Notlandung: Ryanair-Flugzeug aus Frankfurt rollt über Landebahn hinaus

Schrecksekunde für die Passagiere: Eine Maschine der Ryanair aus Frankfurt-Hahn mit mehr als 170 Menschen an Bord musste in Rom notlanden. Dann kam das Flugzeug von der Landebahn ab - mehrere Fluggäste mussten anschließend ins Krankenhaus.

Rom - Bei einer Notlandung auf dem Flughafen in Rom sind die mehr als 170 Personen an Bord einer Maschine des Billigfliegers Ryanair mit dem Schrecken davongekommen. Die aus Frankfurt-Hahn kommende Boeing 737 rollte am Montagmorgen nach ihrem Anflug auf den Flughafen Ciampino zunächst über die Landebahn hinaus, kehrte dann auf die Piste zurück und kippte dort auf die Seite, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Boeing landete kurz vor 8 Uhr in Rom.

Laut Ryanair wurden zwei Besatzungsmitglieder und drei der 166 Passagiere wegen leichter Beschwerden in ein Krankenhaus gebracht. Abweichenden Angaben zufolge soll es bis zu acht Verletzte unter den Passagieren gegeben haben. Das Flugzeug sei von "mehreren Vogelschlägen" getroffen worden, teilte Ryanair mit. Dies habe zu Problemen mit den Triebwerken geführt, weshalb sich der Pilot zu einem sogenannten Nothalt entschlossen habe. Die Maschine werde von Ingenieuren des Unternehmens und der italienischen Luftfahrtbehörde untersucht.

Allerdings verzögere sich die Räumung der Landebahn, da durch den Vorfall offenbar das linke Fahrgestell beschädigt worden sei. Bis zum Nachmittag habe auch das Gepäck der Passagiere noch nicht aus der Maschine geholt werden können.

"Wir haben Brandgeruch wahrgenommen, (...) und als wir ausgestiegen sind, waren auf den Tragflächen Spuren von Blut zu sehen", sagte ein Passagier der Nachrichtenagentur ANSA. Ein anderer Insasse berichtete, beim Landeanflug Flammen an einem Triebwerk gesehen zu haben.

"Wie im Kino"

Nach Angaben der Behörde für zivile Luftfahrt sprühten Feuerwehrleute Löschschaum auf die Landebahn. Die 166 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder seien anschließend über Notrutschen in Sicherheit gebracht worden.

"Es war wie im Kino", berichtete die SWR-Moderatorin Brigitte Trapp, die sich an Bord des Flugzeugs befand. Während des Landesanflugs habe es plötzlich einen Schlag gegeben, sagte sie im Gespräch mit dem Radiosender SWR1 Rheinland-Pfalz. Der Flieger sei ins Schlingern geraten, über die Landebahn hinausgeschossen und "gerade noch rechtzeitig zum Stehen gekommen, es war brenzlig". Sie habe Schreie gehört, einige Passagiere hätten gebetet. Die Reaktion des Piloten und die Sicherheitsmaßnahmen bezeichnete Trapp als gut.

Kritik übte die Moderatorin an der Informationspolitik der Fluggesellschaft: "Uns ist gar nichts gesagt worden, so gut die Reaktion des Pilots und die Sicherheitsmaßnahmen waren, wir mussten uns alles zusammenreimen."

Ryanair hatte nach dem Vorfall zunächst behauptet, es habe keine Verletzten gegeben und es seien auch keine Notrutschen zum Aussteigen verwendet worden. Später wurden beide Angaben korrigiert.

Der Flughafen Ciampino, der von zahlreichen Billig-Airlines angeflogen wird, wurde gesperrt. Flüge wurden über Rom-Fiumicino umgeleitet. Die Sperrung sollte laut Ryanair bis zum späten Nachmittag andauern.

sto/AFP/dpa/ddp

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