Neue Tarife ab Sonntag: Deutsche Bahn kürzt Sparpreis-Angebot

Zum Fahrplanwechsel am Sonntag erhöht die Deutsche Bahn ihre Preise deutlich - im Schnitt 3,9 Prozent im Nah- und Fernverkehr. Zudem werden Angebote wie Sparpreis 50 und 25 gestrichen. Eine Übersicht über die neuen Preise und wo Sparen dennoch möglich ist.

Preiserhöhung bei der Bahn: Was teurer wird und wo man sparen kann Fotos
dapd

Berlin - Das Fahren mit der Deutschen Bahn wird mit dem Winterfahrplan wieder deutlich teurer. Die Preiserhöhung ab Sonntag begründete der Vorstand der Bahn für den Personenverkehr, Ulrich Homburg, mit deutlich gestiegenen Personal- und Energiekosten. Er verwies zudem darauf, dass die Bahn ihre Preise im Fernverkehr im vergangenen Jahr nicht angehoben habe. Der Anstieg sei somit "moderat" ausgefallen.

Kritik an den höheren Preisen übte das Bündnis Bahn für Alle. Seit 2003 summierten sich die Bahn-Preissteigerungen auf über 30 Prozent, während die allgemeinen Preise in dieser Zeit um gerade einmal gut 15 Prozent zugelegt hätten. Während die Bahnfahrer zahlen müssten, setze der Konzern auf Rekordgewinne in Milliardenhöhe: Bahn-Chef Rüdiger Grube "spricht von Börsenfähigkeit und lässt die Fahrgäste dafür blechen", kritisierte die Verkehrsreferentin der Umweltorganisation Robin Wood, Monika Lege.

Angehoben werden die Preise ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember im Fern- und Nahverkehr zum Teil deutlich. Wer allerdings seine Tickets für die kommenden drei Monate noch bis Samstag bucht, bekommt diese zum alten Preis. Auch bei Sparangeboten, der Bahncard und Reservierungen gibt es Änderungen:

  • Reguläre Tickets: Im Fern- und Nahverkehr steigt der Normalpreis im Schnitt um 3,9 Prozent. Ihn zahlen alle Kunden, die sich nicht für ein Sparangebot im Fernverkehr oder ein Pauschal-Ticket für den Nahverkehr entscheiden. Die Preiserhöhung gilt für Einzelfahrten sowie für Monats-, Wochen- und Jahreskarten.
  • Sparpreis-Angebote: Ihre Sparpreis-Angebote im Fernverkehr dünnt die Bahn aus: Sparpreis 25 und Sparpreis 50 wird zum Jahresende abgeschafft - hier sei die Nachfrage angeblich zu gering gewesen.

    Dagegen kostet für Reisen in der zweiten Klasse bis 250 Kilometer im ICE, Inter- oder Eurocity ein Sparticket weiterhin 19 Euro. Den Sparpreis für Fahrten über 250 Kilometer gibt es weiterhin ab 29 Euro in der zweiten Klasse und 49 Euro in der ersten Klasse. Einen zusätzlichen Rabatt von 25 Prozent erhalten weiterhin die Inhaber einer Bahncard 25.
  • Pauschaltickets: Bei einigen der Sondertickets für den Nahverkehr will die Bahn die Preise ändern. Das Schönes-Wochenende-Ticket wird um einen Euro teurer. Auch verteuern sich einige Ländertickets, mit denen bis zu fünf Fahrgäste zusammen reisen können.

    Beim Baden-Württemberg-Ticket und beim Ticket für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verändert die Bahn die Preisstruktur: Sie verlangt künftig einen Grundpreis für den ersten Fahrgast, die weiteren Mitfahrer müssen jeweils einen geringeren Aufpreis zahlen.
  • Bahncard: Auch für ihre Bahncard müssen die meisten Kunden künftig mehr zahlen. Die Bahncard 25 verteuert sich für die zweite Klasse um zwei Euro auf 59 Euro und für die erste Klasse um fünf Euro auf 119 Euro. Bei ermäßigten, Zusatz- und Partnerkarten bleiben die Preise gleich.

    Die Bahncard 50 verteuert sich für die zweite Klasse um zehn Euro auf 240 Euro und für die erste Klasse um 22 Euro auf 482 Euro. Die ermäßigte und die Partnerversion legen für die zweite Klasse von 118 Euro auf 122 Euro zu und für die erste Klasse von 236 Euro auf 244 Euro.

    Auch die Bahncard 100 verteuert sich: Für die zweite Klasse kostet sie künftig 3990 Euro und für die erste Klasse 6690 Euro. Den Preis für ihre Jugend-Bahncard will das Unternehmen konstant bei zehn Euro belassen.
  • Reservierung: Ab Sonntag verlangt die Bahn pauschal vier Euro für eine Sitzplatz-Reservierung. Bisher hatte sie unterschiedliche Preise verlangt, je nachdem ob der Kunde am Schalter, am Telefon, im Internet oder am Automaten seinen Sitzplatz buchte. Die Schalterpreise verringern sich damit, denn bislang mussten Kunden dort 4,50 für die zweite und 5,50 für die erste Klasse zahlen.

    Wer sich übers Internet oder am Automat seinen Platz sichert, muss nun hingegen tiefer in die Tasche greifen - kostete dort doch die Reservierung bislang noch 2,50 Euro für die zweite und 3,50 Euro für die erste Klasse.

Preisbeispiele für einzelne Verbindungen: (einfache Fahrt, ohne Ermäßigungen, zweite Klasse, im Fernverkehr mit ICE)

  • Frankfurt am Main - Mannheim: bisher 26 Euro, künftig 27 Euro (+3,8%)
  • Stuttgart - München: bisher 53 Euro, künftig 54 Euro (+1,9%)
  • Berlin - Freiburg: bisher 129 Euro, künftig 135 Euro (+4,7%)
  • Schweinfurt-Haßfurt: bisher 5,30 Euro, künftig 5,50 Euro (+3,8%)
  • Heilbronn - Stuttgart: bisher 10,70 Euro, künftig 11,10 Euro (+3,7%)
  • Hildesheim - Magdeburg: bisher 22,40 Euro, künftig 23,30 Euro (+4,0%)

Trotz der Erhöhungen können Kunden mit Pauschaltickets und anderen Rabatten im Vergleich zum Normalpreis viel Geld sparen:

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insgesamt 113 Beiträge
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1. Ja wie
herr_kowalski 10.12.2011
Zitat von sysopZum Fahrplanwechsel am Sonntag erhöht die Deutsche Bahn ihre Preise deutlich - im Schnitt*3,9 Prozent*im Nah- und Fernverkehr. Zudem werden Angebote wie Sparpreis 50 und 25 gestrichen. Eine Übersicht über die neuen Preise und wo Sparen dennoch möglich ist. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,802890,00.html
sollen denn sonst Prestigeprojekte wie Stuttgart finanziert werden ?? Das muss man doch verstehen. Es wird zwar an verdreckten und überalterten Zügen nicht viel geändert aber wir investieren lieber im Ausland als in Deutschland. Im Rhein-und Moseltal werden die Anwohner vom Lärm der Steinzeit- Güterzüge langsam taub, aber nach knapp140 Jahren mit einer doppelgleisigen Tunnelröhre bei Cochem ist die 2. für ca. 250 Millionen alternativlos. Selbst schuld wer immer noch Bahn fährt wenn er nicht muss.
2. Abschaffen oder vergesellschaften
megaptera 10.12.2011
Zitat von sysopZum Fahrplanwechsel am Sonntag erhöht die Deutsche Bahn ihre Preise deutlich - im Schnitt*3,9 Prozent*im Nah- und Fernverkehr. Zudem werden Angebote wie Sparpreis 50 und 25 gestrichen. Eine Übersicht über die neuen Preise und wo Sparen dennoch möglich ist. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,802890,00.html
Die Mondpreise der Bahn kann doch keiner mehr bezahlen. Die Bahn ist ein geldgeiler , unfreundlicher und völlig überteuerter Monopolist. 140€(280 DM) für 850 km= Reisen wird zum Luxus
3. Auf Thema antworten
antilobby 10.12.2011
Zitat von herr_kowalskisollen denn sonst Prestigeprojekte wie Stuttgart finanziert werden ?? Das muss man doch verstehen. Es wird zwar an verdreckten und überalterten Zügen nicht viel geändert aber wir investieren lieber im Ausland als in Deutschland. Im Rhein-und Moseltal werden die Anwohner vom Lärm der Steinzeit- Güterzüge langsam taub, aber nach knapp140 Jahren mit einer doppelgleisigen Tunnelröhre bei Cochem ist die 2. für ca. 250 Millionen alternativlos. Selbst schuld wer immer noch Bahn fährt wenn er nicht muss.
Ein monopolistisches Unternehmen kann den Preis diktieren. Solange sinnvoller Wettbewerb verhindert ist, hat Die Bahn keinen Grund beim Preis nachzugeben. Jeder, der gegen Autoverkehr ist, schädigt die Konkurrenz der Bahn, festigt ihre Monopolstellung und ist indirekt an die Preiserhöhung mitschuldig.
4. Auf Thema antworten
antilobby 10.12.2011
In den Energie-Themen wird immer wieder nach Verstaatlichung der EVUs gefordert. Fahren die Leute nie Bahn, ich kann diesen Hang zu staatlichen Monopolisten nicht verstehen.
5. ot
gast100100 10.12.2011
Die Sparpreise schafft die Bahn ab, weil sie zu selten genutzt werden. Mmh, dann kann der Konzern die Preise trotzdem beibehalten, er macht doch keinen Verlust, weil sie angeblich kaum einer nutzt.
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