Oude Meer/Niederlande - Ein Schwede, der mehr als zehn Jahre lang in ganz Europa ohne Pilotenschein Passagiermaschinen geflogen hat, ist in den Niederlanden zu einer geringen Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht in Oude Meer verhängte ein Strafgeld von 2000 Euro, etwa einem Drittel der möglichen Höchstsumme. Die Anklage hatte für den 41-jährigen Beschuldigten eine dreimonatige Haftstrafe gefordert.
Staatsanwalt Bote ter Steege lobte zugleich die Fähigkeiten des Angeklagten als Pilot: "Man würde denken, er hätte jahrelang den Luftverkehr gefährdet, aber Tatsache ist, dass er 13 Jahre lang ohne Zwischenfälle geflogen ist." Der Beschuldigte war im März auf einen Tipp der schwedischen Behörden hin auf dem Amsterdamer Flughafen - kurz vor dem geplanten Abflug seiner Boeing 737 mit 101 Passagieren nach Ankara - festgenommen worden.
Nach Polizeiangaben war er zunächst sehr nervös geworden, als Flughafenangestellte nach seiner Lizenz fragten. Dann habe er zugegeben, dass sein Dokument eine Fälschung sei. Es war einer abgelaufenen schwedischen Lizenz nachempfunden und enthielt nach Angaben der Ermittler mehrere Rechtschreibfehler. Nach Angaben von ter Steege hatte der Pilot bei Simulator-Übungen regelmäßig gute Bewertungen erreicht und habe auch einmal in einer kritischen Situation die Nerven behalten: Nach einem Vogelschlag sei ihm mit nur einem Triebwerk die Landung gelungen. Er flog für niederländische, britische, italienische und belgische Airlines.
sto/apn
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