Gefangen im Watt: Navi leitete Touristen mit Mietwagen ins Meer

Der direkte Weg zur australischen Insel Stradbroke führt übers Meer - ein Mietwagen ist dafür ein eher ungeeignetes Gefährt. Drei Studenten aus Tokio versuchten es dennoch, folgten ihrem Navigationsgerät und blieben im Watt stecken.

Vom Meer umspült: Touristen vertrauten ihrem Navi - bis ins Watt Fotos
REUTERS/The Redland Times/Chris McCormack

Fährschiff-Passagiere und Strandspaziergänger an der nordostaustralischen Küste staunten am Freitagmittag nicht schlecht: Sie sahen einen himmelblauen Hyundai Getz, im Wasser der Moreton Bay, umspült von leise schwappenden Wellen. Seine Fahrer konnten sich längst an Land retten: drei japanische Touristen, die dem Navigationsgerät in ihrem Mietwagen zu viel Glauben geschenkt hatten.

Die drei Studenten aus Tokio wollten einen Tagesausflug zu der Insel Stradbroke in Cleveland unternehmen, 16 Kilometer östlich von Brisbane, wie die lokale australische Zeitung "The Redland Times" berichtet. Doch ihr GPS-Gerät vergaß die 15 Kilometer Wasser zu erwähnen, die zwischen Festland und Insel liegen.

Bei Ebbe führte es die 21-jährige Fahrerin Yuzu Noda und ihre beiden gleichaltrigen Freunde zunächst über eine Schotterstraße und dann mitten in den Matsch. Das Navi "hat uns gesagt, dass wir hier runterfahren können", sagte Noda der Zeitung. Nach 500 Metern war Schluss - der Kleinwagen blieb bis zu den Achsen im Watt stecken. Als einige Zeit später die Flut kam, war das Auto schnell im Wasser versunken.

Als Mietwagen war der Hyundai versichert, die Navi-gläubigen Studenten, die am Samstag in ihre Heimat zurückfliegen, müssen wohl dennoch 1500 Dollar zahlen. "Wir kommen wieder nach Australien", sagte Noda, "alle sind so freundlich, sogar heute."

abl

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insgesamt 18 Beiträge
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1. "Alle sind so freundlich,
dennis_mundo 16.03.2012
Zitat von sysopREUTERS/The Redland Times/Chris McCormackDer direkte Weg zur australischen Insel Stradbroke führt übers Meer - ein Mietwagen ist dafür ein eher ungeeignetes Gefährt. Drei Studenten aus Tokio versuchten es dennoch, folgten ihrem Navigationsgerät und blieben im Watt stecken. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,821757,00.html
sogar heute." LOL, ich lach mich schlapp :)). Na wenn die netten Studenten beim naechsten Mal wieder so 'ne Nummer liefern, dann werden sich natuerlich alle freuen. Kein Wunder, dass alle freundlich sind. Suess. :))
2. vielleicht war der im Boot Modus
old_spice 16.03.2012
Ich hatte mir kürzlich mal ein Navi ausgeliehen. Zuerst sollt ich durch die Fußgänger Zone, dann über Treppen durch die Bahnunterführung. Mein Neffe hat sich schlapp gelacht und mir dann gezeigt, wie man das Gerät aus dem Fahrrad Modus nimmt.
3.
relies 16.03.2012
Zitat von sysopREUTERS/The Redland Times/Chris McCormackDer direkte Weg zur australischen Insel Stradbroke führt übers Meer - ein Mietwagen ist dafür ein eher ungeeignetes Gefährt. Drei Studenten aus Tokio versuchten es dennoch, folgten ihrem Navigationsgerät und blieben im Watt stecken. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,821757,00.html
Entgegen dem einleitenden Text bin ich der Meinung, dass ein Mietwagen (wenn so eine Aktion denn schon passieren muss) sehr wohl das geeignete Gefährt zu sein schein, denn mit 1500 Dollar sind die Mieter doch noch sehr preiswert davon gekommen. Mit dem eigenen Wagen wären sie auf dem kompletten Schaden sitzengeblieben. Muss eine sehr kulante Vermietung gewesen sein... Im Übrigen meine ich mich zu erinnern, dass - nachdem ein BMW-Navi eine Brücke über die Havel anzeigte, wo es nur eine Fähre gab und ein Fahrer prompt im Wasser landete - BMW sinngemäß mit diesem Kommentar reagierte: "Man muss beim Fahren schon auch noch aus dem Fenster schauen".
4. .
Misi 16.03.2012
Zitat von sysopREUTERS/The Redland Times/Chris McCormackDer direkte Weg zur australischen Insel Stradbroke führt übers Meer - ein Mietwagen ist dafür ein eher ungeeignetes Gefährt. Drei Studenten aus Tokio versuchten es dennoch, folgten ihrem Navigationsgerät und blieben im Watt stecken. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,821757,00.html
Naja, immerhin gibt es tatsächlich Straßen über den Meeresgrund, die man tunlichst nur bei Ebbe befahren sollte, z.B. HIER (http://maps.google.de/?ll=46.929752,-2.12122&spn=0.031475,0.084543&t=h&z=14)
5. ...
saako 16.03.2012
Zitat von old_spiceIch hatte mir kürzlich mal ein Navi ausgeliehen. Zuerst sollt ich durch die Fußgänger Zone, dann über Treppen durch die Bahnunterführung. Mein Neffe hat sich schlapp gelacht und mir dann gezeigt, wie man das Gerät aus dem Fahrrad Modus nimmt.
So so, und nur weil ihr Navi das anzeigt fahren sie mit dem Rad über Treppen oder rasen durch die Fußgängerzone. Navi macht doof.
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