"Norwegian Breakaway": Rekord-Kreuzfahrtschiff passiert die Ems
Nie zuvor wurde in Deutschland ein größeres Kreuzfahrtschiff gebaut: Die "Norwegian Breakaway" hat von der Werft in Papenburg Kurs aufs offene Meer genommen. Bis allerdings Passagiere an Bord dürfen, ist unterwegs noch einiges zu tun.
Papenburg - Die "Norwegian Breakaway" ist ein Gigant. Sie bietet Platz für knapp 4000 Passagiere, ist 324 Meter lang, 40 Meter breit und 63 Meter hoch. Damit ist der Luxusliner das bislang größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff. Der offizielle Heimathafen ist New York. Dort soll es am 12. Mai von dem Tanzensemble The Rockettes getauft werden. Die Bermudas, Florida, die Karibik - die "Breakaway" verspricht Glamour und sonnige Urlaubsorte vor allem für US-Amerikaner.
Doch zunächst müssen solche Riesenschiffe aus der niedersächsischen Meyer Werft erst mal über die Ems ins Meer. Am Mittwoch hieß es in Papenburg "Leinen los". Die Werft liegt 40 Kilometer weit im Binnenland.
Damit solche Passagen möglich sind, müssen Wind und Wetter mitspielen: Die Flut muss hoch genug sein. Dann wird das Sperrwerk bei Gandersum kurz vor Emden geschlossen - der Fluss hat damit den richtigen Wasserstand für die Überführung. "Die Flut wird eingefangen", sagt Herma Heyken vom zuständigen Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Eng ist es aber immer noch für das Schiff. Die Überführungen der Meyer Werft sorgen immer wieder für Proteste von Umweltschützern.
Letzte Ausbauten auf See
Seit dem Jahr 2000 ist Thomas Teitge Werftkapitän. Zusammen mit seinen Kollegen von der Lotsenbrüderschaft Emden ist er verantwortlich für die Überführung. "Das wird schon Wochen vorher in einem Simulator im holländischen Wageningen geübt", sagt der 53-Jährige. Bevor er Lotse für die Häfen Emden, Leer und Papenburg wurde, hat er Containerschiffe über die Weltmeere geführt. "Ich war oft sieben Monate am Stück unterwegs."
Seine Zeit an Bord der "Norwegian Breakaway" ist nicht ganz so lang. Aber einige Wochen wird er schon auf dem Kreuzfahrtschiff verbringen. An die Überführung schließen sich Testfahrten auf der Nordsee an. Das Schiff ist auch noch nicht fertig. Letzte Innenausbauten müssen bis zur Übergabe im April noch gemacht werden. Die Crew kommt nach und nach an Bord, ebenso das Inventar - von Tassen und Tellern bis zur Bettwäsche.
Der künftige reguläre Kapitän der "Breakaway", Havard Ramsoy, ist bereits an Bord. Er kenne das Schiff schon seit der Konstruktions- und Bauphase, erzählt der 40-Jährige, der für die Reederei Norwegian Cruise Line arbeitet. "Das Aufregendste ist für mich, dass ich auf einem brandneuen Schiff bin. Es ist eine neue Klasse, ein Prototyp. So etwas in Dienst zu nehmen, ist eine interessante Herausforderung."
Auch wenn das Schiff ein Riese ist, das größte Kreuzfahrtschiff der Welt ist die "Breakaway" nicht. Auf Platz Nummer eins einer Rangliste liegen die in Finnland gebauten Schwesterschiffe "Oasis of the Seas" und "Allure of the Seas", die mehr als 5000 Passagieren Raum bieten.
Elmar Stephan/dpa/sto
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- Mittwoch, 13.03.2013 – 14:13 Uhr
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