Fünf Tipps für den Umgang mit Deutschen "Tschüss" oder "Auf Wiedersehen"?

Deutsche mögen keine Überraschungen: Ein Coach hat niederländischen Tourismusbetrieben Tipps gegeben, wie sie mit Gästen aus dem Nachbarland umgehen sollten.

Touristen in den Niederlanden (Symbolbild)
imago/ Hollandse Hoogte

Touristen in den Niederlanden (Symbolbild)


Tourismusbetriebe in der niederländischen Grenzprovinz Drente wünschen sich mehr Gäste aus dem Nachbarland. Damit die Kommunikation mit denen noch besser funktioniert, haben die Betriebe auf einem Workshop nun Tipps zum Umgang mit Deutschen erhalten.

Ein Reporter des "Dagblad van het Noorden" berichtete von dem Vortrag, bei dem Deutschland-Coach Karin Lubs den Niederländern Ratschläge für deutsche Touristen gab. Sie empfahl den anwesenden Gastronomen und Hoteliers etwa, ihre Website auch auf Deutsch zu übersetzen, und erklärte, wann es besser sei, "Tschüss" oder "Auf Wiedersehen" zu sagen: "Wenn die Situation entspannt ist, kann ruhig 'Tschüss' gesagt werden", sagte sie.

Weiterhin fasste sie fünf Tipps zum Umgang mit Deutschen zusammen. Der erste: Deutsche lieben es, wenn sie in ihrer eigenen Sprache angesprochen werden - auch mit hörbar holländischem Akzent, das komme sogar als charmant rüber. Lubs' zweite Empfehlung: Deutsche mögen keine Überraschungen. Das heiße, dass sie gerne das vorab gebuchte Zimmer beziehen, nicht ein anderes.

Überhaupt schätzten Deutsche Sicherheit, Vertrauen und Professionalität, sagte sie. Wenn etwas nicht so laufe wie erwartet, zögerten Deutsche nicht, das auch zu sagen. Die Kritik sollten die Niederländer laut Lubs als "nützliches Feedback" aufgreifen.

Auf eine Frage schlicht mit "keine Ahnung" zu antworten, komme nicht gut an. Selbst wenn es nicht auf alles gleich eine Antwort gebe, sollte zumindest erklärt werden, warum das so sei und wie weiter vorgegangen wird - sonst könnte das als Zeichen von Desinteresse aufgefasst werden. "Die richtige Antwort ist also 'Keine Ahnung, aber...'", sagte Lubs - und erwähnt damit eine Regel, die ohnehin international in der Hotellerie gelten sollte.

Zuletzt liebten deutsche Gäste Lubs zufolge Geschichten über Land und Leute. Ein simpler Hinweis auf touristische Attraktionen in der Region reiche ihnen nicht. Eine schöne Geschichte über das Dorf oder die Unterkunft käme hingegen oft gut an.

kry/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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freigeistiger 07.11.2018
1. Ich sehe dass etwas anders
Auf Kritik wird allgemein, auch in Deutschland, reflexhaft mit abwehrender Aggressivität reagiert. Kritik ist, man hat sich analytisch mit etwas auseinandergesetzt um etwas zu verbessern. Anmache und meckern ist etwas anderes. In Restaurants und Hotels bevorzuge ich das „Auf Wiedersehen“. Es ist für mich ein Indiz für Kultiviertheit. Damit verbinde ich die professionelle Führung des Betriebes. Statt „keine Ahnung“ verwende ich „Das weiß ich nicht, … „
JoachimZ. 07.11.2018
2.
Moment mal...wenn ich in einem anderen Land mit einer anderen Sprache bin, dann sollte ich als höflicher Gast doch die Sprache des Gastlandes sprechen und nicht davon ausgehen, dass meine Sprache verstanden und gesprochen wird. Oder bin ich da jetzt nicht ganz auf dem Laufenden?
localpatriot 07.11.2018
3. Seit 1951 im Gemeinsamen Markt
Das ist wirklich eine tolle Initiative von der Niederländischen Zeitung und man muss hoffen dass es für alle Mitglieder der EU und der Nato und der UN ähnliche gute Anweisungen gibt. Mein erster persönlicher Besuch in den Niederlanden war 1967, 6 Jahre nach der Gründung der Montanunion, und so weit ich mich noch erinnern kann haben die Holländer alles richtig gemacht. Aber man kann sich im gemeinsamen Europa beim Kennenlernen immer wieder nachbessern. Auch eine gute Idee für den deutschen Tourismus: De Duitsers moeten ook leren hoe ze de Hollaendern aangenaam kunnen maken
marcusmaass 07.11.2018
4. @Joachim Z
Die Unternehmen wollen ihre Dienstleistung verkaufen und sie attraktiver gestalten. Da macht es doch Sinn potenziellen Kunden entgegen zu kommen.
gatopardo 07.11.2018
5. Nun ja,
Zitat von JoachimZ.Moment mal...wenn ich in einem anderen Land mit einer anderen Sprache bin, dann sollte ich als höflicher Gast doch die Sprache des Gastlandes sprechen und nicht davon ausgehen, dass meine Sprache verstanden und gesprochen wird. Oder bin ich da jetzt nicht ganz auf dem Laufenden?
das Niederländische ist eine seltene Sprache, die kein Ausländer lernt, falls er nicht dort lebt. Aber so gut wie fast 100% der Niederländer sprechen hervorragend Englisch, womit sie sich in aller Welt verständigen können. In Deutschland berherrschen weitaus weniger Bürger die englische Sprache, so dass man immer erwartet, in den Niederlanden auf Deutsch angesprochen zu werden. Kleine Anekdote: Als Ostfriese versuche ich stets, sowohl in Amsterdam als auch im belgischen Brügge kein Englisch zu sprechen, sondern unser Plattdeutsch mit niederländisch/flämischen Vokabeln zu durchsetzen und man staune, wie das klappt und dort sehr freundlich registriert wird.
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