Neue Bahn-Taktik: Nummern ziehen statt Warteschlange

Die Bahn erklärt endlosen Schalterschlangen den Kampf: In großen Reisezentren sollen Kunden demnächst Nummern ziehen und danach aufgerufen werden. Außerdem will das Unternehmen Sofortfahrer-Schalter für Eilige anbieten.

Berlin - Beim Ticketkauf am Bahn-Schalter sollen Fahrgäste künftig schneller zum Zug kommen. Um Wartezeiten zu verkürzen, können Kunden in 31 großen Reisezentren bald wie bei Ämtern Nummern ziehen und werden dann über Bildschirme an freie Schalter gerufen, wie der bundeseigene Konzern am Montag in Berlin mitteilte. Wo es baulich möglich ist, sollen auch Sitzgelegenheiten geschaffen werden.

Warteschlange vor dem Ticketschalter: In Zukunft werden Nummern vergeben
DDP

Warteschlange vor dem Ticketschalter: In Zukunft werden Nummern vergeben

Die bundesweit 40 größten Stationen erhalten darüber hinaus Sofortfahrer-Schalter für eilige Reisende, die ohne Beratung abfahren wollen. In vielen Reisezentren können außerdem ab sofort persönlich oder per Postkarte Termine für ausführlichere Beratungen vereinbart werden. Die Deutsche Bahn hat insgesamt gut 400 Reisezentren.

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte die Neuerungen. "Das ist eine gute Sache für große Reisezentren", sagte der Vorsitzende Karl- Peter Naumann. Die Bahn dürfe darüber aber die Schalter in kleineren Städten nicht vergessen. An Sofortfahrer-Schaltern sollte zudem konsequent darauf geachtet werden, dass es dort tatsächlich keine längeren Beratungen gebe.

Der Vertriebschef des Bahn-Personenverkehrs, Jürgen Büchy, nannte als Ziel der Maßnahmen, "95 Prozent der Kunden innerhalb einer Wartezeit von zehn Minuten zu bedienen". Das Aufrufsystem war seit vergangenem April im Bahnhof Ingolstadt getestet worden und sei gut angekommen.

Bis März sollen nun zunächst 28 Reisezentren damit ausgestattet werden, unter anderem in den großen Hauptbahnhöfen von Frankfurt am Main, Hamburg und München. Im Lauf des Jahres folgen die Hauptbahnhöfe Düsseldorf, Köln und Karlsruhe.

abl/dpa

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