Bahn-Konkurrenz RDC Neuer Sylt-Autozug nimmt Betrieb auf

Monatelang war der Start verschoben worden: Jetzt hat der Bahn-Konkurrent RDC seinen ersten regulären Autozug über den Hindenburgdamm nach Sylt geschickt. Er soll bald 14-mal täglich pendeln.

Bahnstrecke über den Hindenburgdamm
DPA

Bahnstrecke über den Hindenburgdamm


Die Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz auf der einzigen Strecke, auf der Autozüge rentabel waren: Am Dienstag hat der private Bahnbetreiber RCD erstmals seinen auffällig blau lackierten Sylt-Autozug nach Fahrplan auf die Reise geschickt.

Wegen Gleisbauarbeiten pendelt der einstöckige Autozug zunächst nur mit einem eingeschränkten Angebot zwischen dem Festland und der Nordseeinsel: Über den Hindenburgdamm wird er von Montag bis Freitag viermal täglich - zweimal hin und zweimal zurück - fahren.

Mit Beginn des Winterfahrplans ab 11. Dezember soll der reguläre Betrieb mit täglich 14 Fahrten über den Hindenburgdamm angeboten werden, teilte das Unternehmen mit. Der reguläre Ticketpreis für die Hin- und Rückfahrt wird ab November bei 70 bis 80 Euro liegen - abhängig vom Wochentag. Bis zum 4. November gilt ein Aktionspreis von 25 Euro pro Fahrt. Das Ticket für den roten Sylt-Shuttle der Bahn kostet mindestens 79 Euro.

Der Start des RDC-Autozugs war zuvor über Monate hinweg bereits mehrfach verschoben worden, unter anderem wegen Problemen mit den Notbremsseilen an den neuen Waggons.

Die Deutsche Bahn wiederum hatte ihrerseits mit dem "Sylt Shuttle Plus" auf die Konkurrenz reagiert. Mit diesem Angebot, das langsamer und teurer als der Nahverkehr ist, sicherte sich die Bahn einige umkämpfte Verbindungen. Das führte wegen des eng getakteten Fahrplans zu vielen Verspätungen.

Wer sonst noch Autos per Zug transportiert:

Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember wird die Deutsche Bahn ihre Autoreisezüge aufgeben - bis auf den Sylt Shuttle. Auch andere private Bahnunternehmen steigen in das Geschäft mit dem Fahrzeugtransport ein:

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) werden ab Mitte Dezember in Deutschland vier "Nightjet"-Verbindungen anbieten, auf denen auch Autos und Motorräder mitgenommen werden:

  • Düsseldorf - München - Innsbruck (dreimal wöchentlich mit Fahrzeugen)
  • Hamburg - Wien (täglich mit Fahrzeugen)
  • Düsseldorf - Wien (viermal wöchentlich mit Fahrzeugen)
  • Hamburg - München - Innsbruck (täglich mit Fahrzeugen)

abl/dpa



insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
ace.of.spades 18.10.2016
1. Fragen!
Die deutsche Bahn überlässt den Großteil der Sylt-Verbindungen sowie alle Nachtverbindungen und Autoreisezugangebote anderen Gesellschaften, weil die Angebote angeblich nicht rentabel sein sollen. Diese anderen Bahngesellschaften nehmen diese Angebote aber auf und erweitern diese sogar. Neben einem sicherlich garantiert besseren Service bezahlen diese aber zusätzlich auch für die Benutzung der Trassen. Diese Bahngesellschaften tun das alles ja nicht aus karitativen Gründen, sondern werden damit Geld verdienen. Es rechnet sich also! Warum funktioniert das dann bei der DB nicht? Liegt es also daran, daß das gesamte Management der DB tatsächlich völlig inkompetent ist? Oder liegt es an den Vorgaben des Staates, der Hauptaktionär ist und vertreten wird von einem notorisch vollkommen inkompetenten Verkehrsminister? Oder beides? Kann mir mal jemand die Widersprüche erklären?
Stäffelesrutscher 18.10.2016
2.
Fragen Sie Herrn Pofalla. Der wird dafür bezahlt.
pepe-b 19.10.2016
3. @ace.of.spades
Fragen Sie doch mal ganz unideologisch und nicht reflexhaft nicht nach dem Management. Oder glauben Sie das Management bei Privatunternehmen ist wirklich besser? Fragen Sie doch auch mal nach der Historie der DB und welchen Ballast sie rumschleppen muss - genau wie Post, Telekom usw. Fragen Sie mal, zu welchen Konditionen Mitarbeiter bei der DB und bei der RDC arbeiten. Fragen Sie, wieviele Beamte die DB noch versorgen muss und wieviele die Konkurrenz. Ich weiß gar nicht, wo ich aufhören soll...
nolabel 19.10.2016
4. Es war einmal
eine traumschöne Insel... Für Sylt wären nicht neue sondern weniger Autozüge gut. Ich habe seit langen Jahren das Interesse am "größten Parkplatz Deutschlands" aufgegeben.
Robert_Rostock 20.10.2016
5.
Zitat von ace.of.spadesDie deutsche Bahn überlässt den Großteil der Sylt-Verbindungen sowie alle Nachtverbindungen und Autoreisezugangebote anderen Gesellschaften, weil die Angebote angeblich nicht rentabel sein sollen. Diese anderen Bahngesellschaften nehmen diese Angebote aber auf und erweitern diese sogar. Neben einem sicherlich garantiert besseren Service bezahlen diese aber zusätzlich auch für die Benutzung der Trassen. Diese Bahngesellschaften tun das alles ja nicht aus karitativen Gründen, sondern werden damit Geld verdienen. Es rechnet sich also! Warum funktioniert das dann bei der DB nicht? Liegt es also daran, daß das gesamte Management der DB tatsächlich völlig inkompetent ist? Oder liegt es an den Vorgaben des Staates, der Hauptaktionär ist und vertreten wird von einem notorisch vollkommen inkompetenten Verkehrsminister? Oder beides? Kann mir mal jemand die Widersprüche erklären?
Da geht meiner Meinung nach einiges durcheinander. Ich weiß nicht, welche Sylt-Verbindungen Sie konkret meinen, welche die Bahn anderen Gesellschaften überlässt. Falls Sie die Regionalzüge meinen, die momentan von der NOB gefahren werden: Diese Leistungen wurden, wie alle Nahverkehrszüge, vom Bundesland bestellt und ausgeschrieben. Und bei dieser Ausschreibung hat sich die NOB durchgesetzt. Die Deutsche Bahn hätte die Züge sicher gern weiter selber betrieben. Selbstverständlich bezahlen auch die Züge der DB Trassengebühren. Wo ich Ihnen Recht gebe, was ich auch nicht verstehe, ist die Frage der Nachtzüge. Da scheint bei der DB wirklich Desinteresse vorzuherrschen, es gibt auch begründete Meinungen, dass die Rentabilität der Nachtzüge künstlich schlechtgerechnet wurde. Man darf aber nicht vergessen, dass die Nachtzüge von der Österreichischen Bundesbahn, also einem Staatsunternehmen, übernommen wurden.
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