Sinuiju Nordkorea öffnet Grenzstadt für Tagestouristen

Bis zu 5000 westliche Touristen kommen pro Jahr nach Nordkorea. Nun hat das abgeschottete Land die Grenzstadt Sinuiju für sie geöffnet. Laut einem Reiseveranstalter würden dadurch auch preiswerte Tagesausflüge möglich - zuvor habe es vor allem mehrtägige Touren gegeben.

Chinesische und nordkoreanische Flagge am Yalu-Fluss: "Kein Massentourismus"
DPA

Chinesische und nordkoreanische Flagge am Yalu-Fluss: "Kein Massentourismus"


Hamburg - Erst vor wenigen Wochen war der Grenzübergang in Dandong geschlossen worden. Nun können ausländische Touristen wenige Kilometer nördlich davon wieder von China nach Nordkorea reisen. Inmitten der Spannungen um Pjöngjangs Atomprogramm hat Nordkorea nach Angaben von Reiseveranstaltern die Stadt Sinuiju für ausländische Touristen geöffnet.

Der Ort an der Nordwestgrenze des streng abgeschotteten Landes sei neuerdings für westliche Besucher zugänglich, meldeten mehrere chinesische Reisebüros. Damit würden künftig auch vergleichsweise günstige Tagesausflüge nach Nordkorea möglich, während bislang vor allem mehrtägige geführte Touren unter strikter Aufsicht üblich waren. Reisende mit US-amerikanischem, japanischem oder südkoreanischem Pass dürfen allerdings laut einem CNN-Bericht nicht einreisen.

Sinuiju ist der wichtigste Grenzübergang zwischen Nordkorea und China und stand bisher nur chinesischen Touristen offen. Die auf Reisen nach Nordkorea spezialisierte Reiseagentur Koryo Tours in Peking hatte sich nach eigenen Angaben seit Jahren um die Aufnahme der Stadt ins eigene Reiseportfolio bemüht. Jetzt hoffe sein Unternehmen darauf, Tagesausflüge für 1200 bis 2000 Yuan (150 bis 250 Euro) anbieten zu können, sagte Mitgründer Simon Cockerell.

Ungeachtet dessen bleibt Nordkorea weiterhin ein exotisches Reiseziel: So verzeichnen die fünf größten Tourismusbüros, die Ausflüge in das hermetisch abgeschottete Land anbieten, etwa 4000 bis 5000 westliche Touristen pro Jahr. "Natürlich ist das kein Massentourismus", sagt Cockerell. Seine Kunden interessierten sich vor allem für Politik, soziale Fragen und die Entdeckung neuer Dinge. "Man reist ja nicht dorthin, um sich an den Swimmingpool zu legen."

jus/AFP



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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
zeany 24.05.2013
1.
Man konnte und kann nach Nordkorea reisen!
tutnet 25.05.2013
2. Man kann vieles,
aber ob es sinnvoll ist, dem Regime des kleinen Dickerchens damit Devisen und Anerkennung zukommen zu lassen, muß jeder für sich entscheiden. Ich habe genügend andere Reiseziele, von denen ich mir mehr verspreche.
k70-ingo 26.05.2013
3.
Zitat von tutnetaber ob es sinnvoll ist, dem Regime des kleinen Dickerchens damit Devisen und Anerkennung zukommen zu lassen, muß jeder für sich entscheiden. Ich habe genügend andere Reiseziele, von denen ich mir mehr verspreche.
Diese Frage kann man sich vor jeder Reiseentscheidung stellen. Wenn die Antwort im ehrpusseligen Sinne "sauber" sein soll, dann kann man nirgendwo mehr hin. Zuhausebleiben auch nicht. Was die Vielfalt und Faszination der Reiseeindrücke angeht, so gehört Nordkorea zu den Top-Destinationen auf der Welt. Wenn man aufmerksam und offen auch für kleinste Details dort unterwegs ist, rasseln neue, unerwartete, teils unglaubliche Eindrücke im Minutentakt in die Erinnerungsschublade ;) Natürlich ist Nordkorea kein Zeil für diejenigen Reise"kenner", die als Urlaubshöhepunkte schöne Strände, billiges Bier und hübsche Mädels ansehen - obwohl es das dort auch gibt.
drmtiede 30.05.2013
4.
Hatte mich eh gewundert wie schnell das Thema "Atomkrieg mit Nordkorea" aus allen Medien verschwunden ist. Aber daran sieht man wieder wie Nachrichten gepusht werden um Auflage zu machen...
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