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"Citi Bike": New York startet größtes Leihradsystem der USA

6000 neue Fahrräder für den Big Apple: Was in vielen europäischen Städten seit langem Standard ist, hat nun auch in New York Einzug gehalten. Die Stadt startete ein öffentliches Leihradsystem, das viele Einheimische schon jetzt verfluchen.

"Citi Bike": 6000 Fahrräder für New York Fotos
AFP

Hamburg - Die Fahrräder bereiteten Augenschmerzen, würden Parkplätze wegnehmen und am Ende wohl von Hunden angepinkelt werden: Natürlich hatten einige New Yorker Argumente gegen die neuen Leihstationen parat. Doch allem Genörgel zum Trotz gab Bürgermeister Michael Bloomberg Anfang der Woche 6000 Fahrräder zur Benutzung frei - mit zehn Monaten Verspätung.

Ursprünglich sollte der von einer großen Bank gesponserte Fahrradverleih bereits im Juli 2012 starten, doch logistische Probleme und der Hurrikan "Sandy" im Oktober machten den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung.

An 333 Parkstationen in Manhattan und Brooklyn können sich Einheimische und Touristen nun die Räder gegen eine Gebühr ausleihen. In einer zweiten Phase soll es 600 Stationen geben, die Zahl der Räder soll auf 10.000 steigen.

Bereits am ersten Tag nutzten Tausende den neuen Service. Bis zum späten Nachmittag meldeten die Organisatoren 6000 Einzeltouren, bei denen insgesamt 22.000 Kilometer zurückgelegt wurden. Schon jetzt haben rund 14.000 New Yorker ein Jahresabo für 103 US-Dollar (knapp 80 Euro) abgeschlossen, mit dem sie eine unbegrenzte Anzahl von Trips unternehmen können. Bei jeder Anmietung sind die ersten 45 Minuten kostenlos, danach fallen Gebühren an. Ab Juni sollen auch Tages- und Wochenabonnements möglich sein.

Einige New Yorker fürchten, dass der Verkehr nun noch gefährlicher wird. Bürgermeister Bloomberg rief beim feierlichen Start der "Citi Bikes" am Memorial Day alle Radfahrer zu besonderer Vorsicht auf. "Es wird einige Zeit dauern, bis sich Fußgänger und Autofahrer an die Tausenden neuen Räder in den Straßen gewöhnt haben", sagte er. Unter Bloomberg hatte die Stadt schon vor Jahren begonnen, die Radwege auszubauen.

Wenn alles gutgeht, wird New York eines Tages das drittgrößte Verleihsystem haben, nach Hangzhou in China mit 60.000 und Paris mit 20.000 Fahrrädern. Am Montag fanden sich zunächst alle Räder unbeschadet wieder an ihren Stationen ein - bis auf eines, das ein Dieb mitgehen ließ. Darauf angesprochen, ließ sich Bloomberg zu einem Scherz hinreißen: "Das war bestimmt das erste Fahrrad, das in New York gestohlen wurde", sagte er.

jus/AFP

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insgesamt 29 Beiträge
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1.
ajf00 29.05.2013
Vielleicht in vielen europaeischen Staedten Standard, in Deutschland leider nicht. Die umstaendlichen zufaellig an wenigen Orten stehenden teuren Raeder der Deutschen Bahn (in Hamburg und Stuttgart ist das wohl besser ausgebaut, nach dem was ich gehoert habe), sind zumindest kein Verlgeich mit einem System wie es in Paris oder London (und nun wohl auch New York) zu Verfuegung steht. Was soll der gehaessige Artikel. Vernuenfitge Leihfahrradsysteme sind ein Segen und so ziemlich die beste Investition fuer jede Stadt die ich mir momentan vorstellen kann.
2. Verleih+Gebühr=Miete
singlesylvia 29.05.2013
Aus dem Artikel:[/quote]...können sich Einheimische und Touristen nun die Räder gegen eine Gebühr ausleihen.[quote] Wann hört dieser Irrsinn endlich auf? Ein Verleih mit Gebühr ist kein Verleih, sondern Miete!
3. Bei Miete denke ich an Wohnungen...
ajf00 29.05.2013
Zitat von singlesylviaAus dem Artikel:[/quote]...können sich Einheimische und Touristen nun die Räder gegen eine Gebühr ausleihen.[quote] Wann hört dieser Irrsinn endlich auf? Ein Verleih mit Gebühr ist kein Verleih, sondern Miete!
Das schoene bei Sprache ist, es ist immer genau das richtig, was die Leute verwenden. Wenn die Leute in diesem Fall von Verleih plus Gebuehr sprechen, dann ist das der richtige Sprachgebrauch, auch wenn irgendwelche Oberlehrer das nicht moegen.
4. ein Anfang ist gemacht
zephyros 29.05.2013
jetzt müssen weitere wichtige Schritte folgen und die Innenstädte sukzessive für den Autoverkehr gesperrt werden. Dann wird unser urbaner Lebensraum hoffentlich bald wieder lebenswerter.
5. Nutzungsmoeglichkeit
michaelhermann 29.05.2013
Die Jahresgebuehr ermoeglicht mehr als 45 Minuten pro Tag, naemlich beliebig viele Nutzungen von jeweils maximal 45 Minuten... Und "Empoerung" ist immer fuer eine Ueberschrift git, nicht wahr?
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