Neue Schilder Hamburg begrüßt Gäste auf Platt

Hamburg-Touristen werden künftig am Ortseingang mit "Goden Dag" begrüßt: Die Hamburger Bürgerschaft hat das Aufstellen von Schildern in niederdeutscher Sprache beschlossen. Das Votum fiel einstimmig nach einer Debatte auf Platt.


Hamburg - An zweisprachige Verkehrsschilder sind Reisende im Ausland bereits gewöhnt, zum Beispiel in Belgien oder Norditalien. Bald sollen auch Hamburg-Touristen erkennen, dass hier eine zweite Sprache gesprochen wird: An den roten Schildern, die schon jetzt an Autobahnen auf das bevorstehende Eintreffen in oder Verlassen der Hansestadt hinweisen, sollen künftig kleine Zusatztafeln mit den Worten "Hamborg seggt Goden Dag" oder "Hamborg seggt Tschüß" angebracht werden.

Einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion habe die Bürgerschaft nach einer auf Platt gehaltenen Debatte einstimmig beschlossen, sagte ein Sprecher heute. Mit der zusätzlichen Beschriftung "op plattdüütsch" will die Stadt die Sprache pflegen und die Neugier der Touristen darauf wecken.

Ackerschnacker und Hübbelpott

Auch die gelben Stadtteilschilder sollen demnach wie etwa im benachbarten Schleswig-Holstein zweisprachig beschriftet werden können, "wenn de Lüüd dat dor so wüllt un ook betolt" (wenn die Leute das dort so wollen und auch bezahlen). Mit der Zustimmung von Regionalausschuss oder Bezirksversammlung hieße es dann auf den Schildern zum Beispiel "Neuengamme/Neigamm" oder "Moorwerder/Moorwarder".

Übrigens: Im Internet hat das Plattdeutsche eine riesige Fangemeinde. Auf Seiten wie plattdeutsch.net oder plattmaster.de pflegen "Plattschnacker" mit aktuellen Nachrichten und Forumsbeiträgen ihre Sprache. Wer Plattdeutsch lernen will, findet einen Online-Sprachkurs und ein Wörterbuch "deutsch-plattdeutsch". Dort erfährt man zum Beispiel auch die plattdeutsche Übersetzung für Handy (Ackerschnacker), Eierlikör (Klötenköm) oder Springbrunnen (Hübbelpott).

reh/AFP



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