Katmandu - Die Polizei in Nepal ermittelt wegen einer Prügelei zwischen Bergsteigern und Sherpas am Mount Everest. Laut einem Bericht der "Himalayan Times" gerieten der Schweizer Ueli Steck, der Italiener Simone Moro und der Brite Jonathan Griffith auf dem Weg ins Lager drei in einen Streit mit einheimischen Bergsteigern, die die Strecke für die Frühjahrssaison präparierten. Dabei kam es zu einer Schlägerei, bei der die drei Ausländer verletzt wurden. Steck trug eine Wunde am Kopf davon.
Noch seien die Details unklar, sagte der für den höchsten Berg der Welt zuständige Polizeichef von Solukhumbu, Sitaram Karki, am Sonntag. Die Ermittlungen würden durch die schwierige Kommunikation am Achttausender erschwert.
Wie die "Himalayan Times" berichtet, steht derzeit Aussage gegen Aussage. Die ausländischen Bergsteiger sagten demnach, sie seien ohne ersichtlichen Grund angegriffen worden. Die Nepalesen dagegen behaupteten, die Bergsteiger hätten sie bei der Arbeit gestört, als sie Fixseile anlegten, und Moro habe sie bedroht.
Zwei der Top-Alpinisten weltweit
Der Italiener will nach wie vor den Mount Everest erklimmen, Steck sei bereits wieder im Tal und warte auf einen Flug zurück nach Katmandu, sagte Anish Gupta vom Unternehmen Cho-Oyu Trekking, das Touren auf den 8848 Meter hohen Gipfel organisiert und die Logistik für die drei Bergsteiger zur Verfügung stellte.
Steck und Moro zählen zu den führenden Höhenbergsteigern weltweit. Während der Schweizer vor allem durch anspruchsvolle Touren in hohem Tempo bekannt wurde, sorgte Moro zuletzt durch Winterbesteigungen mehrerer Achttausender für Aufsehen. Nun waren die beiden zum ersten Mal zusammen an einem Himalaja-Riesen unterwegs. Sie hatten eine anspruchsvolle Tour abseits der Normalroute geplant, über deren genauen Verlauf sie zunächst nicht gesprochen hatten.
Hunderte Bergsteiger versuchen alljährlich im April und Mai den strapaziösen Aufstieg zu dem weltberühmten Gipfel, den der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay 1953 als erste Menschen bezwangen. Seither waren mehr als 3000 Menschen auf dem Mount Everest.
sto/AFP
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