Diktatorenpläne: Nordkorea will Hafenstadt zu Badeort umbauen

Nachdem Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kürzlich den Bau eines Skiresorts ankündigte, veröffentlicht er nun neue Tourismuspläne. Diesmal geht es um den Küstenort Wonsan. Wo heute eine Industriestadt steht, sollen künftig Urlauber im Meer planschen.

Baden und Skifahren: Nordkoreas Tourismuspläne Fotos
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Hamburg - Lange Sandstrände und große Hotels könnten Touristen in Zukunft ins nordkoreanische Wonsan locken. Die Stadt ist zwar heute noch von der Industrie geprägt. Geht es aber nach Machthaber Kim Jong Un, sollen die Fabriken bald geschlossen werden. Anstelle der Hafenstadt soll ein Urlauberparadies die Küste schmücken.

Kim will laut der südkoreanischen Zeitung "Joongang Daily" drei neue Viertel entstehen lassen: einen Finanzdistrikt, einen Unterhaltungsbezirk und einen Ort, in dem der Fremdenverkehr florieren soll. Für das letztgenannte Projekt habe er sich demnach den Songdowon Beach ausgesucht. Die Zeitung beruft sich auf ein ihr vorliegendes Dokument, in dem die neuen Baupläne für Wonsan beschrieben sind.

Bereits im Jahr 2007 soll der damalige nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il von Wonsan als Urlaubsdestination geschwärmt haben. Die Stadt liegt in einer großen Bucht an der Ostküste des Landes. Der Vater und Vorgänger von Kim Jong Un wollte am liebsten alle Produktionsstätten und Werften schließen, um den Ort zu verändern.

Nun setzt wohl sein Sohn diese Idee um. Laut "Joongang Daily" gibt es jedoch noch keine Pläne, wie viel die Transformation Wonsans kosten soll und wann sie Realität wird. Die Zeitung zitiert unbekannte Quellen, nach denen Pjöngjang auf privatwirtschaftliche Finanzhilfen aus Singapur hofft.

Nordkorea verkündete erst kürzlich den Bau eines Skiresorts im Masikryong-Gebirge, das sich direkt hinter Wonsan erhebt. Laut der "Joongang Daily" sind die ersten Skipisten sowie drei Lifte und ein Hotel bereits in Arbeit. Später solle es am Masik-Pass auch einen Golfplatz geben. Über die Ziele, die Kim mit Bestrebungen dieser Art verfolgt, gibt es viel Spekulation. Beobachter vermuten, dass das hochgerüstete, aber verarmte Land künftig auch westliche Touristen anlocken will. Möglicherweise erhofft sich die Regierung in Pjöngjang, auf diese Weise die dringend benötigten Devisen ins Land zu holen.

jus

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Hm,
Europa! 02.07.2013
Zitat von sysopNachdem Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kürzlich den Bau eines Skiresorts ankündigte, veröffentlicht er nun neue Tourismuspläne. Diesmal geht es um den Küstenort Wonsan. Wo heute eine Industriestadt steht, sollen künftig Urlauber im Meer planschen. Nordkorea will Hafenstadt Wonsan zu Touristenort umbauen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/nordkorea-will-hafenstadt-wonsan-zu-touristenort-umbauen-a-908938.html)
Im Prinzip sicher keine schlechte Idee. Aber ist es da nicht ein bisschen zu kühl? Die Temperaturen sind doch eher so wie an der Nordsee. Und außerdem regnet's im Juli/August ziemlich viel. Und mit 300000 Einwohnern ist Wönsan nicht gerade ein Fischerdorf. Aber probieren geht über studieren ...
2.
rainer_daeschler 02.07.2013
Zitat von Europa!Im Prinzip sicher keine schlechte Idee. Aber ist es da nicht ein bisschen zu kühl? Die Temperaturen sind doch eher so wie an der Nordsee.
Viel weiter südlich geht es nun mal nicht und die Temperaturen sind im Durchschnitt etwas kälter als in Seoul, wo es im Sommer auch ganz ordentlich warm wird. Klimatabelle Wŏnsan (http://de.wikipedia.org/wiki/Wonsan#Klimatabelle)
3. Urlaub
fritzyoski 02.07.2013
Zitat von sysopNachdem Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kürzlich den Bau eines Skiresorts ankündigte, veröffentlicht er nun neue Tourismuspläne. Diesmal geht es um den Küstenort Wonsan.
Ich wollte im naechsten Urlaub eigentlich nach Somalia oder Afganistan aber Nord Korea soll ja auch recht idyllisch sein.
4.
k70-ingo 02.07.2013
Zitat von Europa!Im Prinzip sicher keine schlechte Idee. Aber ist es da nicht ein bisschen zu kühl? Die Temperaturen sind doch eher so wie an der Nordsee. Und außerdem regnet's im Juli/August ziemlich viel. Und mit 300000 Einwohnern ist Wönsan nicht gerade ein Fischerdorf. Aber probieren geht über studieren ...
Angenehmer als an den deutschen Küsten sind die Temparaturen allemal. Letztes Jahr Mitte Oktober hatte das Koreanische Ostmeer noch 18 Grad. Zumindest wurde uns das so gesagt. Es dürfte aber etwas weniger gewesen sein, meinem Empfinden nach. Es war schon recht erfrischend. Aber egal, wenn man schon mal da ist, muß man auch in Wasser :) Die Idee, diese Gegend für den Badetourismus auszubauen, ist tatsächlich sinnvoll. Schöne feine Strände, sauberes Wasser ohne gefährliche Strömungen, verhältnismäßig taifunsicher (nur 10% der Pazifik-Taifune kommen um Japan herum nach Korea), keine sichtbar zubetonierten Küsten (die vielen Bunkeranlagen sind unterirdisch, stören den Blick also nicht), nette Leute (ja, auch sehr hübsche Beach-Girls gibt es dort ;), die Voraussetzungen sind also gut, besser als an vielen anderen Küsten der Welt. Ein bißchen touristische Infrastruktur gibt es dort, aber selbst für die im Sommer in Massen einfallenden einheimischen Badeurlauber -ja, die gibt es, schaut mal bei Youtube und auf den Fotoseiten nach- ist es viel zu wenig und vor allem ist alles völlig veraltet und vergammelt. Als die Anlagen in den 70ern und 80ern gebaut wurden, waren sie okay, auch nach westlichen Maßstäben, aber seitdem wurde nichts mehr daran gemacht. Von der rottigen Infrastruktur und der wackeligen Energieversorgung gar nicht erst zu reden. Aber wenn man die vorhandenen Strandrestaurants, Hotels und Resorts -ja, sie heißen so- kräftig modernisieren, für Verkehrsanbindung und Energieversorgung sorgen sowie Neubauten nicht allzu brutal in die Küstenlinie donnern würde, dann würden so manche europäische, gar deutsche Seebäder im Vergleich schwer abstinken.
5.
k70-ingo 02.07.2013
Zitat von fritzyoskiIm Prinzip sicher keine schlechte Idee. Aber ist es da nicht ein bisschen zu kühl? Die Temperaturen sind doch eher so wie an der Nordsee. Und außerdem regnet's im Juli/August ziemlich viel. Und mit 300000 Einwohnern ist Wönsan nicht gerade ein Fischerdorf. Aber probieren geht über studieren ...
Angenehmer als an den deutschen Küsten sind die Temparaturen allemal. Letztes Jahr Mitte Oktober hatte das Koreanische Ostmeer noch 18 Grad. Zumindest wurde uns das so gesagt. Es dürfte aber etwas weniger gewesen sein, meinem Empfinden nach. Es war schon recht erfrischend. Aber egal, wenn man schon mal da ist, muß man auch in Wasser :) Die Idee, diese Gegend für den Badetourismus auszubauen, ist tatsächlich sinnvoll. Schöne feine Strände, sauberes Wasser ohne gefährliche Strömungen, verhältnismäßig taifunsicher (nur 10% der Pazifik-Taifune kommen um Japan herum nach Korea), keine sichtbar zubetonierten Küsten (die vielen Bunkeranlagen sind unterirdisch, stören den Blick also nicht), nette Leute (ja, auch sehr hübsche Beach-Girls gibt es dort ;), die Voraussetzungen sind also gut, besser als an vielen anderen Küsten der Welt. Ein bißchen touristische Infrastruktur gibt es dort, aber selbst für die im Sommer in Massen einfallenden einheimischen Badeurlauber -ja, die gibt es, schaut mal bei Youtube und auf den Fotoseiten nach- ist es viel zu wenig und vor allem ist alles völlig veraltet und vergammelt. Als die Anlagen in den 70ern und 80ern gebaut wurden, waren sie okay, auch nach westlichen Maßstäben, aber seitdem wurde nichts mehr daran gemacht. Von der rottigen Infrastruktur und der wackeligen Energieversorgung gar nicht erst zu reden. Aber wenn man die vorhandenen Strandrestaurants, Hotels und Resorts -ja, sie heißen so- kräftig modernisieren, für Verkehrsanbindung und Energieversorgung sorgen sowie Neubauten nicht allzu brutal in die Küstenlinie donnern würde, dann würden so manche europäische, gar deutsche Seebäder im Vergleich schwer abstinken.
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Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
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