparks von Walt Disney in Shanghai frei. Nach Genehmigung des Projekts durch die Regierung in Peking könne nun die vorbereitende Planung für "eines der besten Disneylands der Erde" beginnen, teilte der US-Medienkonzern am Mittwoch mit. Ein Termin für die abschließende Vertragsunterzeichnung wurde zunächst nicht genannt.

Es wird das sechste Disneyland und - nach Paris, Tokio und Hongkong - das vierte außerhalb der USA. Der Vergnügungspark mit Hotel und Einkaufsmeile soll auf einem sieben Quadratkilometer großen Gelände zwischen dem internationalen Flughafen Pudong und der Stadtgrenze Shanghais entstehen. Die Kosten werden auf 3,66 Milliarden US-Dollar (2,48 Milliarden Euro) geschätzt. Der Deal wäre eine der größten Auslandsinvestitionen in China überhaupt. Im Umfeld des künftigen Disneylands in Shanghai leben 300 Millionen Menschen in einer Entfernung von einer Tagesreise.

Disney-Präsident Robert Iger sprach von einem "sehr bedeutenden Meilenstein" für sein Unternehmen. Er nannte China "eines der dynamischsten, aufregendsten und bedeutendsten Länder der Erde", wie ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte. Der neue Park könnte allerdings dem Disney-Park in Hongkong Konkurrenz machen, der seit seiner Eröffnung 2005 ohnehin schon die Besuchererwartungen nicht erfüllt hat.

Für das neue Projekt sollen mehrere staatliche Firmen aus Shanghai ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Walt Disney Company gründen. Die erste Phase des Shanghaier Parks wird in Chuansha unweit des internationalen Flughafens Pudong entstehen. In der zweiten und dritten Phase soll das Gelände nach Südwesten ausgebaut werden. Für das Projekt müssen die Menschen in mehreren Dörfern umgesiedelt werden. In den vergangenen Wochen waren bereits Gespräche mit mehr als 4000 Bewohnern aufgenommen worden, berichteten chinesische Medien. Im Dezember soll der Wert ihrer Häuser geschätzt werden.

Die Einigung kommt knapp zwei Wochen vor dem ersten offiziellen China-Besuch von US-Präsident Barack Obama, der am 15. November in Shanghai beginnt.

abl/AFP/dpa-AFX



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