Nach Zugunfall in Köln Bahn muss Pannen-ICE häufiger untersuchen lassen

Auf Anweisung des Eisenbahnbundesamts muss die Bahn ihre ICE-3-Züge jetzt häufiger in die Werkstatt schicken. Im Juli war ein Zug dieses Typs im Kölner Hauptbahnhof entgleist. Der Konzern rechnet wegen der Wartungsarbeiten mit Einschränkungen für die Fahrgäste.


Frankfurt am Main - Die Deutsche Bahn kann über ihre 66 Hochgeschwindigkeitszüge des Typs ICE 3 immer weniger verfügen: Nach dem Entgleisen eines ICE dieses Typs im Juli in Köln habe sich das Eisenbahnbundesamt mit der Bahn darauf verständigt, die Radsatzwellen noch häufiger zu untersuchen, sagte ein Konzernsprecher. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

ICE-3-Züge: Müssen jetzt öfter durchgecheckt werden
DDP

ICE-3-Züge: Müssen jetzt öfter durchgecheckt werden

Die häufigen Werkstatttermine führten inzwischen zu einer Einschränkung des Sitzplatzangebotes auf den klassischen ICE-3- Strecken Köln-Frankfurt/Main und Köln-München, hieß es weiter. Statt zweier Zugeinheiten würde nur noch eine eingesetzt, hieß es.

Je nach verwendetem Werkstoff der Radsatzwellen muss die Bahn die Züge nun alle 30.000 oder 60.000 Kilometer überprüfen lassen. Zuvor hatte das Amt noch eine doppelt so lange Laufleistung erlaubt. Nach Angaben der Bahn handelt es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme. Da bis heute die genaue Ursache des Zugunfalls in Köln nicht fest stehe, wolle man jede Gefahr durch häufige Kontrollen ausschließen.

Nach dem Beinahe-Unglück von Köln hatte die Bahn Mitte Juli 61 ICE-Züge der dritten Generation für Sicherheitschecks aus dem Verkehr gezogen und 90 Fernverbindungen gestrichen. Die Folgen waren im Fernverkehr über mehrere Tage spürbar gewesen, Zehntausende Bahnkunden waren betroffen. Die Ermittlungen dauern derweil noch an. Es wird vermutet, dass der Bruch einer Radsatzwelle damals zu dem Unfall führte. Verletzt wurde dabei niemand.

amz/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.