Sprengung des DDR-Vorzeigebaus Müritz-Hotel geht in die Luft

Nacheinander sackten die drei Flügel des Müritz-Hotels ein: Der Vorzeigebau aus DDR-Zeiten ist gesprengt worden. Das Gebäude in der Mecklenburgischen Seenplatte war einst ein Traum-Urlaubsziel.

DPA

Ein Stück DDR-Geschichte ist verschwunden. 43 Jahre nach der Eröffnung ist das ehemalige Müritz-Hotel in Klink an der Mecklenburgischen Seenplatte gesprengt worden. 380 Kilogramm Sprengstoff haben dafür gesorgt, dass sich das ehemalige DDR-Vorzeigehotel in 20.000 Tonnen Bauschutt verwandelt hat.

Hunderte Schaulustige verfolgten den "Abriss per Dynamit" im Sicherheitsabstand. Schiffsanbieter hatten zu dem Ereignis Dutzende Müritz-Ausfahrten geplant.

Die Berliner Avila-Gruppe will an der Stelle ein neues Hotel errichten, das voraussichtlich 2020 öffnen soll. Die Sprengung ist nötig, weil das Gebäude nicht mehr saniert werden kann.

Das Hotel mit Schwimmhalle war nach Friedrichroda in Thüringen und Templin in Brandenburg eines der größten Häuser, das der DDR-Feriendienst der Einheitsgewerkschaft FDGB bewirtschaftete. Das Müritz-Hotel in Klink stand schon seit mehr als zwei Jahren leer. 2015 wurde der Betrieb eingestellt.

abl/dpa



insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
giostamm11 28.09.2017
1. schade um dieses Bauwerk
es ist Zeuge des sozialistischen Rationalismus und gehörte eigentlich unter Schutz gestellt. Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland hunderte Bauten die hässlicher sind und unbedeutend. Man denke an die vielen Stelliten Städte aus den 60er Jahren in Westdeutschland. Eine hässlicher als die andere und heute Ghettos für die arme Hälfte der Deutschen. Vergleichbar mit den hässlichsten Beispielen französischer Banlieus. Da es nur drei dieser grossen Ferien Bauten gab in der DDR hätte man dieses Gebäude durchaus retten und verwenden können und sollen
dickebank 28.09.2017
2. Weiterverwendung
Das Abbruchmaterial wird aufgebrochen, klassiert und dem Wirtschaftskreislauf wieder zu geführt. Eine bessere Verwendung gibt es nicht für den Kasten.
teacher20 28.09.2017
3.
Zitat von giostamm11es ist Zeuge des sozialistischen Rationalismus und gehörte eigentlich unter Schutz gestellt. Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland hunderte Bauten die hässlicher sind und unbedeutend. Man denke an die vielen Stelliten Städte aus den 60er Jahren in Westdeutschland. Eine hässlicher als die andere und heute Ghettos für die arme Hälfte der Deutschen. Vergleichbar mit den hässlichsten Beispielen französischer Banlieus. Da es nur drei dieser grossen Ferien Bauten gab in der DDR hätte man dieses Gebäude durchaus retten und verwenden können und sollen
Mit "sozialistischem Rationalismus" (was immer das sein soll; ich kenne nur "sozialistischen Realismus") hat das nichts zu tun. Viel mehr ist die Plattenbauweise (die für das eine oder andere staatstragende Objekt aufgehübscht wurde) Ausfluss der geringen Leistungsfähigkeit der sozialistischen Misswirtschaft aka "Planwirtschaft". Das Problem mit den DDR-Bauten ist, dass eine Modernisierung, die wirklich heutigen baulichen Ansprüchen genügte, faktisch auf einen Neubau hinausliefe - zu wesentlich höheren Kosten. Dann doch eher die Platte plattmachen und etwas Solides an die Stelle setzen.
brooklyner 28.09.2017
4.
Oh bitte, bitte gleich mit den DDR Scheusslichkeiten am Alexanderplatz und in Potsdam weitermachen!
thomas_gr 28.09.2017
5. Überschrift
JA, bitte alle geschichtlichen Zeugnisse zerstören und nur noch Neubauten. Sehr wichtig alle Zeugnisse zu vernichten und durch korruptionsgetriebene Neubauten ersetzen
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.