Niederlande: Touristen dürfen weiter kiffen - vorerst

Millionen Cannabis-Touristen dürfen tief einatmen, zumindest erst einmal: Die Niederlande verschieben ihr geplantes Joint-Verbot für Gäste aus dem Ausland, weil es bei der Umsetzung hakt. Noch mindestens bis Mai sind sie in den Coffeeshops willkommen.

Niederlande: Coffeeshops als Touristenziel Fotos
NBTC

Amsterdam - Die niederländische Regierung hat Pläne für das Verbot des Verkaufs von Cannabis an Touristen aufgeschoben. Wegen Schwierigkeiten bei der Umsetzung müsse das Vorhaben im Süden des Landes von Januar auf Mai 2012 verschoben werden, sagte Justizminister Ivo Opstelten am Donnerstag. Dort sollen dann nur noch Einheimische mit einer Art Mitgliedsausweis in den Coffeeshops Cannabis kaufen können.

Befürworter des Plans hoffen, dass dadurch Probleme mit den jährlich geschätzt 3,9 Millionen deutschen, französischen und belgischen Cannabis-Touristen gelöst werden. Unter anderem ist die Einführung eines "Gras-Passes" geplant, der nur Einwohnern der Niederlande den Kauf von Cannabis erlaubt. Dieser solle nach wie vor ab 2013 eingeführt werden, sagte Opstelten.

Die Besitzer von Coffeeshops protestieren gegen diese Maßnahme. Ein solcher Pass verletze die Persönlichkeitsrechte der Kunden, da in dem geplanten System ihre Ausweisdaten gespeichert werden sollen. Anderer Kritiker befürchten, dass der Verkauf von Drogen dadurch künftig wieder stärker auf die Straßen verlagert wird.

Kritik in Amsterdam

Auch die Stadt Amsterdam ist gegen den Verkaufsstopp an Touristen: Fast ein Viertel der Besucher komme unter anderem, um Cannabis zu konsumieren. Auf das Geld, das sie für Übernachtungen und Besichtigungen ausgeben, will die Stadt nicht verzichten.

Schon seit 2007 hatte die Regierung den Verkauf von Cannabis und Haschisch eingeschränkt, weil Organisierte Kriminalität und besonders starke Cannabis-Produkte zu einem Problem wurden. Besonders junge Leute müssten gesetzlich vor Drogen geschützt werden, sagte Opstelten. Im Jahr 2014 soll jeder Coffeeshop geschlossen werden, der sich näher als 320 Meter an einer Schule befindet. Das würde für Amsterdam bedeuten, dass etwa die Hälfte der Läden schließen muss.

Offiziell ist der Verkauf von Cannabis in den Niederlanden schon jetzt illegal, wird jedoch nicht bestraft, solange die Anbieter keine Werbung für ihre Produkte machen und keine größeren Mengen als fünf Gramm an Einzelpersonen abgeben.

sto/dapd

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1. nee
Layer_8 16.12.2011
Zitat von sysopMillionen Cannabis-Touristen*dürfen tief einatmen, zumindest erst einmal: Die Niederlande verschieben ihr geplantes Joint-Verbot für*Gäste aus dem Ausland, weil es bei der Umsetzung hakt. Noch mindestens bis Mai sind sie in den Coffeeshops willkommen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,804118,00.html
Wenns denn mal in NL für Ausländer verboten wird, sollen die mal nach Berlin kommen. Hier wird jedem geholfen... Ist doch wirklich Quatsch mit dem fast weltweiten THC Verbot, iniziiert von US-amerikanischen Puritanern und Pharmakonzernen. Und im Frühjahr flieg ich wieder nach Indien ;)
2. Und auf der Wiesn kriegen nur die Münchner ein Bier ausgeschenkt? ;-)
TomCollins1 16.12.2011
Zitat von sysopMillionen Cannabis-Touristen*dürfen tief einatmen, zumindest erst einmal: Die Niederlande verschieben ihr geplantes Joint-Verbot für*Gäste aus dem Ausland, weil es bei der Umsetzung hakt. Noch mindestens bis Mai sind sie in den Coffeeshops willkommen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,804118,00.html
3. ^^
JacksonBlood 16.12.2011
Zitat von sysopMillionen Cannabis-Touristen*dürfen tief einatmen, zumindest erst einmal: Die Niederlande verschieben ihr geplantes Joint-Verbot für*Gäste aus dem Ausland, weil es bei der Umsetzung hakt. Noch mindestens bis Mai sind sie in den Coffeeshops willkommen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,804118,00.html
Aber die hauptsache ist doch, dass abseits der skandinavier man egal in welchem EU-Land billigen Alk ab 1€ bekommt. Es sind ja auch die marodierenden Horden der Kiffer, die leute in Sbahnen oder sonstwo anpöbeln und angreifen.
4. Wie lustig
Mona_Baudelaire 16.12.2011
Zitat von sysopMillionen Cannabis-Touristen*dürfen tief einatmen, zumindest erst einmal: Die Niederlande verschieben ihr geplantes Joint-Verbot für*Gäste aus dem Ausland, weil es bei der Umsetzung hakt. Noch mindestens bis Mai sind sie in den Coffeeshops willkommen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,804118,00.html
Komisch, wieso hab ich mir das die ganze Zeit schon gedacht :-). Ich glaube nicht, dass das Verbot jemals umgesetzt wird, weil es auch total idiotisch ist. Wie im Artikel gesagt, dann würd einfach wieder mehr auf der Straße gedealt werden. Und es ist doch klar, dass die Stadt Amsterdam nicht auf ihre Einnahmenquellen verzichten will, die sie dadurch erzielt, dass viele Touristen gerade wegen den Coffeeshops kommen. Das ist einfach eine spezielle Atmosphäre, ich kenne sogar Nichtkiffer, die da gern hingehen, weil es so entspannt zugeht, ganz anders als in Kneipen. Abgesehen vom Offensichtlichem kann man dort gemütlich sitzen, Tee trinken und gute Musik hören, egal wie alt man ist. Und wenn jemand kiffen will, dann wird er immer was finden, bestimmt nicht nur in Holland. Das ändert sich nicht durch ein Verbot von Coffeeshops.
5. Ist doch gut
hairforce 16.12.2011
Zitat von Layer_8Wenns denn mal in NL für Ausländer verboten wird, sollen die mal nach Berlin kommen. Hier wird jedem geholfen... Ist doch wirklich Quatsch mit dem fast weltweiten THC Verbot, iniziiert von US-amerikanischen Puritanern und Pharmakonzernen. Und im Frühjahr flieg ich wieder nach Indien ;)
Wenn sie dann von Indien zurückfliegen können sie auch mehr Gepäck mitnehmen denn was in der Birne fehlt kann man durch mehr im Koffer ersetzen. Wird zwar nicht viel sein, aber besser als garnichts.
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