Modernisierung Bahn will 1500 IC-Waggons renovieren

Nach den ICE- sind die IC-Züge dran: Die Deutsche Bahn will auch die rund 1500 Intercity-Waggons gründlich modernisieren. Das Unternehmen reagiert damit auf die vielen Ausfälle im Winter - und eine neue IC-Generation wird erst ab 2014 auf den Schienen sein.

Winterchaos (Dezember 2009): "Die Bahn muss einfach besser werden"
dpa

Winterchaos (Dezember 2009): "Die Bahn muss einfach besser werden"


Berlin - Die Deutsche Bahn will ihre in die Jahre gekommene Intercity-Flotte erneuern. Die Bahn wolle die mehr als 1500 Waggons "völlig überarbeiten", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube dem "Tagesspiegel". Die im Schnitt 32 Jahre alten IC-Fahrzeuge würden "gründlich aufgemöbelt". Zur Investitionshöhe wurden keine Angaben gemacht.

Die Bahn habe ihre "gesamte Flotte auf Herz und Nieren geprüft, vom Klapptisch bis zur Kaffeemaschine". Wie bereits angekündigt wolle der Konzern auch rund hundert Millionen Euro in die Sanierung von Teilen der ICE-Hochgeschwindigkeitsflotte stecken. Demnach sollen auch die sogenannten ICE-2-Züge vollkommen erneuert werden. Zuvor hatte der bundeseigene Konzern schon die ICE- Züge der ersten Baureihe auf Vordermann gebracht.

Die Bahn wolle mit dem Schritt ihre Flotte zuverlässiger machen und reagiere auch auf die vielen Zugausfälle im vergangenen Winter, sagte Grube der Zeitung. Pro Tag seien in den Wintermonaten im Schnitt 50 bis 60 Züge ausgefallen. Der Winter sei der härteste der vergangenen zehn Jahre gewesen. "Es ist extrem ärgerlich, wenn unser Brot- und Buttergeschäft nicht funktioniert, weil wir unter anderem keine hundertprozentige Verfügbarkeit unserer ICE-Züge hatten", sagte der Bahn-Chef. Hier müsse die Bahn "einfach besser werden" und auch die Industrie ihren Beitrag leisten.

Die Erneuerung der Intercity-Flotte lohne sich, weil die neue Generation von IC-Zügen erst ab dem Jahr 2014 komme, sagte Grube. Auch bekomme der Konzern "ja nicht alle Züge auf einen Schlag, die Auslieferung der ersten 220 dauert bis 2020". Die Bahn brauche 300 neue Züge bis zum Jahr 2025, der Gesamtauftrag hat einen Wert von bis zu fünf Milliarden Euro. "Bevorzugter Bieter" dafür ist der Technologiekonzern Siemens.

Die Zeit bis zur Auslieferung all jener Fahrzeuge müsse überbrückt werden, sagte der Bahn-Chef. Mit den neuen Fahrzeugen stelle der Konzern seine Technik "auf eine ganz neue Basis".

Grube bekräftigte, dass über mögliche Preiserhöhungen im Herbst entschieden werde. "Eine Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel auch von der Entwicklung der Energiekosten und dem Verlauf der bevorstehenden Tarifverhandlungen." Zuletzt wurden Tickets im Dezember im Schnitt um 1,8 Prozent teurer.

abl/AFP/dpa



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