Zu heiß Münchner S-Bahn wegen verformter Gleise gestoppt

Temperaturen über 30 Grad haben eine S-Bahn-Linie in München lahmgelegt. Die Hitze hat die Gleise verformt. Auch zwei Intercity der Deutschen Bahn hatten Probleme - sie wurden bis zu einige Stunden durch Brände gestoppt.


München/Oldenburg/Bruchsal - Die Hitze hat auf einer S-Bahn-Strecke in München am Sonntag die Gleise verformt. Ein Zugverkehr auf dem betroffenen Abschnitt der S7 im Osten Münchens sei nicht mehr möglich, teilte die Deutsche Bahn mit.

Eine derartige Verformung kommt nach Angaben eines Sprechers äußerst selten vor: "Ich hatte noch keinen vergleichbaren Fall." Eine Gefahr für Bahnreisende auf anderen Strecken gebe es aber nicht. Die Bahn kontrolliere die Gleise regelmäßig. Selbst geringfügige Veränderungen des Schienenstrangs werden dabei nach Angaben des Sprechers erkannt.

In München war es allerdings schon Mitte Juni zu ähnlichen Problemen auf den Strecken der S1 bei Pulling und der S7 vor Baierbrunn gekommen. Der Betrieb musste eingestellt werden, die Fahrgäste saßen an den Bahnhöfen fest, bis Ersatzbusse gestellt wurden.

Nicht nur die Temperaturen, die an diesem Wochenende vermutlich Rekordhöhen erreichen werden, auch Brände haben der Deutschen Bahn Probleme bereitet.

Wegen eines Feuers im Bordrestaurant eines Intercity-Zuges musste die Feuerwehr bei Bruchsal ausrücken. Während der Fahrt sei am Samstagmorgen die Spülmaschine in Brand geraten, sagte eine Bahn-Sprecherin am Sonntag.

Der Zug habe sofort gestoppt, und die örtliche Feuerwehr sei alarmiert worden. "Während des knapp zweistündigen Einsatzes war die ICE-Strecke zwischen Stuttgart und Mannheim in beiden Richtungen gesperrt", sagte die Sprecherin. Auslöser für das Feuer sei vermutlich ein Kurzschluss gewesen.

Weil für die Löscharbeiten die Stromleitungen abgeschaltet werden mussten, war am bislang heißesten Tag des Jahres auch die Klimaanlage in den Waggons ausgefallen. Allerdings sei es gelungen, die Anlage über eine Batterie zumindest kurzzeitig immer wieder einzuschalten, sagte die Sprecherin. "Es war zum Glück noch am frühen Morgen, deshalb war es nicht so heiß."

Der Zug, der von Stuttgart nach Sylt fahren sollte, habe danach bis zum nächsten Bahnhof fahren können. Dort seien die Fahrgäste in einen anderen Zug umgestiegen.

Wesentlich heißer war es für die Passagiere eines IC von Oldenburg nach Leipzig am Samstagnachmittag: Der Zug wurde durch einen brennenden Baum in der Oberleitung für fast vier Stunden auf freier Strecke gestoppt.

Weil die 15.000 Volt starke Oberleitung für das Löschen und Bergen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet wurde, harrten die rund 170 betroffenen Fahrgäste dabei zwei Stunden ohne Klimaanlage im Zug aus, teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Sonntag mit.

Der IC wurde um 15.45 Uhr in der Nähe von Hude bei Oldenburg gestoppt und fuhr erst um 19.21 Uhr weiter. Die Türen blieben dabei die ganze Zeit geschlossen. Die Bahn verteilte nach eigenen Angaben "Sorry"-Karten an die Fahrgäste mit einem Gutschein von 25 Euro.

abl/dpa



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