Nahost-Krise Bahrain stoppt Flugverkehr mit Iran

Die Krise zwischen Teheran und seinen sunnitischen Nachbarn weitet sich aus: Nun hat auch der Golfstaat Bahrain angekündigt, sämtliche Flüge nach Iran einzustellen.


Nach den diplomatischen Beziehungen hat der arabische Golfstaat Bahrain auch den Flugverkehr mit Iran eingestellt. Damit reagierte das von Sunniten regierte Königreich auf die Eskalation des Konflikts zwischen seinem Verbündeten Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran. Das bahrainische Verkehrsministerium habe alle Reiseverbindungen mit Iran untersagt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur BNA.

Bereits am Montag hatte Bahrain beschlossen, seine diplomatische Vertretung in Teheran zu schließen. Das Königreich protestierte mit diesem Schritt gegen die Übergriffe auf die saudi-arabische Botschaft in der iranischen Hauptstadt am vergangenen Wochenende. Auch Saudi-Arabien hat seine diplomatischen Beziehungen zu Iran abgebrochen und alle Flüge aus dem und in das Land verboten.

Bahrain wird von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert. Die Mehrheit der Bevölkerung sind jedoch Muslime schiitischer Glaubensrichtung. Während der arabischen Aufstände ließ die Regierung Proteste von Schiiten mit Gewalt niederschlagen.

Saudi-Arabien hatte am Samstag den schiitischen Geistlichen Nimr Baker al-Nimr, einen entschiedenen Gegner des sunnitischen Königshauses, und 46 weitere Menschen hingerichtet. Daraufhin griffen in Iran Hunderte Menschen die saudi-arabische Botschaft in der Hauptstadt Teheran an. Auch in Bahrain kam es zu Demonstrationen, die Polizei setzte Tränengas ein.

sto/dpa/Reuters/AP

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