Müll fürs Museum Japaner sammelt neun Tonnen Abfall am Everest

Viel Arbeit am Müll-Berg Everest: Ein Japaner hat Dosen, alte Zelte, Sauerstoffflaschen und Speisereste von vergangenen Expeditionen gesammelt. Jetzt kommt der teils Jahrzehnte alte Abfall ins Museum.


Kathmandu - Der Mount Everest gilt als "höchste Müllhalde der Welt". Denn die Bergsteiger auf den Spuren von Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay haben in den vergangenen 54 Jahren nicht nur jede Menge Schweiß auf dem Weg zum 8848 Meter hohen Gipfel hinterlassen, sondern auch geschätzte 50 Tonnen Abfall - Zelte, Sauerstoffflaschen, Speisereste, Dosen und Medikamente.

Der japanische Bergsteiger Ken Noguchi ist Müllmann und Gipfelstürmer zugleich: Soeben kam von seiner fünften Müllabfuhr-Expedition auf den Everest zurück, dabei sammelte er mit seinem Team japanischer und nepalesischer Bergsteiger 500 Kilogramm Abfall. Insgesamt brachte er laut einem BBC-Bericht schon 9000 Kilo ins Tal, den Kletterer bei ihren Expeditionen am höchsten Berg der Erde liegen gelassen haben. Heute sei der Everest viel sauberer als früher, stellte Noguchi vor Journalisten in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu zufrieden fest.

"Ich habe während der diesjährigen Säuberungsaktion festgestellt, dass die am Berg zurückgelassene Müllmenge deutlich gesunken ist", sagte der Japaner. Er führte dies auf ein wachsendes Umweltbewusstsein der Bergsteiger zurück. Jetzt will er einige der Fundstücke in Museen in Tokio und Seoul ausstellen, um das öffentliche Interesse an der Säuberung des Everest zu verstärken.

Grund für das Müllproblem am Everest ist, dass viele Bergsteiger auf dem Rückweg vom Gipfel durch Anstrengung und Sauerstoffmangel zu geschwächt sind, um ihre Ausrüstung wieder mit ins Tal zu nehmen.

sto/AP



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