Während in der Meyer Werft noch an der "Breakaway" und ihrer Schwester "Getaway" geschweißt und gehämmert wird, hat Norwegian Cruise Line (NCL) dem emsländischen Unternehmen bereits einen weiteren Auftrag zugesagt. Die US-Reederei habe mit der Papenburger Werft eine Vereinbarung zum Bau eines neuen Kreuzfahrtschiffs mit Auslieferungstermin im Oktober 2015 geschlossen, teilte NCL mit. Es würde der zehnte NCL-Neubau bei Meyer. Außerdem gebe es eine Option für eine weiteres Projekt für das Frühjahr 2017.
Das neue Schiff soll mit 163.000 BRZ und Platz für circa 4200 Passagiere größer sein als die Bauten der Breakaway-Klasse mit ihren 144.600 BRZ. Der Auftragswert des Projekts "Breakaway Plus" liegt laut NCL bei etwa 700 Millionen Euro. "Dieser Neubau setzt unsere Tradition als Innovationsführer im Kreuzfahrtmarkt fort und wird über Neuerungen in Sachen Technik und Umweltschutz verfügen", sagte NCL-Chef Kevin Sheehan.
Die zurzeit in Bau befindliche "Norwegian Breakaway" mit einem Wasserrutschenpark, Hochseilgarten und Neun-Loch-Golfanlage soll im Mai 2013 ihren Dienst aufnehmen, die Fertigstellung der "Norwegian Getaway" ist für 2014 geplant. Die beiden Ozeanriesen werden bei Auslieferung die größten bisher in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffe sein.
Weitere Riesenschiffe hat Royal Caribbean Cruises - ebenfalls mit Sitz in den USA - in Papenburg in Auftrag gegeben. Unter dem Projektnamen "Sunshine" kündigte die Werft im vergangenen Jahr den Bau zweier Kreuzer mit 158.000 BRZ und Platz für 4100 Passagiere an, die im Herbst 2014 und im Frühjahr 2015 fertig werden sollten.
Die Grenzen der Papenburger Docks sind mit diesen Riesen jedoch noch nicht erreicht: Unter bestimmten technischen Voraussetzungen könnten Schiffe bis zu einer Größe von rund 180.000 BRZ gebaut werden, sagte der Sprecher der Meyer Werft, Peter Hackmann, SPIEGEL ONLINE. Zum Vergleich: Die zurzeit größten Kreuzfahrtschiffe der Welt der "Oasis"-Klasse von Royal Caribbean sind knapp über 225.000 BRZ groß und können bis zu 8500 Passagiere und Crewmitglieder aufnehmen.
Auch die nun geplanten Giganten könnten laut dem Sprecher unter denselben Voraussetzungen wie die bisher gebauten, kleineren Schiffe über die Ems in die Nordsee überführt werden. Maßgeblich sei, dass ein Überführungstiefgang des Schiffes von 8,50 Meter nicht überschritten werde. Das schwierige Manöver über die 32 Kilometer lange Passage zieht bei jedem Neubau Hunderte Schaulustige an die Ufer.
abl
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