Handykosten auf Kreuzfahrt Smart auf hoher See

Telefonieren und Surfen auf Kreuzfahrtschiffen ist teuer. Manches ist aber auch Einstellungssache: Worauf Kreuzfahrtpassagiere mit Handy auf hoher See unbedingt achten sollten.

Mit dem Smartphone an Deck
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Mit dem Smartphone an Deck


Vom Liegestuhl an Deck aus endlich ein paar lang versprochene Rückrufe tätigen. In der Kabine vorm Einschlafen flott noch ein paar Videos auf WhatsApp anschauen, Fotos verschicken oder noch ein bisschen im Internet surfen. Mit der Festlandwelt verbunden bleiben, während man selbst auf hoher See schaukelt - für Kreuzfahrtpassagiere kann das ein ziemlich teures Vergnügen werden.

Die Stiftung Warentest vergleicht in der aktuellen Ausgabe von "Finanztest", was Mobilfunk an Bord bei den Netzbetreibern Telefónica, Telekom und Vodafone kostet und was - bei sieben Tagen auf See in europäischen Gewässern - Pakete zum Telefonieren, Chatten und Surfen bei den Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises, Costa Crociere, MSC Kreuzfahrten und TUI Cruises kosten.

Teuer bleibt es so oder so: Dennoch kommen die Verbraucherschützer zu dem Schluss, dass es in vielen Fällen günstiger ist, ein Daten- oder Mobilfunkpaket beim Kreuzfahrtanbieter zu buchen.

Bei den Netzbetreibern kann vor allem das Surfen sehr teuer werden. So liegen die Preise pro MB - je nach Anbieter - zwischen 19,80 und 25 Euro. Bei den Kreuzfahrtunternehmen, deren schiffseigene Mobilfunknetze mit einem Satellitennetz verbunden sind, kosten 3-GB-Internetpakete zwischen 55,50 (TUI Cruises) und bis zu 109 Euro (Costa). Günstiger fährt, wer nur Social-Media-Anwendungen bucht. Hier liegen die Preise für sieben Tage zwischen 19 (Costa) und 29 Euro (TUI Cruises).

Einen Vorteil, den die Verbraucherschützer bei den Paketen der Kreuzfahrtunternehmen sehen: Die anfallenden Kosten sind für die Passagiere leichter zu kalkulieren.

Fünf Tipps, um die Mobilfunkkosten auf hoher See im Griff zu behalten

Darüber hinaus geben die "Finanztest"-Experten, die sich auch mit Versicherungen und Reiserecht für Kreuzfahrtpassagiere beschäftigt haben, Empfehlungen, worauf man beim Telefonieren und Surfen achten sollte:

  • Vor Abreise sollten Passagiere sich bei der Schiffsgesellschaft über die Kosten von Telefonie und Internetnutzung informieren. Anders als an Land gelten die EU-Roaming-Verordnung oder spezielle Reisepakete der Mobilfunkanbieter draußen auf dem Wasser nicht. Achten Sie, wenn Sie an Bord gehen, auf Textnachrichten, die über anfallende Kosten aufklären.
  • Stellen Sie bei den Einstellungen Ihrer Mobilfunkgeräte von "Automatische Netzwahl" auf "Manuell" um - so vermeiden Sie, automatisch im starken, aber eben auch teuren Bordnetz zu landen. Liegt das Schiff im Hafen oder sind Sie auf Landgang, sehen Sie, welche Netze vor Ort aktiv sind. Je nachdem, wo Sie sind, können Sie jetzt sogar das kostenlose EU-Roaming nutzen.
  • Noch eine wichtige Einstellung: Aktivieren Sie - sobald Sie an Bord gehen - den Flugmodus oder stellen Sie "Mobile Daten" und "WLAN" aus. So können sich Apps oder das Betriebssystem nicht automatisch aktualisieren. Wollen Sie sich online nicht vollständig abmelden, sollten Sie unter "Einstellungen" zumindest die Updates für Betriebssysteme, Apps und die automatische Synchronisation mit Netzwerkdiensten deaktivieren.
  • Mails abrufen ist datenvolumenmäßig das eine, angehängte Fotos und große Dateianhänge herunterladen das andere. Warten Sie für größere Downloads lieber auf ein WLAN-Café während des Landgangs oder auf Zugang zum EU-Roaming. Auf dem Wasser können Sie den automatischen E-Mail-Abruf so einstellen, dass elektronische Post ohne Bilder und große Dateianhänge geladen wird.
  • Kommt Ihnen die Mobilfunkrechnung nach der Reise unerklärlich hoch vor, können Sie diese innerhalb von acht Wochen reklamieren. Fordern Sie beim Anbieter einen Einzelverbindungsnachweis und ein technisches Prüfprotokoll an. Ein Widerspruch ist möglich, wenn der Anbieter gegen seine Informationspflicht verstoßen hat. Heben Sie zu Beweiszwecken alle eingehenden Informations-SMS auf.

Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Artikels haben wir als Preisbeispiel ein 3-MB-Internetpaket genannt. Es handelt sich jedoch um ein 3-GB-Internetpaket. Diesen Fehler haben wir korrigiert.

ele

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
ch@rybdis 11.12.2018
1. Tipp Nr. 6 ...
... schalten Sie Ihr Mobiltelefon mit Beginn der Urlaubsreise in den Flugmodus. Verlassen Sie den Flugmodus erst wieder im heimischen WLAN-Netz, denn dort haben Sie bereits bezahlt. Spaß beiseite: sicherlich gibt es auch unglaublich wichtige Menschen, die auch auf einer Kreuzfahrt mobil erreichbar sein möchten. Aber ich behaupte, dass der Großteil gut und gerne für die Dauer der Kreuzfahrt auf die kleine elektronische Geißel wird verzichten können. Ich selbst ertappe mich auch sehr oft dabei, dass ich selbst im Urlaub ständig auf das Display gucke. Meine Lösung: mein gesamtes Umfeld weiß, dass Urlaubszeit für mich "digital detox"-Zeit ist. Maximal einmal am Tag schaue ich auf mein Telefon, um zu schauen, ob zu Hause bei meiner Familie auch alles in Ordnung ist. Keine Meldung = alle okay ...
iffelsine 11.12.2018
2. Manchmal sind ein paar GB in den Kabinenpreisen enthalten und
mit Skype ist das dann Pennykram. Ich würde nun keine Filme streamen, aber für den Hausgebrauch reichen die 4GB bei PONANT bei 2 Wochen Kreuzfahrt völlig. Nur wenn man in exotischen Gebieten von Bord geht, dann wird es richtig teuer, so auf den Pazifikinseln oder Amazonas, da gibt es kein STARBUCKS oder McDonalds - jedenfalls kaum vom Hafen aus zu erreichen. Hier sollte das Handy besser aus bleiben (es sei denn, man knipst damit... aber wenigstens den Flugmodus einschalten).
Hans58 11.12.2018
3. Auf hoher See..und in der Luft
Im Wesentlichen gilt das, was hier für Kreuzfahrten empfohlen wird, auch für Langstreckenflüge, falls die Fluggesellschaft WiFi anbietet oder sogar die Nutzung von Mobiltelefone für Sprachverbindungen zulässt. Wer ohne auf das "Kleingedruckte" oder die "TC's and C's" sich anmeldet, wird staunen, was die Nutzungsgebühren betreffen.
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