Nach Lotsenstreik Spanien verlängert Alarmzustand auf Flughäfen

Spanisches Militär wird noch einen Monat lang die Flughäfen des Landes kontrollieren. Unter Aufsicht sind die Lotsen im Tower - sie hatten Anfang Dezember mit einem wilden Streik den Luftverkehr lahm gelegt.


Madrid - Spanien hat zur Verhinderung eines neuen Chaos auf den Flughäfen den geltenden Alarmzustand bis nach den Weihnachtsferien verlängert. Das spanische Parlament billigte am Donnerstag den Antrag der Regierung, bis zum 15. Januar 2011 die Unterstellung der Fluglotsen unter das Kommando des Militärs aufrechtzuerhalten.

Für die Verlängerung stimmten die regierenden Sozialisten (PSOE) sowie die Nationalisten aus Katalonien (CiU), dem Baskenland (PNV) und von den Kanaren (CC). Die Abgeordneten der konservativen Volkspartei (PP) enthielten sich der Stimme.

Der Notstand war am 4. Dezember als Reaktion auf einen unangekündigten Streik der Fluglotsen für zunächst 15 Tage in Kraft getreten. Die Lotsen hatten am 3. und 4. Dezember mit einem wilden Streik den Luftverkehr in ganz Spanien für rund 20 Stunden lahmgelegt und auch den Flugbetrieb in anderen Teilen Europas beeinträchtigt. Etwa 600.000 Reisende waren betroffen. Die Streitkräfte übernahmen die Kontrolle über den spanischen Luftraum.

Aufgrund der Sonderrechte hätten die streikenden Fluglotsen wegen Befehlsverweigerung vor Militärgerichten angeklagt und zu Freiheitsstrafen verurteilt werden können. Der Notstand war zum ersten Mal seit der Demokratisierung Spaniens 1978 verhängt worden.

abl/dpa/dapd



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